Afghanistan

Vor Ort aktiv seit 2001.

Kindersterblichkeit

Kinder, die nach der Geburt sterben

53 Todesfälle vor der Erreichung des 5. Lebensjahres pro 1.000 Lebendgeburten (2022).

Trinkwasser Zugang

Zugang zu Trinkwasserquellen

73% der afghanischen Bevölkerung verfügen über Zugang zu sauberem Trinkwasser (2022).

Ernährung

Bevölkerungsanteil, der unterernährt ist

29,8% der afghanischen Bevölkerung leiden an Unterernährung (2022).

Wegen des langjährigen Konflikts in Afghanistan mussten viele Menschen aus ihren Dörfern in sichere Regionen fliehen. Doch auch dort leidet die Bevölkerung an den Folgen der Dürre der letzten Jahre, vor allem in ländlichen Gebieten, wo viele Haushalte Ackerbau und Viehzucht betreiben. Die Situation im Land hat sich nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 noch weiter verschärft. Eine steigende Anzahl von Menschen lebt in chronischer Armut und schätzungsweise 4 Millionen Kinder und Frauen leiden mittlerweile an akuter Unterernährung. Gerade Vertriebene sind stark betroffen von den Folgen der sich-wiederholenden Krisen, da sie keinen Zugang zu Land oder anderen Ressourcen haben.

Der jahrzehntelange Konflikt und die politische Instabilität haben zudem den größten Teil der Wasserinfrastruktur in Afghanistan zerstört, wodurch die Menschen vor Ort nur begrenzten Zugang zu grundlegenden Hygiene- und Sanitäreinrichtungen haben und einem erhöhten Risiko des Ausbruchs von wasserbedingten Krankheiten ausgesetzt sind. Auch die Zahl der Kinder, die nicht zur Schule gehen, ist landesweit noch immer sehr hoch, was unter anderem auf das geringe Haushaltseinkommen und die fehlenden Bildungsangebote vor Ort zurückzuführen ist.  
 

Schwerpunkte unserer Arbeit

Afghanische Mama mit Kind bei Arzt

Gesundheit und Ernährung

World Vision arbeitet mit Gemeinden und Gesundheitshelfern zusammen, um das Wohlergehen afghanischer Mädchen und Jungen zu verbessern, Unterernährung zu bekämpfen, lebensbedrohliche Krankheiten bei Mädchen und Jungen unter fünf Jahren zu verringern und die Gesundheit von Frauen im reproduktiven Alter sicherzustellen.

Zwei afghanische Mädchen schreiben in ein Schulbuch

Bildung

World Vision verbessert den Zugang vulnerabler Kinder zu einer qualitativ hochwertigen Grundschulbildung, unter anderem durch die Ausbildung von Lehrern, die Einrichtung von gemeindebasierten Schulen und die Bereitstellung von Kursen für beschleunigtes Lernen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Lese- und Schreibfähigkeiten von Kindern im Grundschulalter und von Kindern außerhalb der Schule - insbesondere von Mädchen.

Afghanischer Junge an Brunnen

Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene

World Vision ermöglicht mit seinen Projekten den Zugang zu sauberem Trinkwasser, Handwaschgelegenheiten, Latrinen sowie sanitären und hygienischen Einrichtungen in Schulen und Gemeinden. Zudem tragen wir zur Verringerung von Krankheiten bei Kindern bei, die durch unsauberes Wasser und schlechte sanitäre und hygienische Verhältnisse verursacht werden.

Zwei afghanische Jungen beim Schafe hüten

Ernährungssicherheit und Existenzsicherung

World Vision hilft, den Ernährungszustand afghanischer Kinder zu verbessern, indem wir Kinder und ihre Familien bei der Deckung ihrer unmittelbaren Ernährungsbedürfnisse durch Geldtransfers und lebensrettende Nahrungsmittelhilfe unterstützen. Um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen, unterstützen wir außerdem Haushalte und Gemeinden bei der Wiederherstellung und Entwicklung nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Projekte in Afghanistan

PATRIP: Verbesserung der Gesundheitsversorgung

Das Projekt unterstützt drei Gesundheitszentren im afghanisch-iranischen Grenzgebiet. Sie versorgen neben der dort lebenden Bevölkerung auch Flüchtlinge, Rückkehrer und andere Vertriebene. Da die Einrichtungen in schlechtem Zustand sind, werden sie ausgebaut und aufgewertet, und das Gesundheitspersonal wird weitergebildet. Außerdem wird in der Bevölkerung durch Aufklärungskampagnen und Schulungen das Bewusstsein und das Wissen in Sachen Hygiene, Ernährung, Gesundheit und Nutzung der Zentren gesteigert.

UNICEF: Projekt zur Bekämpfung der Unterernährung von Kindern in Afghanistan

Nothilfeprojekt im Bereich Gesundheit und Ernährung für Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden, die in und in der Nähe von Siedlungen von Binnenvertriebenen in der Provinz Herat leben.

Auswärtiges Amt: Ernährungshilfe in Afghanistan

Lebensrettende Nahrungsmittelsicherheit durch CVA und Gesundheits-/Ernährungshilfe für von Dürre und Konflikten betroffene Gemeinden in den Provinzen Badghis und Ghor in Afghanistan.

Aktion Deutschland Hilft: WASH Projekt in Afghanistan

WASH-Projekt in den von Dürre betroffenen Gebieten von Faryab.

Aktion Deutschland Hilft: Covid-19-Nothilfe in Afghanistan

Stärkung des Systems und der Dienstleistungen von Gesundheitseinrichtungen und die Sensibilisierung von Gemeindemitgliedern mit Schwerpunkt Kinderschutz.

Aktion Deutschland Hilft: Projekt zum Frauen-Empowerment in Afghanistan

Empowerment von Frauen durch Kompetenztraining zu Wirtschaftlicher Stärkung und Eigenständigkeit.

Nachhaltige Hilfe

Im Zentrum eines gemeinsamen Projekts mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung steht eine zweijährige Ausbildung von Hebammen und Weiterbildungen für vorwiegend weibliches Krankenhauspersonal in West-Afghanistan. Mit der gezielten Qualifizierung von Frauen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur verbesserten medizinischen Versorgung für Frauen und Kinder - in einem Land, das die höchste Müttersterblichkeitsrate weltweit aufweist. Unsere Fotostrecke zeigt einige Eindrücke:

Hebammenschülerin Marjan aus Afghanistan während ihrer Ausbildung.

Marjan, 24 Jahre, bei einer praktischen Übung während ihres Hebammenkurses in Herat.

Eine Hebammenschülerin in Afghanistan übt das Pulsmessen.

Die 30 jungen Hebammen-Anwärterinnen kommen aus den entlegensten und schwer zugänglichsten Gemeinden der Provinzen Herat und Baghdis.

Die Hebammenschülerinnen aus Afghanistan lernen gemeinsam.

Nach erfolgreichem Abschluss können sie sich auf eine sichere Anstellung von der afghanischen Gesundheitsbehörde in ihren Heimatgemeinden freuen.

Ja, ich will helfen

Aufgrund der schwierigen Lage im Land ist vor allem für Frauen die humanitäre Lage besonders prekär. Durch die Unterstützung von Familien mit Barmitteln und die Sicherstellung von medizinischer Versorgung werden neue Hoffnungen geschaffen.
Caroline Klein, Leitung Humanitäre Hilfe und Projektentwicklung

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Chancen eröffnen, Hoffnung geben