Gesunde Ernährung gibt Lebenskraft

So bekämpfen wir Hunger und Mangelernährung

Eine gute Ernährung ist die Basis für ein aktives, würdevolles Leben. Viele Kinder kommen aber schon unterernährt zur Welt. Hunger und Mangelernährung rufen jeden Tag den Tod von rund 8.000 Kindern hervor. Das wollen wir mit unserer Arbeit und Ihrer Hilfe ändern. Manchmal ist schnelles Handeln nötig, um in einer Krise viele geschwächte Menschen zu stärken und vor Krankheiten zu bewahren. Unser internationales Netzwerk und unsere Zusammenarbeit mit dem UN-Welternährungsprogramm machen vieles möglich. Unser Ziel ist aber der dauerhafte Erfolg, der einen längeren Atem und umfassenderes Engagement erfordert. Ein Sieg über den Hunger bringt echte Entwicklungschancen. 

Zusammenstellung von Lebensmitteln für eine gesunde Mahlzeit in Bangladesch

Kinder brauchen das ganze Jahr über eine Ernährung mit allen Bausteinen. Hier eine gesunde Mahlzeit aus Bangladesch.

Hunger im Niger - Unterernährtes Baby wird in einer World Vision-Klink gewogen.

Ein unterernährtes Baby mit Malaria wird in einer World Vision-Klinik in Niger gewogen und dann mit Aufbaunahrung versorgt. In der Sahelzone leiden Millionen Kinder aus armen Familien zwischen zwei Ernten unter Hunger.

World Vision unterstützt Gemüseanbau mit sparsamer Bewässerung in Afrika.

World Vision unterstützt Familien beim Anbau von Gemüse mit sparsamer Bewässerung. So kann sich auch in trockenen Regionen die Ernährung der Kinder verbessern.

Mädchen aus dem Senegal mit Korb voller Gemüse

Das Ergebnis von Spenden für Gemüsesaat zeigen hier die Schwestern Diebou und Soukarou aus dem Senegal.

In Kochkursen üben Mütter aus Uganda die Zubereitung gesunder Mahlzeiten.

In praktischen Kursen üben Mütter mit Mitarbeitern von World Vision die Zubereitung gesunder Mahlzeiten.

Hygiene und Ernährung - Geschirr trocknet auf einem Holzgestell

Sauberkeit unterstützt eine gesunde Ernährung. Schon ein Holzgestell wie dieses ist besser als die Aufbewahrung von Geschirr auf dem Boden.

Gesundheitsvorsorge organisiert durch World Vision: Ein Baby aus Kambodscha wird von einer Gesundheitsberaterin und der Mutter gewogen.

In Dörfern geben Gesundheitsberater wie Nan Chou (rotes Shirt) Wissen über Ernährung und die richtige Pflege von Kleinkindern an Eltern weiter. Jeden Monat werden die Kinder gewogen und die Werte dokumentiert.

Herausforderungen

Hunger ist für Millionen Menschen weit mehr als ein knurrender Magen. Er ist ihr höchstes Gesundheitsrisiko und eines der größten Hemmnisse für ihre Entwicklungsmöglichkeiten. Wenn Lebensmittel nicht mehr bezahlbar sind, müssen arme Familien oft harte Entscheidungen treffen. Kinder werden in solchen Notlagen unter Umständen von der Schule genommen und müssen arbeiten gehen; Mädchen werden früher verheiratet als eigentlich geplant und hart erarbeitete Güter werden verkauft, obwohl sie zum Lebensunterhalt beigetragen haben.

Immense Dimensionen hat auch der „versteckte Hunger“. Mehr als eine Milliarde Menschen leiden daran. Sie sind mangelernährt, weil ihre Nahrung zu einseitig und zu arm an Nährstoffen ist. Kinder reagieren besonders empfindlich auf fehlende Bausteine, da sie sich noch im Wachstum befinden, einen relativ hohen Nährstoffbedarf haben, aber nur kleine Portionen verdauen können. Zudem sind sie anfälliger für Infektionskrankheiten als Erwachsene. Besonders in den ersten Lebensjahren ist Mangelernährung lebensbedrohlich und hat dramatische Folgen für die körperliche, motorische und geistige Entwicklung. Weltweit sind ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren betroffen, und täglich sterben etwa 8.000 Kinder daran.

 

Ernährung Krankheit Armut Frauen Kinder Indien

Internationale Ziele für eine Welt ohne Hunger

Die Weltgemeinschaft hat sich mit der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 den Hunger zu beenden, zu einer besseren Ernährungssicherheit in den armen Regionen beizutragen und nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. 

Vorher bereits haben die Staaten in vielen völkerrechtlich verbindlichen Abkommen beschlossen, das Menschenrecht auf Nahrung umzusetzen. Dies ist eine Errungenschaft, auf die sich auch die Entwicklungszusammenarbeit berufen kann. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit besteht jedoch eine große Kluft, und World Vision arbeitet partnerschaftlich mit Familien und Gemeinden, mit Initiativen und Organisationen zusammen, um diese zu überwinden.

In unserer Ernährungsarbeit begeistert mich vor allem die Freude aber auch Erleichterung, mit der Mütter mit ihren Kleinkindern zusammenkommen und gemeinsam lernen, eine gesunde Zusatzmahlzeit für ihr untergewichtiges Kind zu erstellen.
Christina Grünewald, Referentin für Gesundheit und Ernährung
Stories
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Kleinbauer erntet
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Nahrung im ganzen Jahr verfügbar - Kleinbauern stärken
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Für die Gesundheit von Kindern ist es wichtig, dass ihren Familien das ganze Jahr über ausgewogene und bezahlbare Nahrung zur Verfügung steht. Das trifft beim Start unserer Projekte aber oft nur auf eine Minderheit der Haushalte zu. Finanzielle Probleme der Familien, aber auch Strukturprobleme in ihren Wohngebieten tragen dazu vor allem bei. Die kleinbäuerlicher Landwirtschaft, die in den meisten unserer Projektregionen einen Großteil der Bevölkerung ernährt, ist wenig produktiv und sehr krisenanfällig. Alternative Verdienstmöglichkeiten und Absicherungen sind schwach entwickelt. 

Wir helfen Kleinbauern mit Schulungen, technischer Unterstützung, Mikrokrediten und beratender Begleitung dabei, ihre Erträge durch moderne Anbautechniken zu verbessern, Ressourcen effektiv einzusetzen und die Palette ihrer Produkte zu erweitern. Sie verfügen dann zum Beispiel zusätzlich zu ihren Feldern über einen Gemüsegarten, betreiben eine Tierzucht, verwerten  Früchte von Bäumen oder Algen oder ernten Honig aus eigener Imkerei. Beratung zu besseren Vermarktungsmöglichkeiten erhalten sie zum Beispiel mit unserer Unterstützung durch Agrarinstitute oder Mitarbeit in Kooperativen. Ergänzend dazu fördern wir Spareinlagen, die neue Investitionen ermöglichen und armen Familien helfen, magere Zeiten zu überstehen. Wenn diese Maßnahmen gut aufeinander abgestimmt sind, erzielt unsere Hilfe einen doppelten Effekt: Das Einkommen der Familien und ihre Ernährung stehen auf einer sichereren Grundlage.

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Kleinbauer ernährt seine Familie
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Nahrungsgrundlagen erhalten - Natürliche Ressourcen schützen
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Die Landwirtschaft in ihrer heutigen Form ist leider selbst eine Bedrohung für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung. Fruchtbares Land geht durch Abholzung, Monokulturen und zu intensive Beweidung verloren. Hunger zu bekämpfen, erfordert also im wörtlichen Sinne auch Einsatz, um Boden (zurück-) zu gewinnen. Gleiches gilt für die Nutzung von Wasserquellen. Wir versuchen, bei der Förderung ländlicher Entwicklung ein Bewusstsein für die Zusammenhänge zu schaffen, beginnend bei den Kindern. Wenn wir Wasserquellen erschließen, schulen wir Wasserkomitees darin, diese sauber zu halten und eine gerechte, langfristige Nutzung sicherzustellen. Bäuerinnen und Bauern versuchen wir von den Vorteilen einer organischen, konservierenden Landwirtschaft oder eines kontrollierten Weidemanagements zu überzeugen. Frauen in Kenia und Äthiopien unterstützen wir bei der Herstellung und Verbreitung energiesparender Öfen.  Ein weiterer Ansatz, den wir in vielen Ländern verfolgen, ist die Agroforstwirtschaft, bei der Bäume den darunter wachsenden Nutzpflanzen Schatten vor zu starker Sonne spenden und die Bodenfruchtbarkeit verbessern. In bereits verödeten Landschaften mit noch vorhandenem Wurzelwerk kann die natürliche Vegetation mit Hilfe der Renaturierungsmethode FMNR wieder zum Leben erweckt werden. Viele Bauern aus West- und Ostafrika haben bereits die Erfahrung gemacht, dass sich dadurch auch das lokale Klima verbessert hat.

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Kochkurs mit World Vision in Uganda
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Frühe Vorsorge - Ein Maßnahmepaket für Mütter und Kleinkinder
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Die richtige Nahrung zur richtigen Zeit zu bekommen, ist besonders für schwangere Frauen, stillende Mütter und Kleinkinder sehr wichtig. Aus Studien wissen wir, welche Maßnahmen wissenschaftlich erprobt sind und effektiv gegen Mangelernährung und Krankheiten schützen. World Vision hat daraus ein Paket entwickelt, mit sieben Maßnahmen für die Mütter und elf Maßnahmen für Neugeborene und Kinder in den ersten beiden Lebensjahren. Darin sind Vorsorgemaßnahmen mit Therapiehilfen kombiniert, wie zum Beispiel Ernährungs- und Pflegeberatung, Vor- und Nachsorge bei Geburten, die Ausgabe von Eisen-Präparaten, Informationen zu gesunden Schwangerschaftsabständen, Impfungen und Malaria-Vorsorge.

Um die oft weit von Kliniken entfernt lebenden Familien zu erreichen, hat World Vision den Ansatz des „Timed and targeted Counseling“ entwickelt. Dabei werden Haushalte mit schwangeren Frauen oder Neugeborenen von lokalen Gesundheitsmitarbeitern zwälf Mal während und nach der Schwangerschaft besucht, um Probleme zu erkennen und Lösungen zu diskutieren. Für die Beratungen wurden Materialien zu den wichtigsten Themen entwickelt.

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Gemeinsam kochen die Frauen eine gesunde Mahlzeit
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Lokale Erfolgsrezepte für alle
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Mit dem Ansatz Positive Deviance Hearth Plus (PDH+) wird lokales Wissen über den bestmöglichen Einsatz vorhandener Ressourcen genutzt, um bestimmte Probleme aus den Bereichen Ernährung und Gesundheit zu lösen. Man geht dabei der Frage nach, warum es in einem Ort neben unterernährten Kindern auch gesunde Kinder mit Normalgewicht gibt, obwohl alle unter denselben Armutsbedingungen aufwachsen. World Vision identifiziert und analysiert zusammen mit den lokalen Gesundheitsbehörden zunächst das positiv von der Norm abweichende Verhalten in den Familien mit gut ernährten Kindern (Positive Deviance). Anschließend werden die „Erfolgszrezepte“ mit Praxisübungen den Frauen mit untergewichtigen Kindern vermittelt (Hearth Schulungen). Ergänzend zu den  Ernährungskursen leitet World Vision die Familien häufig dabei an, eigenes Gemüse anzubauen, das sie für den Eigenverbrauch und zum Verkauf nutzen können. Die Wirkungen werden durch Folgebesuche überprüft. PDH+ findet als Projektmodell besonders Einsatz in stabileren Ländern mit hohen Untergewichtsraten.

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Familie isst eine gesunde Mahlzeit
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Gesellschaftliche Hindernisse beseitigen - Politik zur Verantwortung ziehen
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Wer in einer Gesellschaft wie viel und welches Land nutzen darf, wer sauberes Wasser bekommt und wer über die Verwendung von Nahrungsmitteln bestimmen darf, wird nicht allein im Dorf entschieden. Wir müssen daher auch gemeinsam mit benachteiligten Menschen und im Dialog mit der Politik daran arbeiten, ungünstige Rahmenbedingungen für Ernährung zu verändern. Indem unsere Projekte die aktive Beteilung etwa der Frauen und der Jugend als „agents of change" fördern, geben sie Beispiele für gerechtere Entscheidungsprozesse. Ihnen stehen auch Guidelines zur Verfügung, um Rechte und Verantwortlichkeiten in Dialogen mit der Regierung zu thematisieren. 

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Verbesserung des Zugangs zu Lebensmitteln in Uganda
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Ernährung in der Krise - Soforthilfe und Stärkung der Selbsthilfe
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In einigen Regionen der Welt gehen Bauern bei jeder Aussaat ein großes Risiko ein, denn die nächste Dürre- oder Flutkatastrophe ist nur eine Frage der Zeit. Ein wachsender Teil der Weltbevölkerung wird auch durch Konflikte, Wirtschaftskrisen und unfaire Handelsbedingungen zur Aufgabe der Landwirtschaft gezwungen. Prognosen warnen vor einer Zunahme extremer Armut in Subsahara-Afrika und vor Klima-Flucht in großem Ausmaß. Auf diese globalen Herausforderungen muss sich unsere Arbeit einstellen. 

Da die ärmsten Menschen Verlorenes nur schwer ersetzen und mit Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln nicht lange mithalten können, ist lokale und nationale Vorsorge mit internationaler Unterstützung für sie überlebenswichtig. Und wenn es zu einer größeren Nahrungskrise kommt, wie in diesem Jahr zum Beispiel in Mittelamerika und im südlichen Afrika, müssen Hilfsorganisationen schnell reagieren können. World Vision ist auf beiden Gebieten aktiv. Unsere Entwicklungsprojekte erstellen mit der Bevölkerung Risikoszenarien und Vorsorge-Strategien. Auf regionaler und nationaler Ebene beteiligt sich World Vision an der Arbeit von Netzwerken wie „Children in a changing climate“ oder der „Africa Climate-Smart Agriculture Alliance“. Wir streben in akuten Krisen auch immer an, Nothilfe mit Strukturverbesserungen und der Stärkung der Selbsthilfe-Möglichkeiten zu verbinden. Wenn unterernährte Kinder behandelt werden müssen, trainieren wir mit ihren Familien und mit lokalen Gesundheitshelfern, wie sie Mangelernährung vorbeugen bzw. schnell erkennen und erfolgreich behandeln können. 

COVID-19

Die Ausbreitung des Coronavirus wird für Kinder in den ärmsten Ländern dieser Welt verheerende Auswirkungen haben.

Infos zur Kinderpatenschaft

Erfahre mehr über das wundervolle Abenteuer Kinderpatenschaft

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Die Kraft Ihrer Hilfe

Guarayos/Bolivien:

Unterernährung der Kleinkinder von über 50% auf heute 19% gesenkt

Tolgoit/Mongolei:

7.226 Kleinkinder und 80 Schwangere mit Nahrungsergänzung versorgt

Kamwendo/Malawi:

Schulung von 900 Familien zur Ernährung

Kolowa/Kenia:

25% weniger Kinder mit Wachstumsstörungen aufgrund mangelhafter Ernährung