World Vision in Myanmar
- seit 1993 vor Ort
- Sitz des Landesbüros: Yangon (ehemalige Hauptstadt des Landes)
- Hier ist World Vision Deutschland aktiv: in den ländlichen Gebieten außerhalb Yangons (Hlegu North) und in der Mon Region (Chaungzon).
- Wir leisten auch Humanitäre Hilfe in Konfliktgebieten, vor allem im Norden des Landes in der Region Kachin.
- In 2024 hat World Vision Deutschland 2 AP und ein Projekt der Humanitären Hilfe durchgeführt.
Ausgewählte Erfolge unserer Arbeit 2024
- Wir haben 1,35 Millionen Menschen erreicht, darunter 349.383 Mädchen und 319.724 Jungen.
- 24.190 Kinder wurden mit Bildungsangeboten unterstützt, u. a. mit 233 Leseklubs und 155 Community-Lernorten
- 406.435 Menschen profitierten von Maßnahmen zur Trinkwasseraufbereitung
- 20.623 Menschen erhielten Cash-for-Food-Unterstützung, darunter 1.019 Kinder unter zwei Jahren, 247 schwangere und stillende Frauen und Mädchen sowie 435 Menschen mit Behinderungen.
Aktuelle Lage: Warum Hilfe in Myanmar notwendig ist
Die aktuelle Situation in Myanmar ist das Ergebnis mehrerer Krisen, die in kurzer Zeit aufeinander folgten. Seit das Militär am 1. Februar 2021 erneut die Macht übernommen hat, lebt das Land im Ausnahmezustand. Viele Regionen sind durch anhaltende Kämpfe und politische Spannungen stark belastet.
Gleichzeitig hat die COVID-19-Pandemie sowohl die Wirtschaft als auch das Gesundheitssystem geschwächt. Das Erdbeben von 2025 hat die ohnehin schwierige Lage weiter verschärft.
Trotz internationaler Unterstützung auf dem Weg zu mehr Demokratie bleiben viele Herausforderungen bestehen – besonders der Umgang mit Minderheiten und die Lösung politischer Konflikte.
Die Auswirkungen sind gravierend:
- 25 Millionen Menschen leben in Armut.
- 19,9 Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
- 15 Millionen sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.
- 12,1 Millionen benötigen grundlegende Gesundheitsversorgung.
Viele Haushalte verschulden sich, um Lebensmittel zu kaufen. Schwangere Frauen bringen ihre Kinder ohne medizinische Betreuung zur Welt. Krankheiten wie Denguefieber breiten sich leichter aus, wenn Hygiene- und Wasserversorgung fehlen. Millionen Kinder haben keinen verlässlichen Zugang zu Bildung.
Myanmar steht damit vor einer doppelten Herausforderung: akute Nothilfe sichern und gleichzeitig langfristige Strukturen für Stabilität, Versorgung und Perspektiven aufbauen.
Politische Instabilität
Durch die anhaltenden Kämpfe und politischen Spannungen mussten bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen.
Wirtschaftlicher Einbruch und extreme Armut
Die politische Krise und die Folgen der COVID-19-Pandemie haben Wirtschaft und Gesundheitssystem stark belastet. Rund 25 Millionen Menschen in Myanmar leben deshalb in Armut.
Medizinische Grundversorgung ist nicht gesichert
Etwa 12,1 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen sind und Krankheiten wie Denguefieber sich mangels Hygiene leichter ausbreiten.
Schwerpunkte unserer Entwicklungszusammenarbeit in Myanmar
Die Herausforderungen in Myanmar sind gravierend: anhaltende Konflikte und Vertreibung, steigende Lebenshaltungskosten und große Lücken in der medizinischen Versorgung und Hygiene.
World Vision verfolgt in Myanmar mit langfristiger Entwicklungszusammenarbeit einen ganzheitlichen Ansatz und setzt genau dort an, wo Unterstützung am dringendsten gebraucht wird. Gemeinsam mit Gemeinden und lokalen Partnern stärken wir Gesundheit und Ernährung, ermöglichen Bildung, schützen Kinder und sichern Lebensgrundlagen.
Das sind unsere zentralen Schwerpunkte:
Bildung zur Sicherung der Zukunft
World Vision setzt sich dafür ein, dass Kinder zwischen drei und zwölf Jahren in Myanmar eine gute und sichere Schulbildung erhalten. Dafür schaffen wir Lernorte, in denen sich Kinder willkommen fühlen und Unterstützung bekommen. Gemeinsam mit Familien, Lehrkräften, Gemeinschaften, lokalen Partnern und staatlichen Stellen verbessern wir Unterrichtsmethoden und stärken die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen. Auch Themen wie Klimawandel und Resilienz sind Teil des Lernens, damit Kinder besser mit Krisen umgehen können.
Für Kinder, die nicht zur Schule gehen können, entwickeln wir alternative Angebote: etwa Spielgruppen, Hausunterricht, frei nutzbare Lernmaterialien oder Gemeinschaftsbibliotheken. Ein besonders wichtiges Ziel ist es, alle Kinder einzubeziehen – auch diejenigen mit Behinderungen – damit sie die gleichen Chancen auf Bildung haben wie andere.
Gesundheit und Ernährung
Viele Risiken für Kinder entstehen dort, wo Vorsorge und medizinische Grundversorgung fehlen. Deshalb stärkt World Vision Gesundheit und Ernährung gezielt bei den Familien, die es am dringendsten brauchen. Mütter und Betreuungspersonen von Kindern unter fünf Jahren erhalten dabei Aufklärung zur Gesundheitsvorsorge. Schwangere und stillende Frauen werden mit Mikronährstofftabletten versorgt und Kinder unter fünf Jahren erhalten Beutel mit Mikronährstoffpulver. Zusätzlich erhalten schwangere Frauen saubere Geburtssets und Neugeborene passende Neugeborenen-Sets.
Kinderschutz und Kinderrechte
World Vision schützt Kinder vor Missbrauch, Ausbeutung und Gewalt. Besonderen Fokus haben die am stärksten gefährdeten Kinder, etwa in Konfliktkontexten oder dort, wo Kinderarbeit, Menschenhandel, Frühverheiratung oder das Leben auf der Straße Risiken erhöhen. Dazu arbeitet World Vision eng mit Kindern, Eltern, Betreuungspersonen, religiösen Führungspersonen, Lehrkräften und lokalen Behörden zusammen, um ein starkes Unterstützungsnetzwerk aufzubauen und den Zugang zu hochwertigen Schutzdiensten sicherzustellen. Gleichzeitig werden Kinder gestärkt, ihre Rechte zu kennen und sich sicher einzubringen - damit Entscheidungen, die ihr Leben prägen, nicht ohne sie getroffen werden.
Wollen Sie Kindern langfristig helfen? Informieren Sie sich hier über eine Kinderpatenschaft in Myanmar.
Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH)
Sauberes Wasser und Hygiene schützen vor Krankheiten und entlasten Familien im Alltag. World Vision unterstützt Gemeinschaften dabei, dauerhaft bessere WASH-Bedingungen zu schaffen. Gemeindemitglieder nehmen an Programmen zur Veränderung von WASH-Verhaltensweisen teil. Haushalte und Schulen erhalten Unterstützung beim Bau von Latrinen, während Menschen über Wasserversorgungssysteme und Wassertest-Initiativen Zugang zu sauberem Wasser erhalten. Außerdem verteilen wir Wasserreinigungsbeutel an Haushalte, damit besonders gefährdete Familien Trinkwasser sicher aufbereiten können.
Nachhaltige Lebensgrundlagen und Einkommenssicherung
Damit Familien Krisen besser bewältigen können, unterstützt World Vision sie dabei, stabile und verlässliche Einkommensquellen. Dazu gehören praktische Hilfe im Alltag, hochwertiges Saatgut und wichtige Betriebsmittel. Familien lernen außerdem, wie sie ihre Felder und Tiere nachhaltiger bewirtschaften können. Gemeinsam mit Unternehmen vor Ort entstehen lokale Wertschöpfungsketten und integrative Marktsysteme, von denen ganze Gemeinden profitieren.
Parallel dazu lernen Haushalte, ihr Geld besser zu planen und zu nutzen: durch Spargruppen, Trainings zur Finanzkompetenz, persönliche Coachings sowie Unterstützung bei der Planung und Umsetzung kleiner Geschäfts¬ideen – alleine oder in Gruppen. So können Familien langfristig selbst für mehr Sicherheit sorgen.
Die Wirkung unserer Entwicklungszusammenarbeit in Myanmar
Unsere Entwicklungszusammenarbeit in Myanmar wirkt: World Vision stärkt Kinder, Familien und Gemeinden dort, wo die Not am größten ist - mit besserer Gesundheits- und Ernährungsversorgung, Bildungsangeboten, Kinderschutz sowie Maßnahmen für sauberes Wasser und sichere Hygiene.
Häufig gestellte Fragen zu unserer Hilfe in Myanmar
In Myanmar sind derzeit rund 19,9 Millionen Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Die Lage ist so kritisch, weil mehrere Krisen gleichzeitig zusammenkommen: Seit der Machtübernahme des Militärs im Februar 2021 lebt das Land im Ausnahmezustand. In vielen Regionen gibt es weiterhin Kämpfe und politische Spannungen.
Hinzu kommen ein starker wirtschaftlicher Einbruch, die Folgen der COVID-19-Pandemie und ein schweres Erdbeben Ende März 2025. All das hat dazu geführt, dass Millionen Menschen ihre Lebensgrundlagen verloren haben.
Rund eine Million Rohingya sind in den vergangenen Jahren aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. Gleichzeitig sind innerhalb Myanmars etwa 3,5 Millionen Menschen als Binnenvertriebene auf der Flucht im eigenen Land. (Quelle: UNO-Flüchtlingshilfe, 2025)
Seit dem Militärputsch im Februar 2021 steckt Myanmar in einer schweren politischen und humanitären Krise. Bewaffnete Konflikte, wirtschaftlicher Einbruch und Naturkatastrophen haben Millionen Menschen in Not gebracht. Rund 3,5 Millionen sind innerhalb des Landes vertrieben, etwa 20 Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Myanmar gehört laut Weltbank zur Gruppe der Länder mit niedrigem bis unterem mittlerem Einkommen. Jahrzehntelange Konflikte, politische Instabilität und wirtschaftliche Krisen haben die Entwicklung stark gebremst. Millionen Menschen leben in Armut und sind auf Humanitäre Hilfe angewiesen.