Zentralafrikanische Republik: Hunger und Armut bekämpfen mit Entwicklungszusammenarbeit

Vor Ort aktiv seit 2014.

Die Zentralafrikanische Republik liegt im Herzen Afrikas. Das Binnenland grenzt an Kamerun, den Tschad, Sudan, Südsudan, die Demokratische Republik Kongo und den Kongo. Obwohl das Land reich an natürlichen Ressourcen ist, gehört es heute zu den ärmsten und fragilsten Staaten der Welt. Viele Kinder und Familien leben seit Jahren mit mehreren Krisen gleichzeitig.

Anhaltender Konflikt, wiederkehrende Gewalt, Vertreibung, Armut, Hunger und Überschwemmungen belasten den Alltag vieler Menschen. Besonders Kinder brauchen Schutz, verlässliche Ernährung, Zugang zu sauberem Wasser und sichere Orte, an denen sie lernen und aufwachsen können. Laut UN-Angaben benötigen rund 2,4 Millionen Menschen im Land Humanitäre Hilfe. Fast die Hälfte davon sind Kinder.

World Vision ist seit 2014 in der Zentralafrikanischen Republik vor Ort. Gemeinsam mit Gemeinschaften, lokalen Partnern und öffentlichen Gebern arbeiten wir daran, akute Not zu lindern und Familien langfristig zu stärken: durch Gesundheits- und Ernährungsprogramme, Kinderschutz, sauberes Wasser, Hygienemaßnahmen und Unterstützung für neue Lebensgrundlagen.

World Vision in der Zentralafrikanischen Republik

  • seit 2014 vor Ort
  • Büros in 6 Präfekturen
  • Hier sind wir aktiv: in allen 16 Präfekturen
  • 160 Mitarbeitende machen unsere Entwicklungszusammenarbeit möglich

     

Ausgewählte Erfolge unserer Hilfe in der Zentralafrikanischen Republik

  • 973 Haushalte erhielten regelmäßige Bargeldzuwendungen, um Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft, Hygieneartikel und andere Güter decken zu können. 
  • 500 Hygienekits wurden an Haushalte verteilt
  • 10 kommunale Kinderschutznetzwerke wurden eingerichtet, geschult und ausgestattet
  • 8 Brunnen wurden gebohrt und 8 Wassermanagementkomitees zu deren Instandhaltung gegründet

     

Aktuelle Lage in der Zentralafrikanischen Republik: Warum Hilfe notwendig ist

Seit Ende 2012 eskaliert der Konflikt im Land immer wieder. Bewaffnete Gruppen sind in vielen Landesteilen präsent, Gewalt gegen Zivilistinnen und Zivilisten gehört für viele Menschen zum Alltag. Viele Familien wurden vertrieben, Dörfer destabilisiert, Felder aufgegeben und Versorgungswege unterbrochen. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an grundlegender Infrastruktur: Straßen, Stromversorgung, Gesundheitsstationen, Schulen, Wasserversorgung und sanitäre Anlagen waren bereits vor den jüngsten Krisen unzureichend und sind heute in vielen Gemeinden überlastet. Besonders in ländlichen Gebieten spüren Familien diese Lücken jeden Tag.

Hinzu kommen regelmäßige Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, die bestehende Notlagen weiter verschärfen. Viele Familien haben durch Gewalt, Flucht oder Überschwemmungen Felder, Vorräte, Saatgut, Werkzeuge oder Einkommen verloren. Dadurch fehlt ihnen nicht nur kurzfristig Nahrung, sondern oft auch die Möglichkeit, in der nächsten Erntesaison wieder selbst für sich zu sorgen. Für Kinder ist diese Lage besonders gefährlich.

Die Folgen sind gravierend:

  • Mehr als 500.000 Menschen wurden bis 2024 innerhalb des Landes vertrieben.
  • Rund 2 Millionen Menschen leiden unter schwerer Ernährungsunsicherheit.
  • Etwa 41 % der Bevölkerung sind von Unterernährung betroffen. 
  • Gleichzeitig leben etwa 70 % der Bevölkerung in extremer Armut.

Die Instabilität in mehreren Nachbarländern verschärft die Lage zusätzlich, weil Fluchtbewegungen, unsichere Grenzen und unterbrochene Versorgungswege den Druck auf ohnehin belastete Gemeinschaften erhöhen.

Deshalb braucht es in der Zentralafrikanischen Republik beides: schnelle Humanitäre Hilfe für Menschen in akuter Not und langfristige Entwicklungszusammenarbeit, die Familien widerstandsfähiger macht.
 

Icon für Nothilfe

Flucht und Vertreibung

Mehr als 500.000 Menschen wurden bis 2024 innerhalb des Landes vertrieben.

Icon für Essen

Unterernährung ist weit verbreitet

Etwa 41 % der Bevölkerung sind von Unterernährung betroffen.

Icon für Euro

Armut ist weit verbreitet

Etwa 70 % der Bevölkerung in extremer Armut.

Entwicklungszusammenarbeit in der Zentralafrikanischen Republik: Unsere Schwerpunkte

Unsere Arbeit setzt dort an, wo Kinder und Familien besonders dringend Unterstützung brauchen. Gemeinsam mit Gemeinschaften, lokalen Partnern und öffentlichen Gebern stärkt World Vision Strukturen vor Ort, damit Hilfe nicht nur kurzfristig wirkt, sondern Familien auch über die akute Krise hinausträgt. Unsere zentralen Schwerpunkte:

Schulkinder bekommen Mahlzeit

So hilft World Vision im Bereich Gesundheit & Ernährung

Wenn Nahrung fehlt, geraten besonders Kinder schnell in Gefahr: Unterernährung schwächt den Körper, macht anfälliger für Krankheiten und kann die körperliche Entwicklung dauerhaft beeinträchtigen.

World Vision setzt deshalb bei Ernährung und Gesundheit zugleich an. Familien erhalten Unterstützung, damit Kinder besser versorgt werden und Haushalte neue Stabilität gewinnen. Besonders wichtig ist diese Hilfe in ländlichen Regionen und überlasteten Gemeinschaften, in denen viele vertriebene Familien leben und grundlegende Dienste wie Wasser, sanitäre Anlagen, Gesundheitsversorgung, Strom und Bildung kaum ausreichen.

Frauen und Mädchen werden dabei besonders berücksichtigt, weil Armut und fehlende Schutzstrukturen ihr Risiko für Ausbeutung und geschlechtsspezifische Gewalt erhöhen.

Nachschule

So hilft World Vision im Bereich Kinderschutz

Konflikt, Vertreibung und Armut erhöhen das Risiko, dass Kinder Gewalt, Ausbeutung, Vernachlässigung oder geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind. Besonders Mädchen und Frauen brauchen sichere, vertrauliche Anlaufstellen und Schutzräume.

World Vision baut in Gemeinden Kinderschutznetzwerke auf und bezieht lokale Führungspersonen, Eltern, Erziehungsberechtigte und Behörden ein. Sensibilisierungsmaßnahmen wie Theateraufführungen, Radiosendungen und öffentliche Foren helfen, Kinderrechte bekannter zu machen und auf verfügbare Unterstützungsangebote hinzuweisen. Zusätzlich werden Schutzräume für Kinder sowie für Mädchen und Frauen geschaffen und ausgestattet. Dort erhalten Betroffene unter anderem psychosoziale Unterstützung.

World Vision besucht Dorf

So hilft World Vision im Bereich Lebensgrundlagen

Viele Familien haben durch Konflikt, Flucht oder Überschwemmungen ihre Felder, Vorräte, Werkzeuge oder Einkommensquellen verloren. Ohne neue Lebensgrundlagen bleibt die Abhängigkeit von Hilfe hoch und die Armut in der Zentralafrikanischen Republik verschärft sich weiter.

Nach einer Bedarfsanalyse unterstützt World Vision Haushalte mit Saatgut und Werkzeugen, damit sie kleine Gemüsegärten anlegen können. Zusätzlich erhalten Familien Schulungen in nachhaltigen Anbautechniken und werden bei der Umsetzung begleitet. So können sie wieder selbst Nahrung produzieren, Einkommen aufbauen und besser für kommende Krisen vorsorgen.

WASH WV-Mitarbeiter Vor Ort

So hilft World Vision im Bereich WASH

Sauberes Wasser und Hygiene sind entscheidend, um Krankheiten vorzubeugen und Kinder gesund aufwachsen zu lassen. In vielen Gemeinden sind Wasserstellen, sanitäre Anlagen und Hygienestrukturen jedoch unzureichend oder durch Fluchtbewegungen stark überlastet.

World Vision verbessert daher den Zugang zu sicherem Trinkwasser, unter anderem durch den Bau von Brunnen. Gleichzeitig werden Gemeinschaften in der Instandhaltung der Wasserstellen geschult, damit die Versorgung langfristig funktioniert. Hygieneschulungen, zum Beispiel zum Händewaschen mit Seife, helfen zusätzlich, Krankheiten vorzubeugen und Familien im Alltag besser zu schützen.

Wirkung unserer Entwicklungszusammenarbeit in der Zentralafrikanischen Republik

Hilfe zeigt ihre Wirkung oft in kleinen, aber entscheidenden Veränderungen: Kinder bekommen neue Chancen, Familien gewinnen Sicherheit zurück und Gemeinden können Schritt für Schritt stärker werden. Unsere Erfolgsgeschichten aus der Zentralafrikanischen Republik zeigen, wie konkrete Unterstützung im Alltag ankommt.

Stories
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Richard und Viviane
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Viviane und Richard: Eine Geburtsurkunde eröffnet Zukunft
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In der Zentralafrikanischen Republik haben viele Kinder keine Geburtsurkunde. Das kann weitreichende Folgen haben: Ohne offizielles Dokument werden sie oft nicht vollständig anerkannt, können Prüfungen nicht ablegen oder später wichtige Rechte nicht wahrnehmen. Viviane und Richard gehören zu den Kindern, die durch World Vision eine Geburtsurkunde erhalten haben. Für sie bedeutet das mehr als ein Papier: Sie können nun Prüfungen machen, ihre Nationalität nachweisen und selbstbewusster ihren Weg gehen.

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Foto von Fadila
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Sauberes Wasser schenkt Gesundheit und Würde
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Fadila Ibrahim floh mit ihren drei Kindern aus dem Sudan und fand im KORSI-Standort in Birao Schutz. Anfangs musste ihre Familie Wasser aus sumpfigen Quellen nutzen; ihre Kinder wurden dadurch häufig krank. Sauberes Wasser gab es nur nach langen, kräftezehrenden Wegen in entfernte Dörfer. Dann installierte World Vision eine Wasserstelle in KORSI. Seitdem hat Fadilas Familie sauberes Wasser in der Nähe und somit mehr Gesundheit, Würde und Sicherheit im Alltag.

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Schulkinder in Bouar
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Eine Mahlzeit, die den Schultag verändert
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In Bouar besuchte ein Team von World Vision ein Schulmahlzeiten-Programm. 387 Kinder warteten auf ihre Mahlzeit. Für viele von ihnen die einzige nahrhafte Mahlzeit des Tages. Bevor gegessen wurde, übten die Kinder das richtige Händewaschen. Danach half das Team beim Austeilen der Mahlzeiten. Die Freude der Kinder zeigte, wie unmittelbar diese Unterstützung wirkt: Schulessen lindert Hunger, stärkt die Gesundheit und hilft Kindern, sich im Unterricht besser zu konzentrieren.

Häufig gestellte Fragen zu unserer Hilfe in der Zentralafrikanischen Republik

Question & Answer Section
Question
Wie sicher ist die Zentralafrikanische Republik?

Die Sicherheitslage in der Zentralafrikanischen Republik ist äußerst instabil. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das Land. Landesweit kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen; auch in der Hauptstadt Bangui können Kämpfe wieder ausbrechen. Für die Bevölkerung bedeutet das große Unsicherheit im Alltag und eingeschränkten Zugang zu Versorgung, Arbeit, Bildung und medizinischer Hilfe.

Question
Wohin gehen die Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik?

Viele Menschen fliehen innerhalb der Zentralafrikanischen Republik und suchen Schutz in anderen Landesteilen. Andere verlassen das Land und fliehen in Nachbarstaaten wie Kamerun, den Tschad oder die Demokratische Republik Kongo. Auch dort ist die Versorgung oft angespannt, weil aufnehmende Gemeinden selbst mit Armut, knapper Infrastruktur und weiteren Krisen umgehen müssen.

Question
Wie leben die Menschen in Zentralafrika?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil sich die Lebensbedingungen von Land zu Land und von Region zu Region stark unterscheiden. In vielen zentralafrikanischen Ländern prägen jedoch Konflikte, Vertreibung, Armut und Klimafolgen den Alltag. Viele Familien haben nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser, Gesundheitsversorgung, Bildung und sicheren Einkommensmöglichkeiten.

Question
Warum ist die Zentralafrikanische Republik so arm?

Die Zentralafrikanische Republik gehört trotz natürlicher Ressourcen zu den ärmsten Ländern der Welt. Laut Weltbank leben fast 70 % der Bevölkerung in extremer Armut. Zentrale Ursachen sind der langanhaltende Konflikt, politische Instabilität, Vertreibung, schwache Infrastruktur und fehlende wirtschaftliche Chancen. Viele Menschen können nicht sicher arbeiten, Felder bewirtschaften oder Märkte erreichen. Hinzu kommen große Lücken bei Bildung, Gesundheit, Stromversorgung und Sanitärversorgung, die Entwicklung zusätzlich erschweren.

Unsere aktuellen Hilfsprojekte in der Zentralafrikanischen Republik

Aktion Deutschland Hilft in der Zentralafrikanischen Republik

Multisektorales Nothilfeprojekt

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