Bildung erlaubt Kindern, ihre Zukunft in die eigene Hand zu nehmen. Ihre Wirkung sieht man dabei nicht erst nach vielen Jahren, sondern ganz unmittelbar: Mit jedem Kind, das lesen lernt. Mit jedem Mädchen, das nicht verheiratet wird. Mit jedem Elternteil, das die Zukunftswünsche seines Kindes unterstützt.
Vier Beispiele zeigen, wie World Vision Zugang zu Bildung ermöglicht – und wie der Zugang zu Bildung neue Perspektiven schafft. Während Oanh und Nesru in der Schule lernen, damit sie irgendwann ihre Traumberufe ergreifen können, lernen Nadeyli und Azeb ihre Recht kennen und setzen sich für Bildung und Gleichberechtigung ein.
Es gibt viele Gründe, warum Kinder nicht zur Schule gehen
Die Hindernisse für Kinder, einen konsisten Zugang zu Bildung zu erhalten, sind gewaltig: Armut verhindert oftmals schon die Einschulung. Denn statt zu lernen, müssen Kinder arbeiten und den Unterhalt ihrer Familie unterstützen. Für Stifte und Hefte fehlt das Geld. Ebenfalls fehlt es in vielen Schulen in ländlichen Regionen an Ausstattung und gut ausgebildeten Lehrkräften.
Humanitäre Krisen wie Kriege, Naturkatastrophen und Flucht unterbrechen die Bildungswege von Kindern zudem tiefgreifend. Wenn Familien ums Überleben kämpfen und Schulen, Straßen und das eigene Heim zerstört werden, gerät der Blick auf die Zukunft oftmals aus den Augen. Kinder, die sowieso bereits mit wenig Möglichkeiten aufwachsen, können ihr Potenzial in solchen Lebenslagen nicht entfalten. Die Folge: Die Armut verfestigt sich, weil Aufstiegschancen fehlen.
So verbessert World Vision den Zugang zu Bildung
World Vision setzt Maßnahmen um, die die unterschiedlichen Bildungshürden für Kinder abbauen und ihnen neue Perspektiven eröffnen. Wir unterstützen Kinder dabei, ihr Recht auf Bildung einzufordern. Wir leisten wir Aufklärungsarbeit und helfen Familien, ihr Einkommen zu stärken, damit Kinder nicht arbeiten müssen. Wir unterstützen Gemeinschaften dabei, ihre Schulen besser auszustatten und ihre Lehrkräfte fortzubilden. Dieser Ansatz, der stets das Kind, seine Familie und die ganze Gemeinschaft berücksichtigt, erlaubt uns, die Ursachen von Armut an der Wurzel zu packen und langfristige Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.
2024 haben 4,6 Millionen Kinder von den World Vision Bildungsprogrammen profitiert. Vier von ihnen stellen wir hier vor.
4,6 Millionen Kinder profitierten im Jahr 2024 von den World Vision Bildungsprogrammen.
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Nesru büffelt für seinen Lebenstraum
Was für viele Kinder eine der größten Herausforderungen in der Schule ist, fällt Nesru leicht: Er liebt Mathe. Seit er zur Schule geht, darf er viele Stärken an sich entdecken, die ihm in diesem Fach besonders helfen. Er ist neugierig, beharrlich und liebt es, knifflige Probleme zu lösen. Sein großer Traum: Er möchte Arzt werden.
Dieser Traum lag für den 15-Jährigen aus Äthiopien allerdings lange in weiter Ferne. Nesrus Familie hält Schafe und Ziegen, die regelmäßig über weite Strecken Weideland geführt werden müssen. Da müssen auch die Kinder anpacken. Für Schule ist keine Zeit. Bis er eine Patenschaft durch World Vision erhält. Inzwischen geht Nesrus Schulbildung vor. Und wenn er doch mal beim Hüten der Herde unterstützt, hat er immer ein Schulbuch dabei. Während die Tiere in Ruhe grasen, nutzt er die Zeit zum Lernen.
Azeb will lernen statt heiraten
In Azebs Gemeinschaft haben Mädchen und Frauen kaum Selbstbestimmung. Oft werden sie schon früh verheiratet und müssen die Schule abbrechen. Azeb weiß schon lange, dass sie das nicht möchte. Sie will selbst entscheiden, wann und wen sie heiratet. Und zwar erst nachdem sie mit der Schule fertig ist.
In einem Kinderrechte-Training von World Vision lernt sie, dass jedes Kind, auch sie als Mädchen, ein Recht auf Bildung hat. Und sie lernt, sowohl mit anderen Kindern als auch mit Erwachsenen über wichtige Fragen zu debattieren. Wie können mehr Mädchen ihren Schulabschluss machen? Wie können Familien ein besseres Einkommen erzielen, damit sie nicht auf die Mitgift angewiesen sind, die sie beim Verheiraten einer Tochter erhalten? Als Präsidentin des Kinderparlaments setzt sie sich dafür ein, dass Mädchen in die Schule statt in die Ehe gehen und erreicht auch bei Führungspersonen in ihrer Gemeinschaft ein Umdenken zu Frühverheiratung.
Von Bildung für Kinder profitiert die ganze Gemeinschaft
Bildung befähigt, sich aus Abhängigkeiten zu befreien und Armut langfristig zu entfliehen. Denn sie ermöglicht Menschen, ihren Lebensunterhalt besser zu bestreiten, Lösungen für die eigenen Herausforderungen zu finden und so ihre eigene Situation zu verbessern. Jedes weitere Jahr Bildung verbessert die Zukunftschancen von Kindern – vor allem für Mädchen. Je länger ein Mädchen zur Schule geht, desto geringer ist das Risiko einer Frühverheiratung. Und auch ihr zukünftiges Einkommen steigt mit jedem weiteren Bildungsjahr um etwa 10 %.
Je mehr Kinder ihre Fähigkeiten entfalten können, desto besser können sie diese auch einsetzen, für sich und für ihre Gemeinschaft. Sie stoßen bereits in jungen Jahren Veränderungen an, so wie Nadeyli und Azeb. Oder sie sorgen als Ärzte oder Polizisten, wie Nesru und Oahn es werden wollen, dafür, dass Kinder zukünftig gesund und sicher aufwachsen.