Flüchtlinge aus Myanmar

Mehr als 400.000 Kinder benötigen Hilfe

Nothilfe für geflüchtete Rohingya

Unser Einsatz in der  Grenzregion zwischen Bangladesch und Myanmar benötigt weiterhin dringend Ihre Unterstützung. Hunderttausende Kinder sind als staatenlose Flüchtlinge von Hunger, Krankheiten und Ausbeutung bedroht. In den kommenden Monaten könnte sich die Lage durch die Monsun-Regenfälle noch verschlechtern. Viele Unterkünfte müssen dringend verbessert und gegen Erdrutsche gesichert werden. 

Die Konflikte im Norden von Myanmar sind noch nicht gelöst. Daher warnen wir gemeinsam mit anderen Hilfswerken vor einer ungeordneten Rückführung der Flüchtlinge. Ihre Lage in Bangladesch  muss aber auch verbessert werden. Gleichzeitig braucht auch die einheimische Bevölkerung Unterstützung zur Bewältigung der Krise, denn die Region ist arm. Sie hat seit August 2017 mehr als 600.000 Menschen aufgenommen, die sich in der Mehrheit zur muslimischen Rohingya-Minderheit rechnen. 

World Vision arbeitet eng mit der Regierung und mit Partnern zusammen, um die Menschen mit Nahrung und Trinkwasser, Unterkünften und medizinischer Hilfe zu versorgen. Auch um Bedürfnisse nach Schutz, Kinderbetreuung und Beratung kümmern wir uns. 

Wir mussten plötzlich aufbrechen und alles zurück lassen. Jetzt haben wir nichts mehr. Wir schlafen in einem kleinen Zelt ohne Matten. Wenn es regnet, schlafen wir auf dem nassen Boden. Essen können wir nur, wenn uns jemand etwas gibt.
Flüchtlingsfamilie im Grenzgebiet Myanmar-Bangladesch
Nothilfe für Flüchtlinge aus Myanmar_Jetzt spenden
Flucht aus Myanmar

Der Sturm hat meine Lebensfreude mit sich gerissen

Es ist Mitternacht. Almarzan steigt mit ihrem Mann und fünf Kindern in ein Boot. In vier Stunden soll es die junge Familie nach Bangladesch bringen. Mit an Bord sind noch weitere 58 Menschen, die vor der Gewalt in Myanmar fliehen. Doch nur 38 werden das Festland erreichen. Denn als die Küste nur noch eine halbe Stunde entfernt ist, zieht ein Sturm auf. Das Boot kentert vor Cox’s Bazar, einem Touristen-Ort in Bangladesch.

So hilft World Vision vor Ort

Der Hilfseinsatz von World Vision erstreckt sich auf mehrere Flüchtlingssiedlungen in der Region Cox' Bazar und wird aktuell auch auf die Bewohner umliegender Gemeinden ausgeweitet. Bis Anfang Februar 2018 konnten wir durch Spenden und Zuschüsse von Partnern wie "Aktion Deutschland Hilft" unter anderem folgende Hilfsmaßnahmen umsetzen:

  • 135.250 Menschen haben Lebensmittel-Pakete erhalten.
  • Rund 10.000 Familien bekamen Unterstützung zur Verbesserung ihrer Wohnbedingungen, etwa Planen, Decken, Schlafmatten und Seile. 
  • Um mehr Menschen Zugang zu Trinkwasser zu geben, wurden 40 tiefe Rohrbrunnen installiert, die von 16.750 Menschen genutzt werden. Es wurden Toiletten für 39.000 Menschen und Badeplätze für rund 500 Frauen und Mädchen fertiggestellt. Weitere Maßnahmen zur Hygieneförderung haben 26.800 Menschen erreicht. 
  • Müttern mit Kleinkindern und schwangeren Frauen wird in 9 geschützten Anlaufstellen die Möglichkeit gegeben, sich in Ruhe beraten zu lassen und sich gegenseitig auszutauschen. Die Kinder werden dort auch auf Mangelernährung untersucht und bei Bedarf dann zur therapeutischen Behandlung überwiesen.
  • Rund 2.000 Kinder besuchen regelmäßig unsere kinderfreundliche Räume, in denen sie spielen, lernen und Freundschaften schließen können.
  • Das Umfeld wird laufend für Kinderschutzmaßnahmen und für die Prävention von sexueller oder häuslicher Gewalt sensibilisiert.
  • In Burmapara koordiniert World Vision federführend das Management der Hilfsaktivitäten und hat dafür gemeinsam mit IOM ein Informationszentrum eingerichtet.

Der Bedarf an Hilfe ist weiterhin groß. Zum Beispiel benötigen zehntausende Kinder und stillende Mütter dringend Zusatznahrung. Tausende Kinder, die vielfach Zeuge extremer Gewalt wurden, brauchen mehr Schutz und psychosoziale Unterstützung. Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe ist es auch sinnvoll, geflüchteten wie auch armen lokalen Familien zu einem Einkommen zu verhelfen.

Nothilfe für Flüchtlinge aus Myanmar_Jetzt spenden

Mit 40€ sichern wir beispielsweise die Erstversorgung eines Neugeborenen.

Mit 70 € kann ein Kind einen Platz für 6 Monate im Kinderbereuungszentrum erhalten.

Mit 70 € ermöglichen  wir einem Kind beispielsweise einen Platz für sechs Monate im Kinderschutzzentrum.

Mit Ihrer einmaligen Spende von beispielsweise 40 € oder 50 € unterstützen wir eine Familie mit Grundnahrungsmitteln (Mehl, Öl, Salz, Zucker) als Ernährungsbasis für einen längeren Zeitraum.

Mit Ihrer Spende unterstützen wir beispielsweise eine Familie mit Grundnahrungsmitteln, wie Mehl, Öl, Salz oder Zucker.

Hintergrund

World Vision arbeitet seit 1972 in Bangladesch und unterstützt rund fünf Millionen Menschen in 31 Distrikten des Landes. Die Programme verfolgen vier Schwerpunkte: neben der Verbesserung der Ernährung und Gesundheit von Kindern sowie einer qualitativ guten Bildung auch den Schutz von Kindern vor Gewalt und eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit armer Bevölkerungsgruppen gegen Katastrophen.

Rohingya-Schicksale: Asif muss sich allein um sein Baby kümmern. Er weiß nicht ob seine Frau noch lebt.

"Ich weiß nicht ob meine Frau noch lebt", sagt Asif. "Als unser Haus brannte, war sie noch drin. Ich rannte einfach mit meinen beiden kleinen Söhnen auf dem Arm los".

Geflüchtete Rohingya-Frauen am Straßenrand in Bangladesch

Am Straßenrand im Bezirk Cox's Bazar begegnet man vielen Hilfe-Suchenden. Sahara Begum floh allein mit ihrem Baby. "Mein Mann wurde getötet - wir haben überlebt. Aber wir haben keinen Platz zum Leben und kein Geld", erzählt sie.

Rohingya-Familie im Flüchtlingslager in Bangladesch

Ferozas Familie ist froh zusammen und einstweilen in Sicherheit zu sein. Feroza sorgt sich aber um die Gesundheit ihrer Kinder. "Eine der größten Herausforderungen für uns ist der Mangel an Toiletten. Wir müssen den Hügel hinauf in den Dschungel gehen, und die Kinder haben oft Angst davor allein zu gehen."

Geflüchtete Kinder aus Myanmar holen Wasser im Flüchtlingslager in Bangladesch

Sufayet und Riyaz berichten vom beschwerlichen Alltag: "Mutter sagt, dass wir Wasser aus einem Brunnen holen sollen. Es ist schwer den vollen Wasserkrug zu ihr den Hügel hinauf zu tragen".

Alltag im Flüchtlingslager Balukhali in Bangladesch

Die Enge in den übervollen Lagern lässt den Familien wenig Ruhe.

Ein Junge aus Myanmar trägt seinen Bruder durch ein überflutetes Flüchtlingslager

Asaf trägt seinen jüngeren Bruder durch die Fluten. Der Regen hat das Flüchtlingscamp, in dem sie wenige Tage zuvor erst ihr Zelt aufgeschlagen hatten, unbewohnbar gemacht. "Ich weiß nicht wohin wir sollen und ob unser Elend jemals aufhören wird", überlegt der 11jährige.

Feroza ist hochschwanger aus Myanmar geflüchtet.

Feroza ist hochschwanger aus ihrer Heimat geflohen. "Mit meinem 9 Monate alten Baby im Bauch bin ich 5 Tage lang durch die Berge gelaufen", sagt sie. Ihre anderen Kinder hätten unterwegs oft geweint, aber anhalten konnte die Familie nicht.

Außenminister unterstützt Spendenaufruf

„Es handelt sich hier um eine verheerende humanitäre Katastrophe. Hunderttausende Menschen suchen Schutz und benötigen akut Hilfe. Daher unterstütze ich ausdrücklich den Spendenaufruf von Aktion Deutschland Hilft für die Flüchtlinge in Myanmar und Bangladesch. Die Organisationen des Bündnisses sind in Myanmar und Bangladesch zum Teil seit langer Zeit tätig und können auch unter den erschwerten Bedingungen Hilfe leisten“, sagt Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Kuratoriumsvorsitzender des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft. UN-Generalsekretär António Guterres sprach kürzlich von der sich „weltweit am schnellsten entwickelnden Flüchtlingskrise und einem humanitären Alptraum“.