Philippinen, Indonesien und Sri Lanka

Globales Programm zur Schaffung gesicherter Lebensunterhalte für von Armut betroffene Bevölkerungsgruppen durch ein multisektoral etabliertes und koordiniertes Abfallmanagementsystem (PHINLA)

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Finanziert von:

Das BMZ ist für die Konzeption der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Zur Umsetzung von entwicklungspolitischen Maßnahmen unterstützt das BMZ auch Nichtregierungsorganisationen wie World Vision Deutschland. Im Finanzjahr 2017 konnten wir zwölf Projekte umsetzen, die vom BMZ gefördert wurden.

Projektzeitraum:

September 2019 - Januar 2023

Land:

Philippinen, Indonesien und Sri Lanka

Finanzvolumen:

4.159.670 Euro, (davon 3.119.752 Euro finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und 1.039.918 Euro aus Eigenmitteln von World Vision Deutschland)

Projektbeschreibung:

Trotz der sich allgemein verbesserten Situation der Länder Indonesien, Sri Lanka und Philippinen leben viele Menschen weiterhin unterhalb der Armutsgrenze. Das Wirtschaftswachstum führte in den Ländern zu hohen Urbanisierungsraten mit wachsenden Slums ohne Existenzperspektiven sowie zu einem immensen Wachstum der täglichen Müllproduktion ohne geeignete Trenn- und Recyclingsysteme. Insbesondere die Projektgebiete Quezon City in Luzon, Cagayan de Oro City und Davao City in Mindanao auf den Philippinen, Jakarta Distrikt in Indonesien sowie Ja-Ela & Wattala (Westprovinz) und Jaffna Distrikt in Sri Lanka sind stark von diesen Entwicklungen betroffen. Sie alle weisen ein schwaches Abfallmanagement auf, Recycling wird nicht systematisch praktiziert und ein großer Teil der armen Bevölkerung arbeitet als AbfallsammlerIn um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Diese Arbeit findet jedoch ausschließlich im informellen Sektor statt und ist somit weder von der Regierung nicht anerkannt und auch die Bevölkerung und die AbfallsammlerInnen selbst erkennen die wichtige Bedeutung der Arbeit nicht an. Zudem sind sie gesundheitlichen Risiken ausgesetzt und weder kranken- noch sozialversichert.

Die städtische Bevölkerung Indonesiens (rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung) erzeugt schätzungsweise 85.000 Tonnen festen Abfall pro Tag. Etwa 40% davon landet auf meist offenen Deponien, die ein hohes Umwelt- und Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung darstellen. Auf den Philippinen sind es etwa 41.100 Tonnen Abfall und in Sri Lanka 7.500 Tonnen mit steigenden Tendenzen. Die mangelhaften Abfallentsorgungs- und Recyclingsysteme führen in allen drei Ländern - Indonesien, Sri Lanka, und den Philippinen – zu extremer Wasser-, Luft-, und Umweltverschmutzung.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Ziel des Projektes ist es ein besseres Abfallmanagement- und Recyclingsystem in allen Projektregionen der drei Länder zu etablieren. Die von Armut betroffene Bevölkerung, die sich als AbfallsammlerInnen betätigt sollen durch formelle Arbeitsverhältnisse ein sicheres Einkommen erwirtschaften können. Hierzu wird von World Vision und den Projektpartnern in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden ein Schulungsplan für AbfallsammlerInnen entwickelt, um diese bzgl. Abfalltrennung und Recycling zu schulen. Sie erhalten eine Ausstattung, Schutzkleidung und die Möglichkeit sich gegen Risiken wie Krankheit oder Unfälle zu versichern. Zusätzlich werden sie darin bestärkt sich in Spargruppen zu organisieren, um Spareinlagen für einen besseren Lebensunterhalt zu bilden.

Weiterhin unterstützt das Projekt die Kommunen im Aufbau von Müllsammelstellen, Abfallbanken und Materialrückgewinnungsanlagen zur Entsorgung und zum Recycling des Abfalls. Um die regelmäßige Müllabholung zu gewährleisten sollen Abfallsammelwagen bereitgestellt werden, um die immensen Mengen des städtischen Abfalls zu bewältigen. Zur Stärkung der Abfallwirtschaftssysteme zählt auch die Festlegung von festen Sammlungszeiten und Richtlinien durch die Bezirksregierungen. Zusätzlich wird World Vision mit seinen Partnern Aufklärungskampagnen in den einzelnen Projektgebieten veranstalten, um die Bevölkerung für den Klimaschutz und die Notwendigkeit funktionierender Abfallentsorgungs- und Recyclingsystemen zu sensibilisieren. Ziel ist es innerhalb der Bevölkerung mehr Eigenverantwortung im Umgang mit Verpackungen, in der Wiederverwendung von Materialien, der Mülltrennung, der Abfallreduktion und in der angemessenen Entsorgung des Abfalls zu bewirken. Die Aufklärungskampagnen umfassen ebenfalls Beiträge die im Social Media, im Radio, und Fernsehen ausgestrahlt und durch Plakate publiziert werden. Darüber hinaus wird die Öffentlichkeitsarbeit auf Schulen ausgeweitet, um auch Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz zu gewinnen. Auch die Gründung von Abfallsammlerverbänden ist geplant, um auf nationaler Ebene bessere Arbeitsbedingungen und mehr soziale Akzeptanz für Abfallsammler zu erzielen. Vertreter dieser Verbände aus allen drei Ländern werden sich auf internationalen Konferenzen austauschen und gemeinsame Strategien erarbeiten und somit Veränderungen auf politischer Ebene herbei führen zu können.

An wen richtet sich die Hilfe?

Das Projekt erreicht rund 111.000 Bewohner der genannten Projektregionen, darunter AbfallsammlerInnen, Bewohner städtischer Slums, die armutsgefährdet sind, Schüler, sowie Mitarbeiter lokaler Behörden. Darüber hinaus richtet sich das Projekt an 598.628 Bevölkerungsmitglieder, die durch großangelegte Kampagnen innerhalb der ländlichen Gebiete erreicht werden sollen.