Nothilfe nach Zyklonen „Idai“ und „Kenneth“

Familien in Mosambik, Simbabwe und Malawi benötigen weiterhin Hilfe

Der Zyklon „Idai“ hat in Mosambik, Simbabwe und Malawi bereits 1.100 Menschen das Leben gekostet. In manchen Gegenden stand das Wasser bis zu acht Meter hoch. Etwa 2,8 Millionen Menschen – darunter 1,4 Millionen Kinder – sind von der Katastrophe betroffen.

Mit Zyklon „Kenneth“ wurde Mosambik nun erneut von einem schweren Sturm getroffen. Das volle Ausmaß der Schäden wird erst nach und nach sichtbar.

Langsam werden die durch Zyklon „Idai“ überfluteten Gebiete wieder trocken, sodass Organisationen jetzt Hilfen in die meisten Orte bringen können. Die Menschen sind allerdings weiterhin in höchster Gefahr, ihnen drohen Hunger und Krankheiten. Insbesondere durch verschmutztes Trinkwasser ist die Verbreitung von Krankheiten wie Durchfall und Cholera, sowie Malaria und Typhus begünstigt.

Überflutung nach Zyklon Idai
Überflutung Mosambik
Das Schlimmste kommt erst noch. Den Menschen drohen Hunger und Krankheiten.
Harry Donsbach, Leiter der Humanitären Hilfe von World Vision
Zyklon Idai Nothilfe Angst vor Krankheiten

Die dreizehnjährige Patricia hat ihr Zuhause verloren und hat Angst, auf der Flucht an Malaria erkrankt zu sein.

Zyklon Idai Nothilfe Menschen haben ihre Häuser verloren

Die Häuser tausender Menschen wurden zerstört. Sie schlafen jetzt in selbst gebauten Notunterkünften oder Schulen.

Zyklon Idai Nothilfe Menschen fliehen vor Wassermassen

Einige Regionen sind noch schwer zugänglich. Die Menschen nehmen gefährliche Wege auf sich, um Hilfe zu bekommen.

Die Katastrophen folgten auf eine lange Trockenperiode, die bereits für massive Ernteausfälle sorgte. Nun haben auch die Zyklone große Teile der Ernten, vor allem des Grundnahrungsmittels Mais, zerstört. Der vertrocknete Boden ist nicht in der Lage, die Wassermassen aufzunehmen.

Allein in Mosambik mussten geschätzt eine halbe Million Menschen vor den Wassermassen fliehen. In Simbabwe mussten etwa 50.000 Menschen ihre Heimatdörfer verlassen. Zehntausende Familien in Mosambik, Malawi und Simbabwe sind derzeit noch notdürftig untergebracht – in Sammelunterkünften wie Zelten und Schulen oder im besten Fall bei Gastfamilien.
 

Zyklon Idai Nothilfe

Takwonda, 23 Jahre aus Malawi

Takwonda schläft mit ihren zwei Kindern in einer Schule, seit sie vor strömenden Wassermassen floh. Tagsüber hängt sie ihr Moskitonetz draußen an einen Baum, damit in der Schule unterrichtet werden kann. Dann sucht Takwonda in ihrem Dorf und auf ihrem Maisfeld nach essbaren Resten. „Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, aber ich muss für meine zwei Kinder etwas tun“, sagt sie. Ihr Mann starb bereits 2014, Takwonda muss alleine für ihre Kinder sorgen: „Gerne würde ich arbeiten gehen, aber ich finde hier jetzt keine Arbeit.“

Überflutung Zyklon

Zyklon „Idai“ verwüstet ganze Landstriche

Lage nach der Katastrophe

World Vision ist vor Ort

World Vision arbeitet seit vielen Jahren in Malawi, Simbabwe und Mosambik. In Malawi sind 15 World Vision-Projekte mit knapp 35.000 Patenkindern von den Auswirkungen des Zyklons „Idai“ betroffen. World Vision verfolgt das Ziel, in den ersten sechs Monaten rund 500.000 Menschen in dem Katastrophengebiet zu unterstützen. 

Dank Ihrer Hilfe konnten wir bereits folgende Hilfsmaßnahmen umsetzen:

  • Verteilung von Nahrungsmitteln an 96.000 Menschen in Mosambik, 19.200 Haushalte in Malawi und 1.010 Haushalte in Simbabwe
  • Verbesserung der Sanitärversorgung durch Vergabe von Notfall-Sanitärsets, Seife, Kanister und Hygieneartikel an 7.500 Haushalte
  • Bereitstellung von Baumaterial wie z. B. 45.000 Planen für Notunterkünfte
  • Einrichtung von bisher 13 Kinderschutzzentren, in denen traumatisierte Kinder zur Ruhe kommen können und betreut werden
  • Bereitstellung von sauberem Trinkwasser
  • Bekämpfung und Prävention von Krankheiten, z. B. durch Cholera-Impfungen und Wasserdesinfektionstabletten
Kinderschutzzelt Beira Mosambik Zyklin Idai World Vision

Kinderschutzzelt in Beira, Mosambik

Im Katastrophengebiet können hier jeden Tag 90 Kinder spielen und lernen.

Nelson erhält Moskitonetz

Die Hilfe kommt an

Der 11-jährige Nelson ist besonders für die Moskitonetze dankbar. Nelson, der in die 6. Klasse geht, fürchtet sich davor, an Malaria zu erkranken – in dieser Region sowieso schon eine häufige Krankheit. Der Zyklon, der über ihre Heimatregion hinweggefegt ist, hat auch die Sanitär-Anlagen im Haus zerstört. Die Überschwemmungen sorgen nun in den betroffenen Gebieten für einen rasanten Anstieg der Malaria übertragenden Moskitos. Die Mauern von Nelsons Haus sind zusammengebrochen. „Wir waren Tag und Nacht den Moskitos ausgesetzt. Jetzt werden wir endlich wieder in Frieden schlafen", sagt Nelson.

Bitte helfen Sie jetzt

Unterstützen Sie uns bei der Notversorgung der Kinder und Familien im südlichen Afrika. So kann Ihre Spende eingesetzt werden:

Nothilfepaket

Mit 60 Euro können wir z. B. ein Katastrophen-Hilfspaket mit Moskitonetzen, Wasser-Entkeimungstabletten, Kanister und Plastikplanen für eine Notunterkunft verteilen.

Nahrung für einen Monat

Mit 105 Euro können wir eine 6-köpfige Familie einen Monat lang mit Nahrung versorgen. In den Paketen befindet sich auch spezielle Kost für Kinder.

Kinderschutzzentrum

300 Euro kostet der Betrieb eines Kinderschutzzentrums für einen Monat, in dem traumatisierte Kinder zur Ruhe kommen und betreut werden können. 

World Vision Deutschland e.V. ist Mitglied im Bündnis deutscher Hilfsorganisationen „Aktion Deutschland hilft", das ebenfalls zu Spenden für Nothilfe in Mosambik aufruft.