23.07.2020

Wie Patenschaft hilft, COVID-19 zu bekämpfen

Schnell und flexibel vor Ort auf die Coronakrise reagieren

Autor: UBauer

Seit den ersten Tagen der Corona-Pandemie war World Vision vor Ort aktiv - weltweit. Dank unserer Paten können wir in mehr als 54 Ländern mit 1.225 Gemeinden zusammenarbeiten. Jedes einzelne Kind, das in diesen Gemeinden lebt, wird auf irgendeine Art und Weise von COVID-19 betroffen sein. Gemeinsam mit der Hilfe unserer Paten können wir dort Maßnahmen umsetzen, die jetzt in der Coronakrise wichtig sind, um gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen.

Sauberes Wasser, vitaminreiche Ernährung, bessere Anbaumethoden, eine gute Gesundheitsversorgung sind Bausteine, die in den meisten unserer Patenschaftsprojekte eine bedeutende Rolle spielen. Auf diese Maßnahmen und deren Erfolge können wir nun in der Corona-Pandemie aufbauen. Vieles haben wir schon erreicht und konnten Menschen helfen sich gesünder und ausgewogener zu ernähren und somit ein gestärktes Immunsystem zu entwickeln. Diese Kraft brauchen sie jetzt – um gesund zu bleiben und sich und ihre Familien schützen zu können.

Die Quarantäne bedroht vielerorts Existenzen

Um die Corona-Pandemie einzudämmen wurde in vielen Ländern der Welt eine Ausgangssperre ausgerufen. Für die meisten in unseren Patenschaftsprojekten sind die Auswirkungen einer solchen wochenlangen Quarantäne existenzbedrohend. Gerade in den benachteiligten Gemeinden, in denen wir aktiv sind, wirtschaften die Menschen oft von Tag zu Tag, ohne feste Anstellung. Können sie das Haus nicht verlassen, verdienen sie kein Geld mehr für die grundlegendsten Bedürfnisse ihrer Familien, z.B. den Kauf von Lebensmitteln. In zahlreichen Projekten verteilt World Vision deshalb an die Familien der Patenkinder Lebensmittel, Trinkwasser, Hygieneartikel sowie individuelle Hilfen.

Wie wir dank der Kinderpatenschaften helfen können

Durch die jahrelange Erfahrung in der Projektarbeit, die auch schon immer von verschiedenen Krisen bestimmt wurde, ermöglicht uns schnelles, konsequentes und gezieltes Handeln in verschiedenen Bereichen.

Verteilung von Hygiene-Sets, Aufbaunahrung sowie frisches Gemüse

Patenkind auf den Philippinen  mit frischem Gemüse

In Malabon City auf den Philippinen zum Beispiel leben rund 1.000 World Vision-Patenkinder. 3.000 Kilo Lebensmittel wurden hier verteilt. Auch Patenkind Gero, 8 Jahre, und seine Mutter bekamen frisches Obst und Gemüse.

Patenkinder auf den Philippinen mit Hygiene-Set.

Neben den Lebensmitteln erhielten die Patenkinder auch Hygiene-Sets mit Seife, Zahnpasta, Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel.

World Vision in Ecuador bei der Lebensmittelverteilung

Daniela von World Vision verteilt Lebensmittelpakete und Lernmaterialien an Familien in Quito, Ecuador. Insgesamt 100 Familien mit Patenkindern haben solche Unterstützung bekommen.

World Vision organisiert in Sambia eine Lebensmittelverteilung

Die Region Gwembe im Süden Sambias ist von Dürre betroffen – und die Nahrungsmittel, die hier verteilt werden, sind besonders wichtig, damit die Menschen, vor allem die Kinder, gesund bleiben.

Auch auf z.B. den Philippinen erfordert die besondere Situation durch die Corona-Krise weitere Hilfsmaßnahmen. Wie im Fall des fünfjährigen LA. Der Junge leidet unter Mangelernährung und wurde deshalb auch bereits vor der Pandemie von den örtlichen Behörden betreut: Familien mit Kindern, die an Unterernährung leiden, erhielten Gutscheine für nahrhafte Mahlzeiten in einem von der Regierung zertifizierten Restaurant vor Ort. Sein Zustand hatte sich verbessert, doch durch COVID-19 drohen Rückschläge. Das Ernährungsprogramm wurde bedingt der Quarantäne gestoppt, gleichzeitig verloren viele Eltern ihre Jobs und somit ihre Einkommensquelle.

LAs Mutter Analyn erklärt: „Mit COVID-19 ist es sehr schwierig für uns. Arbeitet mein Mann, verdient er Geld, wenn er nicht arbeitet, haben wir nichts. Jetzt sind wir abhängig von Hilfsgütern und der Hilfe unserer Verwandten.“

Es ist sehr schwer, nahrhafte Mahlzeiten für die Kinder zuzubereiten, wenn wir kein Einkommen haben.
Analyn aus den Philippinen

Gemeinsam mit dem lokalen Gesundheitsamt konnte World Vision etwa 1.000 minderernährte Kinder mit Aufbaunahrung versorgen, die reich an Mineralien und Vitaminen ist. Sie beugt zum Beispiel Eisen- und Vitamin A-Mangel vor und stärkt das Immunsystem. LA und sein Bruder Keefer haben solche Pulver erhalten, mit deren Hilfe sie nun ausgewogen ernährt werden können. Gleichzeitig hat die Familie, deren Tochter Gwen ein Patenkind ist, frisches Gemüse durch World Vision und einen weiteren Partner erhalten.

Kinder auf den Philippinen mit der erhaltenen Aufbaunahrung
Die Brüder LA und Keefer erhalten Aufbaunahrung, damit sich ihr Ernährungszustand während COVID-19 nicht wieder verschlechtert.
Patenkind aus den Philippinen
Ihre Schwester Gwen, 8 Jahre, ist ein World Vision-Patenkind. Stolz zeigt sie das frische Gemüse, das die Familie bekommen hat.

Die Verbesserung der Gesundheitsversorgung sowie die Wichtigkeit des Händewaschens

In unseren Patenschaftsprojekten steht sehr die Verbesserung der Gesundheitsversorgung im Fokus. Wir bilden zum Beispiel Gesundheitshelfer aus, klären über Hygiene und die Wichtigkeit des Händewaschens auf, bauen Gesundheitsstationen und richten diese ein. Alles Maßnahmen, die die Menschen während der Pandemie dringender denn je brauchen und wir deshalb verstärkt haben: Unter anderem verteilen wir vor Ort Hygiene-Sets mit Desinfektionsmitteln und Seife, wir statten unsere Projekte mit Handwaschstationen aus, wir schulen Gesundheitsmitarbeiter und freiwillige Helfer und fokussieren aktuell die Themen richtiges Händewaschen sowie allgemeine Corona-Aufklärung und verteilen Schutzausrüstungen.

Die Schulungen findet selbstverständlich unter Berücksichtigung der Abstandsregeln bzw. Corona-Regeln der jeweiligen Länder statt. Die Kinder, ihre Familien sowie alle Bewohner der Gemeinden zu schützen, ist uns das wichtigste. Daher werden verschiedene Maßnahmen, wie die Verteilung von Flyern, das Aufhängen von Plakaten und Banner und auch die Informationsverbreitung über das Radio und die sozialen Medien, in Form von z.B. Video neben Hausbesuchen oder anrufen genutzt.

Patenkind auf Haiti wäscht seine Hände.
Die Patenkinder auf Haiti haben schon vor der Pandemie viel über Hygiene gelernt, zum Beispiel auch wie man solche Handwaschstationen baut und verwendet.
Patenkind aus Haiti wäscht sich die Hände.
Diese gelernte Routine wird dabei helfen, die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Auch der 14-jährige Wojtyla hat sie verinnerlicht. Seit April kann das Patenkind nicht mehr in die Schule gehen.

Zuhause lernen

In vielen Ländern, in denen wir aktiv sind, haben auch die Schulen zurzeit geschlossen. Hier unterstützen wir die Familien und liefern Lernmaterialien nach Hause.

Eine Mutter aus Simbabwe testet mit ihrem Kind die Lektionen für Schulanfänger, die über die Plattform Viamo auf Mobiltelefonen bereitgestellt werden

Simbabwe testet mit World Vision die erste Handy-Lernplattform.

World Vision Mitarbeiter bei der Verteilung von Lernmaterial

Mitarbeiter von World Vision verteilen Lernmaterial für die Kinder in Bangladesch

Online Workshop von World Vision in Lateinamerika

Mädchen und Jungen aus Nicaragua, der Dominikanischen Republik, Ecuador und Costa Rica nehmen jetzt Online an dem Programm "Gewaltfreie Kindheit und Jugend" teil. Hier bekommen sie Ihre Rechte vermittelt sowie Hilfestellungen.

Patenkind aus Ecuador

Patenkind Nicolás aus Ecuador hat während der Quarantäne ein Set mit Lernmaterialien bekommen.

Größter weltweiter Einsatz

Seit Ausbruch der Pandemie arbeitet World Vision in den Projekten und darüber hinaus mit zahlreichen Hilfsmaßnahmen daran, die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Wir setzten uns überall auf der Welt ein es ist somit die größte Humanitärer Hilfsaktion, die World Vision jemals gestartet hat: Gemeinsam mit unserem internationalen Netzwerk wollen wir 72 Millionen Menschen in über 70 Ländern erreichen, die Hälfte davon sind Kinder.

Weil wir bereits vor Ort sind, können wir unsere Hilfsmaßnahmen zu COVID-19 gut koordinieren und schnell und umfassend umsetzen. Dank der Unterstützung unserer Paten können wir helfen, Leben in den Gemeinden unserer Patenkinder zu retten. Gemeinsam stehen wir, wie jeher Seite an Seite mit den Kindern, die weltweit am stärksten benachteiligt sind – während der Corona-Krise, aber auch in den kommenden Jahren, damit auch sie die Change haben, sich für immer aus der Armut befreien zu können.

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