Nach Brasilien und Argentinien ist Peru das drittgrößte Land Lateinamerikas. In den vergangenen Jahren hat sich die Wirtschaft positiv entwickelt und viele Familien konnten ihre Lebenssituation verbessern. Gleichzeitig profitieren nicht alle Menschen gleichermaßen von diesem Fortschritt – besonders in ländlichen Regionen und in indigenen Gemeinschaften bleibt Armut eine große Herausforderung.
Kinder wachsen oft unter schwierigen Bedingungen auf. Viele Schulen sind schlecht ausgestattet, es fehlt an Infrastruktur und gut ausgebildeten Lehrkräften. Dadurch haben viele Mädchen und Jungen Probleme beim Lesen, Schreiben und Rechnen – wichtige Grundlagen für ihre Zukunft. Auch für junge Erwachsene ist der Weg in ein selbstständiges Leben nicht einfach, denn Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten sind begrenzt.
Hinzu kommt, dass Kinderrechte nicht überall ausreichend geschützt sind. Viele Familien kämpfen täglich darum, ihren Kindern Sicherheit, Bildung und Perspektiven zu ermöglichen.
Gemeinsam mit den Menschen vor Ort setzt sich World Vision dafür ein, genau das zu verändern. Seit 2006 arbeiten wir in Peru eng mit Gemeinden zusammen, stärken Kinder, fördern Bildung und schaffen neue Chancen für Familien – Schritt für Schritt und nachhaltig.
World Vision Peru
- Seit 2006 vor Ort.
- Sitz des Landesbüro: Lima
- Hier sind wir aktiv: Huancavelica und Ayacucho
- Finanzvolumen 2025: ca. 917.500 €
Ausgewählte Erfolge unserer Hilfe in Peru
- Über 2.600 Schülerinnen und Schüler wurden in Katastrophenvorsorge geschult.
- Familien verbesserten ihre Ernährungssicherheit durch den Aufbau von Hausgärten und nachhaltigen Anbaumethoden.
- Freiwillige Gesundheitshelferinnen und Gesundheitshelfer wurden ausgebildet und unterstützen bei Gesundheits- und Ernährungsfragen.
- Frauen erhielten Unterstützung beim Aufbau eigener Einkommensquellen und kleiner Unternehmen.
- Schulen und sanitäre Einrichtungen wurden renoviert, um Kindern ein sicheres Lernumfeld zu ermöglichen.
Aktuelle Lage in Peru: Warum Hilfe notwendig ist
Peru hat in den vergangenen Jahrzehnten bedeutende wirtschaftliche Fortschritte erzielt. Dennoch profitieren nicht alle Menschen gleichermaßen von dieser Entwicklung. Besonders in ländlichen Regionen und abgelegenen Berggebieten leben viele Familien weiterhin in Armut. Die Folgen der COVID-19-Pandemie, politische Instabilität und die steigenden Auswirkungen des Klimawandels haben bestehende Ungleichheiten zusätzlich verschärft.
Kinder und Jugendliche gehören zu den am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen. Viele wachsen unter schwierigen Bedingungen auf: Mangelernährung, Anämie, unzureichender Zugang zu Gesundheitsdiensten und Bildungsangeboten sowie Gewalt im familiären Umfeld beeinträchtigen ihre Entwicklung. Gleichzeitig sehen sich Familien immer häufiger mit Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdrutschen und Kältewellen konfrontiert, die Häuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen beschädigen und Existenzen bedrohen.
Besonders besorgniserregend ist die Situation der psychischen Gesundheit junger Menschen. Viele Kinder und Jugendliche leiden unter emotionalen Belastungen, Ängsten und Zukunftssorgen. Mädchen sind dabei häufig besonderen Risiken ausgesetzt, etwa durch geschlechtsspezifische Gewalt oder fehlende Bildungs- und Entwicklungsperspektiven.
Auch indigene Bevölkerungsgruppen und Menschen in abgelegenen Regionen sind nach wie vor benachteiligt. Die staatliche Versorgung ist dort oft unzureichend, während Umweltzerstörung, Entwaldung und illegaler Bergbau die natürlichen Lebensgrundlagen vieler Familien gefährden.
Deshalb setzt sich World Vision gemeinsam mit lokalen Partnern dafür ein, Kinder zu schützen, Familien zu stärken und Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber Krisen und den Folgen des Klimawandels zu machen.
Viele Kinder haben keinen ausreichenden Schutz
Der Zugang zu Gesundheits , Schutz- und Ernährungsangeboten ist begrenzt und Gewalt im familiären Umfeld wird gesellschaftliche toleriert.
2,5 Millionen Kinder sind Naturkatastrophen ausgesetzt
Überschwemmungen, Erdrutsche und extreme Kälte betreffen über 2,5 Millionen Kinder.
3 von 10 Kindern sind psychisch belastet
Rund 30 % der Kinder und Jugendlichen zeigen Risiken für ihre mentale Gesundheit.
Entwicklungszusammenarbeit in Peru
Unsere Arbeit setzt dort an, wo Kinder und Familien besonders dringend Unterstützung brauchen. Gemeinsam mit Gemeinschaften und lokalen Partnern stärkt World Vision Strukturen vor Ort, damit die Hilfe vor Ort langfristig ihre Wirkung entfalten kann. Unsere zentralen Schwerpunkte:
So hilft World Vision im Bereich Gesundheit und Ernährung
Gesunde Kinder haben bessere Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft. Deshalb unterstützt World Vision Familien dabei, Krankheiten vorzubeugen und die Ernährung von Kindern nachhaltig zu verbessern.
In den Projektregionen werden Eltern und Betreuungspersonen über Hygiene, gesunde Ernährung und frühkindliche Entwicklung informiert. Gesundheitskampagnen helfen dabei, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und vorzubeugen. Gleichzeitig werden Kinder regelmäßig hinsichtlich ihres Wachstums und ihres Ernährungszustandes begleitet.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung freiwilliger Gesundheitshelferinnen und Gesundheitshelfer sowie der Fortbildung medizinischer Fachkräfte. Dadurch verbessert sich die Qualität der Gesundheitsversorgung auch in abgelegenen Gemeinden.
Um die Ernährungssicherheit langfristig zu stärken, unterstützt World Vision Familien beim Anlegen von Gemüse- und Obstgärten sowie bei nachhaltigen Anbaumethoden. So können Familien ihre Ernährung verbessern und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten schaffen.
So hilft World Vision im Bereich Bildung
Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben. Viele Kinder in ländlichen Regionen Perus haben jedoch Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Hinzu kommen große Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. World Vision fördert deshalb die Lesekompetenz von Kindern durch das Programm „Unlock Literacy“. Schulen erhalten Bücher, Lernmaterialien und Unterstützung bei der Einrichtung von Bibliotheken. Lehrkräfte werden in innovativen und aktiven Lernmethoden geschult, um Kinder besser fördern zu können. Darüber hinaus stärkt World Vision soziale und emotionale Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Sie lernen, ihre Meinung zu äußern, Konflikte gewaltfrei zu lösen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. So entstehen sichere und kinderfreundliche Lernumgebungen, in denen sich Kinder entfalten können.
So hilft World Vision im Bereich Kinderschutz
Jedes Kind hat das Recht auf Schutz vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung. Dennoch erleben viele Kinder in Peru Gewalt im häuslichen Umfeld oder in ihrem sozialen Umfeld.
World Vision arbeitet deshalb eng mit Familien, Schulen, Gemeinschaften und staatlichen Institutionen zusammen, um Kinder besser zu schützen. Eltern und Betreuungspersonen nehmen an Schulungen zu gewaltfreier und geschlechtersensibler Erziehung teil und lernen, wie sie die Entwicklung ihrer Kinder positiv begleiten können.
Kinder, die Gewalt erfahren haben, erhalten psychosoziale Unterstützung und Begleitung. Gleichzeitig stärkt World Vision lokale Schutzsysteme und unterstützt Behörden und Einrichtungen dabei, Fälle von Gewalt frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.
So hilft World Vision im Bereich Lebensgrundlagen
Armut lässt sich nur nachhaltig bekämpfen, wenn Familien langfristige Einkommensperspektiven erhalten. Deshalb unterstützt World Vision Familien und Jugendliche dabei, ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Frauen werden bei der Entwicklung eigener Geschäftsideen gefördert und erhalten Schulungen zu Unternehmertum, Einkommenserwirtschaftung und finanzieller Selbstständigkeit. Jugendliche profitieren von Berufsorientierungsmaßnahmen und dem „Youth Ready“-Ansatz, der sie auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet. Darüber hinaus helfen Hausgärten, Kleintierhaltung und landwirtschaftliche Trainings dabei, die Ernährungssituation zu verbessern und zusätzliche Einkommensquellen zu schaffen.
So hilft World Vision im Bereich WASH (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene)
World Vision führt Hygieneschulungen für Eltern, Betreuungspersonen und Kinder durch. In Schulen werden Händewaschkampagnen umgesetzt, die das Bewusstsein für Krankheitsprävention stärken.
Familien lernen, wie sie durch einfache Hygienemaßnahmen Infektionen vermeiden und die Gesundheit ihrer Kinder schützen können.
Die Verbindung von Hygieneaufklärung, Gesundheitsförderung und Ernährungsmaßnahmen trägt dazu bei, Krankheiten vorzubeugen und die Lebensqualität von Kindern nachhaltig zu verbessern.
Wirkung unserer Entwicklungszusammenarbeit in Peru
Die Arbeit von World Vision setzt nicht nur bei einzelnen Problemen an, sondern stärkt Kinder, Familien und Gemeinschaften ganzheitlich. Kinder erhalten bessere Bildungs- und Entwicklungschancen, Familien verbessern ihre Ernährung und Einkommenssituation und Gemeinden werden widerstandsfähiger gegenüber Krisen und Naturkatastrophen.
Besonders wichtig ist dabei die Förderung liebevoller Beziehungen innerhalb der Familie. Wenn Kinder in einem sicheren Umfeld aufwachsen, ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden und sie Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln können, entstehen langfristige Perspektiven für die gesamte Gemeinschaft.
Bei vielen Familien im ländlichen Kontext sind körperliche Nähe und Zuneigung nicht üblich, und das beeinflusst die Entwicklung von kleinen Kindern und später Heranwachsenden, sowie das emotionale Verhältnis zu ihren Eltern. Wir arbeiten mit allen Familienmitgliedern daran, dass ihre Beziehung zueinander besser wird und Eltern lernen, wie sie auf Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen können, und wie Kinder Selbstvertrauen gewinnen, diese auch zu äußern, und ihre Talente zu entwickeln.