Tschad - hier bin ich zu Hause

Tschad liegt zwischen Libyen, Sudan, der Zentralafrikanischen Republik, Kamerun, Nigeria und Niger und fast im Herzen Afrikas."

Im Herzen Afrikas

Seine Landschaft hat alles, was für den Kontinent typisch ist: trockene Steinwüste und hohes Gebirge im Norden, weite Sandebenen und Savannen im Zentrum und Reste von tropischem Regenwald und Grüngebieten im regenreichen Süden. Es gibt kühle Nächte unter zehn Grad und Tropenhitze bis 50 Grad. Fruchtbar ist nur ein Viertel seines Gebiets, in der Nähe des großen Tschad-Sees und der Flüsse. Die Sahara breitet sich zunehmend aus.

Wenn Viele helfen, kann viel gedeihen

Ende des 19. Jahrhunderts drängte Frankreich die regional herrschenden Stämme zurück und bereitete damit den Boden für Konflikte. 1900 wurde Tschad französische Kolonie und 1960 wieder unabhängig. Aber die traditionellen Konflikte machten Einigkeit unmöglich. 1975 wurde der Präsident ermordet, ein Militärregime errichtet und 1990 wieder gestürzt. Seitdem wird das Land als Präsidialdemokratie von Präsident Idriss Déby regiert. Die Lage ist zwar seit 2008 ruhiger, dennoch gilt das Land bis heute als instabil und es eskalieren immer wieder blutige Konflikte. Zuletzt wurde ein Putschversuch 2013 vereitelt. Für weitere Probleme sorgt die Aufnahme mehrerer Hunderttausend Flüchtlinge aus den Nachbarländern sowie seit 2015 Aktivitäten der Terrorgruppe Boko Haram.

Bildung und Wissen – die Überzeugung fehlt

Ausbildung ist in Afrika traditionell die mündliche Weitergabe kulturellen und handwerklichen Wissens durch die ältere an die junge Generation. Bildung nach europäischem Muster steht man eher skeptisch gegenüber. Da jeder Stamm eine eigene Sprache spricht, ist der Unterricht auf Französisch oder Arabisch bei der Einschulung ein Hindernis. Auch gibt es auf dem Land nur wenige Schulen und ausgebildete Lehrer. 74 Prozent der Erwachsenen sind daher Analphabeten.

Mühseliger Weg zu kleinen Erfolgen

Durch Bürgerkrieg und Dürren gehört Tschad zu den ärmsten Ländern der Welt. Deviseneinnahmen aus jüngst entdeckten Erdölvorkommen machen nur wenige reich. Fischfang und andere Bodenschätze bringen wegen fehlender Infrastruktur zu wenig Devisen. 90 Prozent leben als Selbstversorger vom Anbau von Erdnüssen, Getreide, Gemüse, Reis, Tabak und Baumwolle. Die wenigsten Familien können sich ausreichend versorgen. 80 Prozent leben in absoluter Armut und 37 Prozent der Kleinkinder sind unterernährt.

Schlechte Chancen für ein langes Leben

Die medizinische Versorgung ist vor allem auf dem Land unzureichend. Nur vier Prozent der Kinder kommen mit medizinischer Hilfe zur Welt, nur ein Prozent ist geimpft, 20 Prozent sterben vor dem fünften Geburtstag. Sauberes Trinkwasser haben nur 42 Prozent der Bevölkerung, sanitäre Anlagen neun Prozent. Zu den dadurch verursachten Krankheiten kommt AIDS mit einer Infektionsrate von 3,5 Prozent und inzwischen schon fast 100.000 Waisen. Aufklärung über Ansteckung und Vorbeugung ist dringend nötig.

Unterstützung und Hilfe

Tschad ist eines der ärmsten Länder der Welt. Seine enormen Probleme wird es ohne Hilfe nicht bewältigen können. Auf politischer Ebene und von internationalen Organisationen erhält das Land in vielen Bereichen Unterstützung. Karitative und Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie helfen vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld 

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. Im Tschad hat World Vision erstmals 1985 Katastrophenhilfe geleistet. Seit 1995 werden Entwicklungsprogramme durchgeführt, um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.