Paul ist Pate eines kleinen Jungen in Indien – und er ist Influencer: Auf daddychannel.de schreibt er über sich und seine Familie und auch auf Instagram lässt er seine über 40.000 Follower an seinem Leben teilhaben. Im November ist er nach Indien gereist, um sein 3-jähriges Patenkind zu besuchen. Im Interview verrät er uns, warum die Reise für ihn eine Achterbahnfahrt der Gefühle war.
Wie hast du dich auf diese besondere Reise vorbereitet?
Paul: Natürlich habe ich im Vorfeld einen großen Rucksack gepackt und alle Impfungen erledigt, aber vor allem gab es viele Gespräche mit meiner Familie über unsere Patenschaft: Speziell unserem großen Sohn wollten wir vermitteln, dass es uns so gut geht, dass wir davon etwas abgeben können und auch wollen.
Bei der Reise ging es mir darum, zu spüren, wie das Leben in Indien läuft.
Wie waren deine ersten Eindrücke?
Paul: Sobald man ankommt, ist man berauscht von dem Tempo, das hier herrscht. Ein wildes Treiben und Gewusel. Wahnsinnig freundliche Menschen, Straßenverkehr ohne Regeln und der Geruch nach Curry liegt überall in der Luft...
Im Dorf Bundi hast du dein Patenkind zum ersten Mal getroffen. Wie hast du die Begegnung erlebt?
Paul: Der Moment, als ich den kleinen Jungen sah, war unglaublich. Sein Vater hielt ihn an der Hand und beide lächelten mir vorsichtig, aber so warm entgegen. Ich wusste sofort: Wir werden uns verstehen und uns gut tun an diesem Tag.
Es hat nur ein paar Minuten gedauert, bis wir herzlich und vertraut miteinander gelacht haben! Unser Patenkind ist ein quirliger Junge mit ganz viel Charme und einem wunderbaren Lachen.
Wir haben Fußball gespielt und Rennen mit seinen neuen Autos gestartet. Immer mit den dankbaren Augen seines Vaters im Rücken. Wir haben viel gelacht und genauso viel geweint. Darüber, dass wir uns kennenlernen durften, darüber was noch alles getan werden muss und woran es fehlt und darüber, dass wir miteinander verbunden sind.
Dankbarkeit auf beiden Seiten. Das schönste Gefühl überhaupt.
Der Tag mit meinem Patenkind und seiner Familie war wundervoll. Es war ein Tag, der mich für immer prägt. Es gibt mir ein gutes Gefühl, zu wissen, dass mein Patenkind und seine Gemeinde durch meine Patenschaft in eine bessere Zukunft blicken können.
Unterwegs hattest du noch viele bewegende Begegnungen, kannst du uns von einer berichten?
Paul: In einem anderen Projektdorf habe ich ein Mädchen getroffen, das mir bei den Filmaufnahmen geholfen hat. Sie hat mir von ihrem größten Wunsch erzählt: Sie möchte Ärztin oder Sozialarbeiterin werden.
Durch die Unterstützung von World Vision in ihrem Dorf kann sie zur Schule zu gehen. Zwar fehlt es manchmal an Materialien, es sind zu wenig Räume oder zu wenig Lehrer, aber sie ist dankbar für jede Stunde Unterricht. Ein fröhliches Mädchen, das „ja“ sagt zum Leben. Sie möchte helfen und unterstützen, Menschen ärztlich versorgen oder selbst in einem Projektdorf arbeiten.
Bei einer weiteren spontanen Aktion ging es um ein T-Shirt…
Paul: Ja, in einem der Dörfer wurden wir von den Kindern überrascht: Sie schenkten uns T-Shirts. Ich habe mir überlegt, dass ich meines an meine Community weitergeben und so noch viel mehr erreichen könnte. Die Kinder haben das T-Shirt gestaltet und ich habe es noch während meiner Indien-Reise unter meinen Followern versteigert. Es sind großartige 600 Euro zusammenkommen, die direkt im Dorf investiert wurden – für eine neue Wasserpumpe, 167 Schulrucksäcke und sieben Schultafeln. Das ist großartig!
Was hast du von dieser Reise mitgenommen?
Paul: Vor allem ein Gefühl der Dankbarkeit. Ich konnte mein Patenkind besuchen. Vor Ort habe ich gesehen, wie meine Hilfe ankommt und wie sich Dinge zum Guten verändern. Ich habe erlebt, wie World Vision mit den Menschen gemeinsam arbeitet und dass Respekt und Augenhöhe ganz wichtig sind.
Auf meiner Reise habe ich kein Kind gesehen, das keine Unterstützung benötigen würde. Sei es in Sachen Gesundheit, Bildung, sauberes Trinkwasser im elterlichen Haus oder einfach nur eine Matratze. So viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind.
Wir haben unterwegs die ganz Bandbreite zwischen Arm und Reich erlebt. Viele Menschen leben in Armut und unter sehr schlechten Verhältnissen, aber dennoch lachen sie und sind von einer durchweg positiven Einstellung getrieben. Das habe ich in Deutschland so noch nie erfahren. Wir sollten mehr lachen und uns an den kleinen Dingen freuen.
Gemeinsam mit Paul hat auch Influencerin Anna an dieser Patengruppenreise nach Indien teilgenommen. Während ihrer Reise haben die beiden Fotos, Videos und Geschichten bei uns auf Instagram gepostet. Annas Bericht zur Reise finder ihr hier.
Fotoquellen: Paul und World Vision
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