Gesundheit fürs Leben

Gesundheitslücke in Entwicklungsländern

In Entwicklungsländern sind Krankenhäuser mit qualifizierten Ärzten, guter Ausstattung und Medikamenten Mangelware, vor allem in entlegenen Gebieten. Viele Menschen müssen sich mit einer rudimentär eingerichteten Gesundheitsstation zufriedengeben, in der nur eine Krankenschwester helfen kann. Oft sind viele Stunden Fußmarsch nötig, um dort hinzugelangen – eine Zumutung für kranke Menschen und auch Schwangere. In armen Regionen sind Infekte und Durchfall die häufigsten Krankheiten und Todesursachen. Ein großes Problem ist zudem die Mangelernährung bei Kleinkindern, Schwangeren und stillenden Müttern.

Rudimentär eingerichtete Gesundheitsstation
Schlechte Ausstattung einer Gesundheitsstation

Die Gesundheitsversorgung für Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern, ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von World Vision. In vielen Ländern und Projekten haben wir entsprechende Maßnahmen im Programm, um die Gesundheitslücken zu schließen. Unser Ziel ist, die Menschen langfristig unabhängig von unserer Hilfe zu machen.

Dafür sind wir auf deine regelmäßige Spende angewiesen, die wir an verschiedenen Orten einsetzen – eben da, wo die Gesundheitsbedingungen sehr schlecht sind. Unterstütze uns regelmäßig mit einer Themenspende (ab 10 €/Monat). 

Alle 60 Sekunden bekommt ein hungriges Kind dank World Vision etwas zu essen

Alle 60 Sekunden bekommt ein hungriges Kind dank World Vision etwas zu essen.

Jedes dritte Kind im Sudan ist untergewichtig

89 % der von uns betreuten, unterernährten Kinder konnten in den letzten 5 Jahren geheilt werden.

Deine Spende ist mehr als eine Finanzspritze

Deine Spende ist mehr als eine Finanzspritze.

Unsere Maßnahmen für mehr Gesundheit

  • Wir schulen lokale Gesundheitshelfer, die in ihren Dörfern die Familien aufklären, beraten und Kinder mit leichten Krankheiten behandeln können.
  • Wir schulen Ernährungsberater, die sich insbesondere um Familien mit unterernährten Kindern kümmern.
  • Wir stellen Kindern mit Mangelerscheinungen Vitamin-A-Präparate zur Verfügung.
  • Wir veranstalten Gesundheitsschulungen für die Familien, in denen wir sie u. a. über Ernährung, Durchfallbekämpfung und Schutz vor HIV aufklären.
  • Wir helfen den Familien beim Anlegen von Gemüsegärten, damit die Kinder mehr Vitamine zu essen bekommen.
  • Wir bauen Entbindungsstationen und unterstützen die Ausbildung von Hebammen.
Gesundheitsstation testet Kinder auf Malaria

Nach nur 15 Minuten gibt der Schnelltest die Antwort auf die Frage: Hat ein Kind Malaria oder nicht?

Kind wird in Gesundheitsstation gewogen

Für Julius ist die Waage wie eine Schaukel und er genießt es, in der Luft zu schwingen. Die Messung zeigt, dass sein Gewicht seinem Alter von 13 Monaten entspricht – alles gut!

Hebamme mit neugeborenem Baby

World Vision unterstützt die Ausbildung von Hebammen, die sich um die Gesundheitsversorgung von Mutter und Kind kümmern.

Hunger stoppen: Projektbeispiel Sudan

Der Sudan, vor allem die südliche Region um Darfur, kommt seit Jahren nicht zur Ruhe: Verschiedene Rebellengruppen kämpfen gegen Soldaten der Armee um die Vormacht im Land. Drei Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hinzu kommen 84.000 Flüchtlinge aus dem jungen Nachbarstaat Südsudan. In Süd-Darfur arbeitet World Vision daran, die Gesundheitsversorgung von 30.000 Kindern unter fünf Jahren sowie 8.500 schwangeren und stillenden Frauen zu verbessern. Mit dem Projekt wollen wir die Auswirkungen von akuter Unterernährung bekämpfen. Kinder, die unterernährt und daher entkräftet sind, haben eine schwache Immunabwehr. Das macht sie zum Beispiel für Durchfall oder Infekte besonders anfällig. Stark unterernährte Kinder behandeln wir mit einer speziellen Aufbaunahrung. Vor allem geht es aber darum, den Hunger mit nachhaltigen Maßnahmen zu stoppen.

Gesundheitsstation
Aufbaunahrung

Interview mit Gesundheitsexpertin Juliane Gross

Juliane Gross arbeitet seit 2016 bei World Vision Deutschland. Von Projektreisen weiß sie, dass die Gesundheitsversorgung in vielen Ländern unzureichend ist.

Gesundheitsexpertin Juliane Gross

Woran kranken viele Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern?

„Gesundheit und Entwicklung stehen in direkter Wechselwirkung. Wo es wenig Ressourcen gibt, ist oft nicht genug Geld für das Gesundheitssystem da und der Staat kann dem Bedarf der Bevölkerung nicht gerecht werden. Konkret bedeutet das: Mangel an medizinischem Personal, zu wenige Krankenhäuser oder Gesundheitsstationen mit unzureichender Ausstattung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zum Beispiel, dass es in einem Land mindestens 23 Ärzte pro 10.000 Einwohner geben sollte. Im Sudan gibt es gerade mal drei Ärzte pro 10.000 Einwohner."


An welchen Krankheiten leiden die meisten Menschen im Sudan?

„Die Datenlage zeigt, dass viele Menschen im Sudan vor allem an Infektionen der Atemwege oder Durchfallerkrankungen leiden, die leider oft zum Tod führen. Diese Krankheiten wären mit einer adäquaten Gesundheitsversorgung leicht zu behandeln. Ein weiteres Problem ist, dass eine Frau meist schon während der Schwangerschaft unzureichend versorgt wird, was sich negativ auf die Entwicklung des Fötus auswirkt: Das Kind kommt geschwächt auf die Welt und ist so anfälliger für Krankheiten."


Wo holen sich Menschen Hilfe, wenn kein Krankenhaus in der Nähe ist?

„Das ist sehr unterschiedlich. In manchen Gegenden existieren alternative Strukturen, wie etwa kleinere Gesundheitsstationen, wo die Menschen vor allem zur Vorsorge hingehen können. In anderen Gebieten werden Dörfer von mobilen Kliniken oder Gesundheitspersonal besucht und die Menschen vor Ort behandelt. Oft suchen sich erkrankte Menschen auch Hilfe bei traditionellen Heilern, die jedoch häufig nicht helfen können und mehr Schaden anrichten. Die Realität ist aber, dass viele Menschen gar keinen Zugang zu Gesundheitsleistungen haben und im Notfall auf sich selbst gestellt sind."


Warum ist es gerade für Kinder so wichtig, regelmäßig gesundheitlich überprüft zu werden?

„Krankheiten sind für Kinder viel gefährlicher als für Erwachsene. Gerade Kleinkinder haben noch kein ausgebildetes Immunsystem, sodass eine ‚einfache‘ Infektion unbehandelt oft schon lebensbedrohlich sein kann. Die gesundheitliche Versorgung bei Kindern ist also wichtig, um Krankheiten früh zu erkennen oder vorzubeugen. Außerdem können Krankheiten die Entwicklung beeinträchtigen. Wenn ein Kleinkind zum Beispiel Durchfall hat, massiv Gewicht verliert und diesen Verlust über längere Zeit nicht aufholt, kann die kognitive und physische Entwicklung langfristig beeinträchtigt sein."


Wie hilft World Vision dabei, die Gesundheitsversorgung zu verbessern?

„Wir wollen auf drei Ebenen eine Verhaltensänderung bewirken: Erstens unterstützen wir Betroffene direkt, oftmals mit Hilfe von mobilem Gesundheitspersonal. Zweitens beziehen wir Familien, Lehrer, traditionelle und religiöse Führer mit ein, schulen sie zu Gesundheit und helfen ihnen beim Aufbau von Komitees und dem Austausch untereinander. Drittens versuchen wir, Einfluss auf das soziokulturelle Umfeld, das Gesundheitssystem und die Regierung zu nehmen."