World Vision in Ghana
- seit 1979 vor Ort
- Sitz des Landesbüros: Accra
- 235 Mitarbeitende vor Ort machen unsere Entwicklungszusammenarbeit in Ghana möglich.
- Anzahl der Projekte in 2025: 8
- Hier sind wir aktiv: in 13 von 16 administrativen Regionen Ghanas.
Ausgewählte Erfolge unserer Entwicklungszusammenarbeit in Ghana
- 315 neue Spargruppen mit insgesamt knapp 4000 Mitgliedern wurden gegründet
- ca. 1500 Personen haben Training in einkommensschaffenden Tätigkeiten bekommen (z.B. in der Produktion von Seifen oder Honig)
- ca. 100.000 Personen haben Zugang zu Trinkwasser erhalten
- ca. 50.000 Personen haben auf Haushaltsebene Zugang zu grundlegenden sanitären Einrichtungen bekommen
- 43 Schulen wurden mit Wasserzugängen ausgestattet
- 1640 Kindern wurde dabei geholfen, in das nationale Gesundheitsversicherungssystem aufgenommen zu werden
Aktuelle Lage: Darum ist Entwicklungszusammenarbeit in Ghana notwendig
Trotz wirtschaftlicher Fortschritte steht Ghana vor tiefgreifenden sozialen, strukturellen und humanitären Herausforderungen – besonders in den ländlichen Regionen.
Die Inflation liegt weiterhin auf hohem Niveau (2024: 23,8 % zum Jahresende) und verteuert Lebensmittel, Energie und lebenswichtige Güter erheblich. Vor allem einkommensschwache Familien sind betroffen: Rund 27 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, 42 % leben in Ernährungsunsicherheit. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit mit 10 % hoch und 80 % der Beschäftigten arbeiten im informellen Sektor, häufig ohne Absicherung oder faire Löhne.
Die soziale Ungleichheit zwischen dem wirtschaftlich stärkeren Süden und dem benachteiligten Norden nimmt zu. Dort fehlt es an Straßen, Infrastruktur, Strom, Gesundheitszentren und Zugang zu Märkten. Besonders gravierend ist die Lage im Bildungsbereich: Etwa eine Million Kinder gehen nicht zur Schule, aus Mangel an Lernmaterialien, qualifizierten Lehrkräften oder sicheren Schulwegen. Auch Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche sind vielerorts nicht vorhanden.
In ländlichen Regionen haben 8 % der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 40 % leben ohne Toiletten oder sanitäre Anlagen. Das begünstigt die Verbreitung vermeidbarer Krankheiten wie Durchfall, Parasiten oder Atemwegserkrankungen. Die Gesundheitsversorgung ist vielerorts unzureichend, da es an ausgebildetem Personal und Präventionsprogrammen fehlt.
Zudem sieht sich Ghana zunehmenden Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Konflikte im benachbarten Burkina Faso und anderen Sahelstaaten führen zu steigenden Flüchtlingszahlen im Norden, wo es wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam Die lokale Infrastruktur ist den Belastungen kaum gewachsen, und auch die politische Stabilität wird zunehmend herausgefordert.
27 % der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze
Die Arbeitslosigkeit ist hoch und viele Menschen arbeiten ohne Absicherung oder faire Löhne.
8 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
Viele leben auch ohne Toiletten oder sanitäre Anlagen. Krankheiten wie Durchfall sind daher weit verbreitet.
Etwa eine Million Kinder gehen nicht zur Schule
Grund dafür sind Mangel an Lernmaterialien und qualifizierten Lehrkräften, aber auch unsichere Schulwege.
Schwerpunkte unserer Entwicklungszusammenarbeit in Ghana
World Vision arbeitet in Ghana entlang klar definierter Entwicklungsziele, die gemeinsam mit Gemeinden, lokalen Partnern und staatlichen Institutionen umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen Kinder, ihre Familien und ihr Umfeld, mit dem Fokus auf Schutz, Bildung, Gesundheit, Wasser und nachhaltige Lebensgrundlagen.
Unsere zentralen Schwerpunkte:
Bildung & Leseförderung
Bildung ist der Schlüssel für Entwicklung. Doch in vielen Regionen Ghanas fehlt es an Schulmaterialien, qualifizierten Lehrkräften oder sogar Schulgebäuden. World Vision stärkt frühkindliche Bildung, stattet Kindergärten mit Materialien aus und schult Lehrkräfte in modernen Unterrichtsmethoden.
Kinder werden durch Lesecamps, Wettbewerbe und Lesetrainings gezielt gefördert. Auch Eltern werden in die Bildungsarbeit eingebunden: etwa durch gemeinsames Lesen oder die Herstellung eigener Lernmaterialien.
Kinderschutz & Gleichberechtigung
Kinder in Ghana sind häufig von Kinderarbeit, Frühverheiratung oder Gewalt betroffen. World Vision stärkt den Kinderschutz durch Aufklärung in Gemeinschaften, Schulungen für Eltern und Betreuungspersonen sowie durch den Aufbau lokaler Schutzstrukturen. Besonders Mädchen werden gezielt unterstützt: etwa durch Programme gegen Frühverheiratung oder sexualisierte Gewalt. Auch die Bedeutung von Geburtsurkunden wird vermittelt, da sie Grundlage für Schulbesuch, Ausbildung und spätere Berufsausübung sind.
Gesundheit, Ernährung & nachhaltige Lebensgrundlagen
Ghanas Gesundheitsstationen sind vielerorts unterversorgt. World Vision verbessert die Infrastruktur, stattet Einrichtungen mit medizinischem Equipment aus und unterstützt bei Impfkampagnen.
Familien werden in gesunder Ernährung, Krankheitsprävention und Hygiene geschult. Ziel ist es, vermeidbare Krankheiten zu reduzieren und Mangelernährung bei Kindern vorzubeugen. Besonders Mütter und Kleinkinder stehen im Fokus der Gesundheitsprojekte.
In Punkto nachhaltige Lebensgrundlagen bietet World Vision in Ghana Trainings in klimagerechter Landwirtschaft, Viehzucht, Unternehmertum und Finanzmanagement an. Neue Spargruppen fördern finanzielle Selbstständigkeit. Besonders junge Menschen und Frauen erhalten gezielte Unterstützung.
Wasser, Sanitärversorgung & Hygiene (WASH)
In ländlichen Regionen fehlt es oft an sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. World Vision bohrt Brunnen, baut solarbetriebene Wasseranlagen und richtet Handwaschstationen ein – in Haushalten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden entstehen Wasserkomitees, die für Instandhaltung und Pflege zuständig sind. Durch Aufklärung zu Händewaschen und Hygiene werden Infektionskrankheiten gezielt bekämpft.
Erfolge unserer Arbeit: So wirkt unsere Entwicklungszusammenarbeit in Ghana
Unsere Entwicklungszusammenarbeit in Ghana zeigt ihre Wirkung. Mit gezielten Programmen in den Bereichen Bildung, Wasser, Gesundheit, Kinderschutz und Einkommen erreichen wir jährlich Hunderttausende Menschen.
Die folgenden Beispiele zeigen, was möglich wird, wenn wir unsere langfristigen Hilfsprojekte konsequent umsetzen:
Häufig gestellte Fragen zu unseren Hilfsprojekten in Ghana
Ghana zählt trotz wirtschaftlicher Fortschritte in einigen Sektoren weiterhin zu den sogenannten Entwicklungs- oder Transformationsländern.
- Große Teile der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenzen
- leiden unter Ernährungsunsicherheit und
- haben nur eingeschränkten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen.
Besonders in den ländlichen Regionen ist die Infrastruktur unzureichend. Auch die Unterschiede zwischen Nord und Süd sind groß, sowohl wirtschaftlich als auch sozial. Genau hier setzen unsere Hilfsprojekte in Ghana an: mit gezielter Entwicklungszusammenarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe.
Ghana gilt als eine der stabileren Demokratien Westafrikas. Das Land ist eine Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem. Präsident Nana Akufo-Addo wurde zuletzt 2020 wiedergewählt und die aktuelle Regierungspartei ist die New Patriotic Party (NPP).
Trotz politischer Stabilität hat das Land mit großen sozialen Herausforderungen zu kämpfen: Regionale Ungleichheiten, Inflation, Arbeitslosigkeit und wachsende Flüchtlingsbewegungen aus dem Norden belasten die gesellschaftliche Stabilität. Die Menschenrechtslage wird im regionalen Vergleich als relativ gut eingeschätzt, bleibt jedoch durch Armutsfolgen und strukturelle Defizite herausgefordert.
Viele Kinder und Jugendliche in Ghana wachsen mit einem geringen Zugang zu einer guten Ernährung, Gesundheitsversorgung und Schul- und Ausbildung auf. Unsere Arbeit vor Ort leistet einen Beitrag, dass diese Kinder wieder auf eine bessere Zukunft hoffen können.