Die Philippinen liegen in Südostasien und bestehen aus über 7.000 Inseln im Pazifik. Die Philippinen sind trotz ihres Potenzials ein Land, in dem viele Menschen weiterhin unter schwierigen Bedingungen leben. Während Teile der Bevölkerung die wirtschaftliche Entwicklung der Philippinen vorantreiben, bleibt ein großer Teil ausgeschlossen. Millionen Familien leben in Armut, besonders in ländlichen Regionen.
Zwar können viele Kinder auf den Philippinen lesen und schreiben, doch fehlende Lehrmittel, überlastete Schulen sowie nicht ausreichend qualifizierte und bezahlte Lehrerinnen und Lehrer führen dazu, dass viele die Schule früh verlassen. Statt zu lernen, müssen sie arbeiten. Kinderarbeit auf den Philippinen ist für viele Familien bittere Realität.
Auch die Lebensgrundlagen sind unsicher: Viele Familien können von der Landwirtschaft kaum leben. Unterernährung, mangelnde Hygiene und fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser erschweren den Alltag zusätzlich.
Als Hilfsorganisation auf den Philippinen arbeitet World Vision seit 1996 eng mit Gemeinschaften zusammen. Im Fokus stehen nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit und konkrete Hilfsprojekte auf den Philippinen, die Menschen stärken und Perspektiven schaffen.
World Vision auf den Philippinen
- seit 1996 vor Ort
- Sitz des Landesbüros: Manila (weitere Büros in Cebu und Davao)
- 400 Mitarbeitende machen unsere Arbeit vor Ort möglich.
- Bislang konnten wir über 30 Projekte erfolgreich abschließen.
- Hier sind wir aktiv: auf Mindanao (Süden), Luzon (Norden), Cebu (Zentral)
Ausgewählte Erfolge unserer Arbeit
- 771 Landwirtinnen und Landwirte wurden in klimaintelligenter Landwirtschaft geschult
- 425 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten Schulungen zu Klimarisiken, Resilienz und Klimarisikomanagement
- 2.443 Schulkinder lernten das 3R-Prinzip (Vermeiden, Wiederverwenden, Recyceln)
- rund 130.000 Menschen haben Schulungen über die Auswirkungen von Abfall auf Umwelt und Gesundheit besucht
Entwicklungsstand der Philippinen: Warum Hilfe dringend notwendig ist
Die Philippinen sind das weltweit am stärksten vom Klimawandel gefährdete Land. Der Inselstaat führt regelmäßig den Weltrisikoindex an, insbesondere aufgrund der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels.
Jedes Jahr treffen starke Tropenstürme auf die Inseln und hinterlassen große Zerstörung. Der Super-Taifun Goni etwa traf im Jahr 2020 rund 70 Millionen Menschen, während allein eine Sturmsaison Ende 2024 mit sechs aufeinanderfolgenden Stürmen fast drei Millionen Menschen zur Flucht zwang. Überschwemmungen, Dürren und Vulkanausbrüche verschärfen die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen zusätzlich. Viele Familien verlieren immer wieder ihre Häuser, ihre Ernten und damit ihre Existenzgrundlage.
Gleichzeitig ist die Lage in Teilen des Landes politisch angespannt. Besonders im Süden, etwa auf Mindanao und den Sulu-Inseln, kommt es immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen staatlichen Kräften und bewaffneten Gruppen. Diese Unsicherheit erschwert den Alltag vieler Menschen und behindert langfristige Entwicklung.
Auch gesellschaftliche Herausforderungen prägen das Leben vieler Menschen auf den Philippinen. Der sogenannte „War on Drugs“, der unter Ex-Präsident Rodrigo Duterte begann, kostete schätzungsweise 12.000 Menschen das Leben, darunter über 100 Kinder. Bis heute steht das Land international wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik.
Diese Kombination aus Naturkatastrophen, Armut und gesellschaftlicher Instabilität macht deutlich: Viele Menschen auf den Philippinen sind weiterhin auf Unterstützung angewiesen, um ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Stark vom Klimawandel betroffen
Die Philippinen sind das am stärksten vom Klimawandel betroffene Land weltweit.
Gewaltsame Konflikte
Es kommt immer wieder zu gewaltsamen Konflikten – vor allem im Süden.
Viele Kinder brechen die Schule ab
Überlastete Schulen, wenig gut qualifizierte Lehrkräfte und fehlende Lehrmittel sorgen für eine hohe Schulabbruchquote.
Schwerpunkte unserer Entwicklungszusammenarbeit auf den Philippinen
Die Entwicklungszusammenarbeit auf den Philippinen setzt genau dort an, wo Armut, Naturkatastrophen und fehlende Perspektiven den Alltag vieler Familien prägen. Gemeinsam mit lokalen Partnern arbeitet World Vision daran, den Entwicklungsstand der Philippinen nachhaltig zu verbessern. Zentrale Schwerpunkte unserer Hilfsprojekte auf den Philippinen:
So hilft World Vision im Bereich Gesundheit und Ernährung
Durch Schulungen in klimaintelligenter Landwirtschaft unterstützt World Vision Bäuerinnen und Bauern dabei, ihre Felder effizienter, ertragreicher und widerstandsfähiger gegenüber Klimarisiken zu bewirtschaften. So können Familien ihre Ernten sichern und ihr Einkommen stabilisieren.
Gleichzeitig trägt diese Arbeit dazu bei, die Ernährungssituation nachhaltig zu verbessern: Familien haben Zugang zu vielfältigeren und gesünderen Lebensmitteln, während Böden langfristig fruchtbar bleiben.
Lebensgrundlagen schaffen: So hilft World Vision
Durch den Aufbau und die Stärkung nachhaltiger Recycling- und Abfallmanagement-Systeme entstehen neue Einkommensmöglichkeiten für viele Familien. Menschen werden zu Abfallsammlerinnen und Abfallsammlern ausgebildet und erhalten Zugang zu Schutzkleidung sowie grundlegender Ausrüstung.
So können sie ein sicheres Einkommen erwirtschaften, ihre Lebensbedingungen verbessern und gleichzeitig aktiv zu einer saubereren und gesünderen Umwelt in ihren Gemeinschaften beitragen.
Gemeinschaften stärken und Kinder schützen
Gemeinsam mit lokalen Partnern arbeitet World Vision mit religiösen Führungspersonen, Jugendlichen sowie traditionellen Autoritäten zusammen. Ziel ist es, schädliche Praktiken wie Diskriminierung oder Ausgrenzung abzubauen und Kinder besser zu schützen.
Friedensdialoge und lokale Initiativen fördern Vertrauen, Zusammenhalt und ein sicheres Umfeld, in dem Kinder auf den Philippinen gesund aufwachsen und sich entwickeln können.
So wirkt unsere Entwicklungszusammenarbeit auf den Philippinen
Die Entwicklungszusammenarbeit auf den Philippinen zeigt, wie nachhaltige Unterstützung konkrete Veränderungen im Alltag bewirken kann: Von stabileren Lebensgrundlagen bis hin zu besseren Zukunftschancen für Kinder.
Dank der Wiederaufbauhilfe haben heute in den vom Taifun Goni betroffenen Gebieten Tausende Kinder wieder ein Zuhause.
Häufig gestellte Fragen zu unserer Hilfe auf den Philippinen
Die Philippinen liegen im sogenannten Taifun-Gürtel des westlichen Pazifiks und werden jedes Jahr von zahlreichen tropischen Wirbelstürmen getroffen. Durch den Klimawandel nehmen Intensität und Häufigkeit dieser Stürme zusätzlich zu. Die besondere geografische Lage mit über 7.000 Inseln erschwert Schutzmaßnahmen und Evakuierungen. Viele Menschen leben zudem in Regionen mit schwach ausgebauter Infrastruktur, die starken Stürmen kaum standhält. Heftige Regenfälle führen regelmäßig zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die ganze Gemeinden gefährden.
Trotz Fortschritten im Katastrophenschutz bleiben die vorhandenen Ressourcen begrenzt. Zu viele Familien sind den Auswirkungen der Naturgewalten weiterhin schutzlos ausgesetzt.
Die Philippinen zählen zu den Ländern des globalen Südens mit wachsender Wirtschaft und zunehmenden Investitionen in Infrastruktur und Bildung. Dennoch profitieren nicht alle Menschen gleichermaßen von dieser Entwicklung. Viele Familien leben weiterhin in Armut, insbesondere in ländlichen Regionen. Ungleich verteilte Einkommen, eine begrenzte Infrastruktur außerhalb der Städte und die wiederkehrenden Folgen von Naturkatastrophen erschweren stabile Lebensbedingungen.
Hinzu kommen gesellschaftliche Herausforderungen wie unsichere Arbeitsverhältnisse und fehlende soziale Absicherung. Ein Teil der Bevölkerung lebt in informellen Siedlungen ohne ausreichenden Zugang zu grundlegender Versorgung.
Menschen verlassen die Philippinen aus unterschiedlichen Gründen, die oft zusammenwirken. Besonders Naturkatastrophen zerstören regelmäßig Häuser und Lebensgrundlagen. Viele Familien verlieren dadurch ihre Existenz und sehen keine Perspektive mehr vor Ort. Hinzu kommen wirtschaftliche Herausforderungen, die viele Menschen dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen. Auch Konflikte und Unsicherheit in einigen Landesteilen sowie soziale Ungleichheit tragen dazu bei, dass Menschen innerhalb des Landes oder ins Ausland migrieren, um bessere Lebensbedingungen für sich und ihre Familien zu finden.