Die Wirkung Ihrer Spende

Wie wir die Wirkung unserer Hilfe messen

Das Wohlergehen von Kindern steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Darauf richten wir unser gesamtes Handeln aus. Alle Projekte werden so geplant und umgesetzt, dass sie konkrete und positive Veränderungen im Leben von Kindern bewirken. Dabei zählt für uns nicht nur, was wir tun – sondern vor allem, was sich dadurch tatsächlich verbessert.

Diese Arbeit geschieht als gemeinsamer Prozess. Kinder, Familien und Gemeinschaften werden von Anfang an in die Planung, Durchführung und Bewertung der Maßnahmen einbezogen. So entstehen Lösungen, die im Alltag funktionieren und langfristig wirken.

Im Mittelpunkt steht für uns eine zentrale Frage: Welche Veränderungen konnten durch die gemeinsamen Maßnahmen im Leben von Kindern und ihren Familien erreicht und unterstützt werden? Um darauf verlässliche Antworten zu finden, überprüfen wir unsere Arbeit regelmäßig anhand klarer, einheitlicher Kriterien.
 

Wie wir Wirkung erreichen und messen

Um unsere Ziele für das Wohlbefinden der Kinder zu erreichen, arbeitet World Vision in fünf zentralen Bereichen: Kinderschutz, Bildung, Gesundheit und Ernährung, Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene sowie Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung.

In all diesen Bereichen setzen wir auf erprobte Ansätze aus der Entwicklungszusammenarbeit und der Humanitären Hilfe. Sie zeigen, wie sich durch gezielte Maß-nahmen kurz-, mittel- und langfristige Wirkungen von Hilfe erzielen lassen und bein-halten Instrumente und Hilfestellungen für die Projektplanung und -umsetzung.

World Vision arbeitet mit einheitlichen Indikatoren zur Messung der Qualität und Wirkung der Projekt- und Programmarbeit, um Aussagen über Wirkungen treffen zu können. Diese Indikatoren machen Veränderungen der Lebensqualität von Kindern und Familien in unterschiedlichen Lebensbereichen sichtbar. Wenn diese 
Indikatoren regelmäßig gemessen werden, kann man ablesen, wie sich die Lebensqualität der Kinder über die Jahre entwickelt.
 

Beispiel für einen Indikator:
 

  • Anteil der Kinder und Jugendlichen, die Kinderarbeit leisten

     

  • Anteil der Jugendlichen, die vor Vollendung des 18. Lebensjahres verheiratet werden

     

  • Anteil der geschulten Gemeindemitglieder, die wissen, wie sie Kinder bei Gefährdungen schützen und auf Kinderschutzvorfälle reagieren können
     

Beispiel für einen Indikator:
 

  • Anteil der Kinder in der 3. Klasse, die altersgerechte Lesefähigkeiten entwickelt haben

     

  • Anteil der Eltern und Bezugspersonen, die das Lernen ihrer Kinder aktiv unterstützen

     

  • Anteil der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 18 Jahren, die in Krisen- und Notsituationen Zugang zu Bildungsangeboten haben
     

Beispiel für einen Indikator:
 

  • Anteil der Kinder unter fünf Jahren, die gesund und altersgerecht entwickelt sind

     

  • Anteil der Kinder im Alter von 12 bis 59 Monaten, die die empfohlenen Schutzimpfungen erhalten haben

     

  • Anteil der Säuglinge, deren Geburt von qualifiziertem Gesundheitspersonal begleitet wurde
     

Beispiel für einen Indikator:

  • Anzahl der Kinder, die in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen Zugang zu Handwaschmög-lichkeiten haben

     

  • Anteil der Trinkwasserstellen in Gemeinden, die zuverlässig funktionieren

     

  • Anzahl der Gesundheitseinrichtungen mit Zugang zu sauberem Trinkwasser
     

Beispiel für einen Indikator:
 

  • Anteil der Haushalte, die natürliche Methoden zur Wiederbegrünung und Wiederherstellung von landwirtschaftlichen Flächen nutzen

     

  • Anteil der Haushalte, deren Ernteerträge durch klimaresiliente Anbaumethoden stabil geblieben oder gestiegen sind

     

  • Anzahl der Menschen, die in nachhaltigen und klimaangepassten Anbaumethoden geschult wurden
     

Wie Wirkungsmessung konkret funktioniert

Um sicherzustellen, dass Hilfsprojekte nachhaltige Veränderungen bewirken, verfolgt World Vision einen systematischen Ansatz der Wirkungsmessung. Dieser verbindet fundierte Planung vor Ort mit globaler Expertise und unabhängiger Prüfung.

 

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Grafik Wirkung

 

1. Zu Beginn steht die Bedarfsanalyse

Gemeinsam mit den Menschen vor Ort analysieren wir die aktuelle Situation, um Bedürfnisse zu erkennen und Prioritäten festzulegen. Gleichzeitig identifizieren wir bestehende Akteure – etwa Behörden oder NGOs –, um Synergien zu nutzen und lokale Strukturen gezielt zu stärken.

2. Planung und Indikatoren

Wir nutzen bewährte Ansätze aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Ernährung und Kinder-schutz. Um Fortschritte sichtbar zu machen, arbeiten wir mit klar definierten Indikatoren. Sie helfen uns zu messen, ob unsere Maßnahmen wirken und Veränderungen für Kinder und Familien erreichen.
Vor Beginn eines Projekts erfassen wir die Ausgangssituation. So können wir später nachvollziehen, was sich konkret verbessert hat.
 

3. Monitoring und Überprüfung

Unterschiedliche quantitative und qualitative Methoden helfen uns zu verstehen, inwiefern die Aktivitäten zu den gewünschten Veränderungen beitragen.
Dabei richten wir den Blick bewusst auch auf unerwartete oder negative Entwicklungen. So können wir früh reagieren und Maßnahmen gezielt anpassen.

 

4. Unabhängige Auswertung und Lernen

Diese Evaluation wird meist von unabhängigen Gutachterinnen und Gutachtern durchgeführt, um eine objektive Einschätzung zu gewährleisten.
Evaluationen können zu unterschiedlichen Zeitpunkten sinnvoll sein:
Während der Projektlaufzeit: um Maßnahmen zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen
Nach Projektabschluss: um den Gesamterfolg und die Nachhaltigkeit zu bewerten.
 

Die Ergebnisse dienen nicht nur der Kontrolle, sondern sind ein wesentliches Lerni-nstrument: Empfehlungen fließen direkt in laufende Maßnahmen ein oder werden bei der Planung neuer Projekte berücksichtigt. Außerdem helfen sie World Vision dabei, die eigenen Projektmodelle beständig zu hinterfragen und zu verbessern.

Warum Wirkungsorientierung wichtig ist

Wirkungsorientierung hilft uns, Verantwortung zu übernehmen – gegenüber den Kindern, den Gemeinschaften und Ihnen als Unterstützerin oder Unterstützer. Sie ermöglicht uns:

besser zu verstehen, was wirklich hilft
gemeinsam zu lernen und uns weiterzuentwickeln
transparent zu zeigen, was wir erreichen – und wo wir nachsteuern
Menschen vor Ort aktiv einzubeziehen und zu stärken

Transparenz und Mittelverwendung

85,6 % der uns anvertrauten Mittel fließen direkt in unsere Projektarbeit.
Wir legen jährlich offen, wie wir diese Mittel einsetzen – denn Vertrauen entsteht durch Transparenz.
 

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Grafik Mittelverwendung

 

„Menschen vertrauen uns ihre Unterstützung an. Wirkungskommunikation bedeutet für uns, offen zu zeigen, was wir gemeinsam erreichen – und wo wir noch besser werden können.“

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Bild McCarthy

Dr. Jennifer McCarthy

Technical Advisor DMEAL

Häufige Fragen zur Evaluation

Was verstehen wir unter Evaluation?

Unter Evaluation verstehen wir die systematische Erhebung, Auswertung und Bewertung von Informationen in einem Projektgebiet, die wir anhand objektiv nachprüfbarer Kriterien erfassen. 

Dazu zählen zum Beispiel die DAC-Kriterien der OECD: Relevanz, Effektivität, Effizienz, Wirkung und Nachhaltigkeit der Projektmaßnahmen. An diese Informationen gelangen wir mit verschiedenen sozialwissenschaftlichen Methoden. Die meisten Evaluationen umfassen einen Mix aus quantitativen Daten (Haushaltsumfragen, Sekundärdaten aus der Projektregion etc.) und qualitativen Daten (z. B. Gruppendiskussionen, Experteninterviews, Ranking-Methoden etc.). Ein Methodenmix hilft, die Schwächen einzelner Methoden zu verringern.

Werden Kinder und Jugendliche in die Evaluation miteinbezogen?

Ja. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Prinzip unserer Ar-beit.

Sie bringen ihre Perspektiven nicht nur in Projekte ein, sondern bewerten auch mit, was sich verändert. So stellen wir sicher, dass unsere Maßnahmen sich an ihren tat-sächlichen Bedürfnissen orientieren – und stärken gleichzeitig ihre Mitbestimmung und Teilhabe.
 

Wie viele Projekte werden pro Jahr durchschnittlich evaluiert?

Dies kann man nicht pauschal sagen, da jedes Jahr unterschiedlich viele Projekte enden oder während ihrer Laufzeit zwischenevaluiert werden. In den Jahren 2016 und 2017 haben wir insgesamt 58 Evaluationen durchgeführt: 28 in regionalen Entwicklungsprojekten, die durch Privatmittel finanziert wurden, und 30 in Projekten, die durch öffentliche Mittel gefördert wurden.

Wie oft wird ein Projekt evaluiert?

In der Regel wird ein langfristiges Regional-Entwicklungsprojekt alle vier bis sechs Jahre zwischenevaluiert sowie bei Projektende evaluiert. Bei bislang zwei Regional-Entwicklungsprojekten wurde zudem eine Ex-Post-Evaluation nach Förderende durchgeführt. Ex-Post-Evaluationen werden in der Regel ca. zwei bis fünf Jahre nach Projektende durchgeführt, um die Nachhaltigkeit zu ermitteln. Bei kürzeren Projekten mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren gibt es meistens lediglich eine Abschlussevaluation. Dies betrifft vor allem von öffentlichen Gebern finanzierte Projekte. Dabei gelten immer die Richtlinien des Gebers.

Wer führt die Evaluationen durch?

In den meisten Fällen beauftragt das Länderbüro vor Ort einen lokalen Gutachter bzw. ein Team aus Gutachtern. Nur in Ausnahmefällen wird ein Gutachter aus Deutschland beauftragt oder die Kollegen vor Ort führen selbst eine Evaluation durch. 

Im letzteren Fall evaluieren nicht die Projektverantwortlichen ihr eigenes Projekt (Selbstevaluation), sondern organisationsinterne Personen, die keine Verantwortung für das zu evaluierende Projekt ausüben (interne Fremdevaluation). 

World Vision Deutschland ist an dem gesamten Evaluationsprozess beteiligt. Dazu gehören u. a. die Ausschreibung, die Auftragsklärung zur Methodik und die Abnahme des Evaluationsberichts. Die Gutachter bewerben sich auf eine öffentliche Ausschreibung mit einem Angebot und werden dann nach Kriterien wie Erfahrung, Kompetenzen, Preis u.a. ausgewählt.

Wie lange dauert eine Evaluation?

Eine Evaluation dauert durchschnittlich 25-30 Tage. Davon sind ca. 5-7 Tage für die Vorbereitung, ca. 13-15 Tage für die Datenerhebung im Projektgebiet und ca. 5-8 Tage für die Datenauswertung und die Erstellung des Evaluationsberichts.

Wieviel kostet eine Evaluation?

Dies hängt teils vom Umfang des Projekts, teils von den Kosten vor Ort und teils davon ab, ob ein Gutachter bzw. welcher Gutachter (lokal oder in Deutschland) beauftragt wird. Grob kann man sagen, dass eine Evaluation zwischen 10.000 € und 35.000 € kostet.

Gibt es bei World Vision Standardindikatoren?

Ja. Im Zentrum der Arbeit von World Vision stehen bei allen Projekten die Kinder. Deshalb haben wir 15 Ziele für das Wohlbefinden von Kindern festgelegt, an denen wir unsere Arbeit für und mit Kindern ausrichten.

Für jedes Ziel hat World Vision Indikatoren definiert oder international anerkannte Indikatoren übernommen (Standardindikatoren). Diese ermöglichen es uns zu messen, inwieweit sich die Situation der Kinder in einem Projekt verändert hat. Die Standardindikatoren sind für alle World Vision-Büros verbindlich, d. h. in jedem Projekt werden Evaluationen unter Berücksichtigung dieser Indikatoren durchgeführt.

Warum führen wir Evaluationen durch?

Eine Evaluation gibt Aufschluss darüber, ob und inwiefern unsere Maßnahmen im Projektgebiet zu Veränderungen beigetragen haben – positiv oder negativ. Somit helfen uns die Informationen, die wir bei einer Evaluation gewinnen, unsere Maßnahmen in der nächsten Projektphase zu verbessern. Darüber hinaus ist eine Evaluation eine Möglichkeit, um bei Spendern und öffentlichen Gebern Rechenschaft über die Wirksamkeit unserer Arbeit abzulegen.

Was passiert mit den Ergebnissen einer Evaluation?

Zum einen werden die Ergebnisse genutzt, um Spender und öffentliche Geber über die Fortschritte bzw. erreichten Wirkungen der Projektarbeit zu informieren. Zudem werden die Ergebnisse vor Ort genutzt, um mit den beteiligten Familien und lokalen Partnern die weiteren Maßnahmen zu planen bzw. anzupassen.

Wie wird mit negativen Ergebnissen umgegangen?

Negativen Ergebnissen schenken wir besondere Aufmerksamkeit, denn sie helfen uns, unsere Arbeit für das Wohlbefinden von Kindern zu verbessern. Wir analysieren die Ursachen genau, um den Schwachstellen in der nächsten Phase entgegenzuwirken bzw. sie bei der Planung eines neuen Projekts zu berücksichtigen. 

Die Ursachen für negative Ergebnisse können beispielsweise sein: Schwächen bei der Projektplanung bzw. -umsetzung, fehlende fachliche Kenntnisse bei den Projektmitarbeitern, Instabilität im Kontext durch politische Krisen oder Naturkatastrophen.

Geschichten, die Wirkung greifbar machen

Wirkung lässt sich messen – und erzählen. Erfahren Sie in unseren Geschichten, wie konkrete Veränderungen im Leben von Kindern Hoffnung schenken, Chancen eröff-nen und Zukunft möglich machen.
 

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