Entwicklungszusammenarbeit in Ghana

Vor Ort aktiv seit 1979.

Ghana zählt zu den politisch stabileren Ländern Westafrikas und zeigt in Bildung, Demokratie und wirtschaftlicher Entwicklung wichtige Fortschritte. Doch die Realität vieler Menschen bleibt von Armut, mangelnder Infrastruktur und wachsenden Herausforderungen geprägt, besonders in den ländlichen Regionen Ghanas. Etwa 27 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, rund 42 % sind von mäßiger bis schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen
Große Teile des Landes gelten als sicher, doch im Norden kam es zuletzt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Bevölkerungsgruppen und zu einem Anstieg von Flüchtlingsbewegungen aus angrenzenden Krisenregionen.
Viele Familien leben von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Kinder müssen oft kilometerweit laufen, um Wasser zu holen - meist aus unsicheren Quellen. Latrinen oder Handwaschstationen gibt es nur selten, das Bewusstsein für Hygiene ist begrenzt. In der Folge breiten sich Krankheiten schneller aus und der Schulbesuch bleibt für viele unerreichbar. Auch der Zugang zu Leseförderung, frühkindlicher Bildung und medizinischer Versorgung ist vielerorts unzureichend.
World Vision ist seit 1979 in Ghana aktiv. Heute arbeiten über 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in fast allen Regionen des Landes daran, Kindern und Familien eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Unsere Arbeit konzentriert sich auf Leseförderung, Bildung, Kinderschutz, Wasser- und Sanitärversorgung, Gesundheit und wirtschaftliche Stärkung - immer gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Ihre Spende für Ghana unterstützt uns bei unserer Entwicklungszusammenarbeit vor Ort.
 

World Vision in Ghana

  • seit 1979 vor Ort
  • Sitz des Landesbüros: Accra
  • 235 Mitarbeitende vor Ort machen unsere Entwicklungszusammenarbeit in Ghana möglich.
  • Anzahl der Projekte in 2025: 8
  • Hier sind wir aktiv: in 13 von 16 administrativen Regionen Ghanas.
     

Ausgewählte Erfolge unserer Entwicklungszusammenarbeit in Ghana

  • 315 neue Spargruppen mit insgesamt knapp 4000 Mitgliedern wurden gegründet
  • ca. 1500 Personen haben Training in einkommensschaffenden Tätigkeiten bekommen (z.B. in der Produktion von Seifen oder Honig)
  • ca. 100.000 Personen haben Zugang zu Trinkwasser erhalten
  • ca. 50.000 Personen haben auf Haushaltsebene Zugang zu grundlegenden sanitären Einrichtungen bekommen
  • 43 Schulen wurden mit Wasserzugängen ausgestattet
  • 1640 Kindern wurde dabei geholfen, in das nationale Gesundheitsversicherungssystem aufgenommen zu werden
     

Aktuelle Lage: Darum ist Entwicklungszusammenarbeit in Ghana notwendig

Trotz wirtschaftlicher Fortschritte steht Ghana vor tiefgreifenden sozialen, strukturellen und humanitären Herausforderungen – besonders in den ländlichen Regionen.
Die Inflation liegt weiterhin auf hohem Niveau (2024: 23,8 % zum Jahresende) und verteuert Lebensmittel, Energie und lebenswichtige Güter erheblich. Vor allem einkommensschwache Familien sind betroffen: Rund 27 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, 42 % leben in Ernährungsunsicherheit. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit mit 10 % hoch und 80 % der Beschäftigten arbeiten im informellen Sektor, häufig ohne Absicherung oder faire Löhne.
Die soziale Ungleichheit zwischen dem wirtschaftlich stärkeren Süden und dem benachteiligten Norden nimmt zu. Dort fehlt es an Straßen, Infrastruktur, Strom, Gesundheitszentren und Zugang zu Märkten. Besonders gravierend ist die Lage im Bildungsbereich: Etwa eine Million Kinder gehen nicht zur Schule, aus Mangel an Lernmaterialien, qualifizierten Lehrkräften oder sicheren Schulwegen. Auch Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche sind vielerorts nicht vorhanden.
In ländlichen Regionen haben 8 % der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 40 % leben ohne Toiletten oder sanitäre Anlagen. Das begünstigt die Verbreitung vermeidbarer Krankheiten wie Durchfall, Parasiten oder Atemwegserkrankungen. Die Gesundheitsversorgung ist vielerorts unzureichend, da es an ausgebildetem Personal und Präventionsprogrammen fehlt.
Zudem sieht sich Ghana zunehmenden Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Konflikte im benachbarten Burkina Faso und anderen Sahelstaaten führen zu steigenden Flüchtlingszahlen im Norden, wo es wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam Die lokale Infrastruktur ist den Belastungen kaum gewachsen, und auch die politische Stabilität wird zunehmend herausgefordert.
 

Icon Euro

27 % der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze

Die Arbeitslosigkeit ist hoch und viele Menschen arbeiten ohne Absicherung oder faire Löhne.

Trinkwasser Zugang

8 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser

Viele leben auch ohne Toiletten oder sanitäre Anlagen. Krankheiten wie Durchfall sind daher weit verbreitet.

Icon Bildung

Etwa eine Million Kinder gehen nicht zur Schule

Grund dafür sind Mangel an Lernmaterialien und qualifizierten Lehrkräften, aber auch unsichere Schulwege.

Schwerpunkte unserer Entwicklungszusammenarbeit in Ghana

World Vision arbeitet in Ghana entlang klar definierter Entwicklungsziele, die gemeinsam mit Gemeinden, lokalen Partnern und staatlichen Institutionen umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen Kinder, ihre Familien und ihr Umfeld, mit dem Fokus auf Schutz, Bildung, Gesundheit, Wasser und nachhaltige Lebensgrundlagen.
Unsere zentralen Schwerpunkte:
 

Bildung Ghana

Bildung & Leseförderung

Bildung ist der Schlüssel für Entwicklung. Doch in vielen Regionen Ghanas fehlt es an Schulmaterialien, qualifizierten Lehrkräften oder sogar Schulgebäuden. World Vision stärkt frühkindliche Bildung, stattet Kindergärten mit Materialien aus und schult Lehrkräfte in modernen Unterrichtsmethoden. 
Kinder werden durch Lesecamps, Wettbewerbe und Lesetrainings gezielt gefördert. Auch Eltern werden in die Bildungsarbeit eingebunden: etwa durch gemeinsames Lesen oder die Herstellung eigener Lernmaterialien.
 

Schwerpunkt Child Protection

Kinderschutz & Gleichberechtigung

Kinder in Ghana sind häufig von Kinderarbeit, Frühverheiratung oder Gewalt betroffen. World Vision stärkt den Kinderschutz durch Aufklärung in Gemeinschaften, Schulungen für Eltern und Betreuungspersonen sowie durch den Aufbau lokaler Schutzstrukturen. Besonders Mädchen werden gezielt unterstützt: etwa durch Programme gegen Frühverheiratung oder sexualisierte Gewalt. Auch die Bedeutung von Geburtsurkunden wird vermittelt, da sie Grundlage für Schulbesuch, Ausbildung und spätere Berufsausübung sind.
 

Gesundheit Ghana

Gesundheit, Ernährung & nachhaltige Lebensgrundlagen

Ghanas Gesundheitsstationen sind vielerorts unterversorgt. World Vision verbessert die Infrastruktur, stattet Einrichtungen mit medizinischem Equipment aus und unterstützt bei Impfkampagnen. 
Familien werden in gesunder Ernährung, Krankheitsprävention und Hygiene geschult. Ziel ist es, vermeidbare Krankheiten zu reduzieren und Mangelernährung bei Kindern vorzubeugen. Besonders Mütter und Kleinkinder stehen im Fokus der Gesundheitsprojekte.
In Punkto nachhaltige Lebensgrundlagen bietet World Vision in Ghana Trainings in klimagerechter Landwirtschaft, Viehzucht, Unternehmertum und Finanzmanagement an. Neue Spargruppen fördern finanzielle Selbstständigkeit. Besonders junge Menschen und Frauen erhalten gezielte Unterstützung. 
 

Wash

Wasser, Sanitärversorgung & Hygiene (WASH)

In ländlichen Regionen fehlt es oft an sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. World Vision bohrt Brunnen, baut solarbetriebene Wasseranlagen und richtet Handwaschstationen ein – in Haushalten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden entstehen Wasserkomitees, die für Instandhaltung und Pflege zuständig sind. Durch Aufklärung zu Händewaschen und Hygiene werden Infektionskrankheiten gezielt bekämpft.

Erfolge unserer Arbeit: So wirkt unsere Entwicklungszusammenarbeit in Ghana

Unsere Entwicklungszusammenarbeit in Ghana zeigt ihre Wirkung. Mit gezielten Programmen in den Bereichen Bildung, Wasser, Gesundheit, Kinderschutz und Einkommen erreichen wir jährlich Hunderttausende Menschen.
Die folgenden Beispiele zeigen, was möglich wird, wenn wir unsere langfristigen Hilfsprojekte konsequent umsetzen:
 

Stories
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Erfolgsgeschichte Kakaoanbau
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Nachhaltiger Kakaoanbau stärkt Familien und Gemeinschaften
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Durch die Unterstützung des Mondelez-Cocoa-Life-Projekts hat sich die ehemals stark benachteiligte Gemeinde Sekyere Adiembra nachhaltig verändert. Neue Schulgebäude, Lehrerunterkünfte und Bildungsprogramme haben dazu geführt, dass Kinder heute regelmäßig zur Schule gehen statt auf den Kakaofeldern zu arbeiten. Verbesserte landwirtschaftliche Schulungen und Ausrüstung steigern die Erträge der Kakaobauern und sichern langfristig die Lebensgrundlagen der Familien.

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Erfolgsgeschichte Mangelernährung
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Gesund aufwachsen dank Wissen und Gemeinschaft
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Die vierjährige Klenam aus einer Gemeinde in Ghana litt wie viele Kinder in ihrer Region an Mangelernährung, obwohl ausreichend Lebensmittel vorhanden waren. Ihrer Mutter fehlte das Wissen, wie man mit lokalen Zutaten ausgewogene Mahlzeiten für Kinder zubereitet. Durch ein Gesundheits-Programm lernte sie in praktischen Kochkursen, wie oft und wie viel ihr Kind essen sollte. Innerhalb von drei Monaten nahm Klenam deutlich zu und ist heute gesund und kräftig. 

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Deborah Bild Ghana
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Deborahs Weg zu Bildung und Chancen
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Deborah, 14 Jahre alt, zeigt große Lernfreude und Ehrgeiz, weshalb ihre Familie näher an eine gute Schule zog. Trotz anfänglicher Enttäuschung über ihre Noten arbeitet sie weiter fleißig und wird von ihrer Familie und ihrer Patin unterstützt. Auch ihre Familie profitiert von der Patenschaft bei World Vision. Ihr Vater hat die Gemeinde durch saubere Toiletten und eine funktionierende Wasserversorgung verbessert, während ihre Großmutter mit einer Spargruppe erfolgreich Einkommen erwirtschaftet und investiert. 

Häufig gestellte Fragen zu unseren Hilfsprojekten in Ghana

Question & Answer Section
Question
Warum ist Ghana ein Entwicklungsland?

Ghana zählt trotz wirtschaftlicher Fortschritte in einigen Sektoren weiterhin zu den sogenannten Entwicklungs- oder Transformationsländern. 

 

  • Große Teile der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenzen
  • leiden unter Ernährungsunsicherheit und
  • haben nur eingeschränkten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen.


Besonders in den ländlichen Regionen ist die Infrastruktur unzureichend. Auch die Unterschiede zwischen Nord und Süd sind groß, sowohl wirtschaftlich als auch sozial. Genau hier setzen unsere Hilfsprojekte in Ghana an: mit gezielter Entwicklungszusammenarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe.
 

Question
Wie ist die politische Lage in Ghana?

Ghana gilt als eine der stabileren Demokratien Westafrikas. Das Land ist eine Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem. Präsident Nana Akufo-Addo wurde zuletzt 2020 wiedergewählt und die aktuelle Regierungspartei ist die New Patriotic Party (NPP). 
Trotz politischer Stabilität hat das Land mit großen sozialen Herausforderungen zu kämpfen: Regionale Ungleichheiten, Inflation, Arbeitslosigkeit und wachsende Flüchtlingsbewegungen aus dem Norden belasten die gesellschaftliche Stabilität. Die Menschenrechtslage wird im regionalen Vergleich als relativ gut eingeschätzt, bleibt jedoch durch Armutsfolgen und strukturelle Defizite herausgefordert.
 

Viele Kinder und Jugendliche in Ghana wachsen mit einem geringen Zugang zu einer guten Ernährung, Gesundheitsversorgung und Schul- und Ausbildung auf. Unsere Arbeit vor Ort leistet einen Beitrag, dass diese Kinder wieder auf eine bessere Zukunft hoffen können.
Bettina Schilling, Regionalreferntin Afrika