Unerreichbar, unbezahlbar: Vielen Kindern ist der Weg zur Schule versperrt.
Kriege, Naturkatastrophen und Flucht reißen sie aus ihrem Alltag. Oft fehlen Schulen, Lehrkräfte oder schlicht das Geld für Stifte und Hefte. Wenn Kindern der Zugang zu Bildung verwehrt bleibt, können sie ihre Talente nicht entdecken und ihre Fähigkeiten nicht entfalten – ihre Chancen auf eine gute Zukunft schwinden. Bildung gibt Menschen aber nicht nur das Werkzeug, um ihre eigene Situation zu verbessern – sie befähigt sie auch dazu, ihre gesamte Gemeinschaft und die Wirtschaft vor Ort positiv zu verändern.
World Vision schafft Zugang zu Bildung und eröffnet neue Perspektiven. Wir unterstützen Kinder und Jugendliche in Krisengebieten dabei, ihr Recht auf Bildung einzufordern. Dabei fördern wir nicht nur das klassische Schulwissen, sondern auch praktische Fähigkeiten und Handwerke. Mit diesem Wissen können sie später eigene kleine Unternehmen gründen und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Das verbessert die Situation der Menschen dauerhaft und nachhaltig.
Das Recht auf Bildung ist ein Kinderrecht und Menschenrecht
4,6 Millionen Kinder profitierten im Jahr 2024 von den World Vision Bildungsprogrammen.
World Vision ist eine globale Gemeinschaft und in 100 Ländern aktiv.
Wir sind eine der größten Kinderhilfsorganisation der Welt – seit 75 Jahren.
Deine Spende kommt an: Transparent und zertifiziert.
Der Zugang zu Bildung weltweit ist ungleich verteilt
Auch wenn das Recht auf Bildung in verschiedenen Abkommen festgeschrieben ist, sieht die Realität von Millionen Kindern doch ganz anders aus. Denn der Zugang zu Bildung ist weltweit ungleich verteilt. Und das hat verschiedene Gründe:
Vorschulbildung bleibt vielen Kindern verwehrt
In vielen Ländern des globalen Südens müssen Familien für Vorschulbildung bezahlen. Deshalb geht weniger als die Hälfte aller Kinder in Kindergarten oder Vorschule – oft nur Kinder aus wohlhabenden Familien.
Besonders hart trifft es Mädchen, Kinder mit Behinderungen und Kinder aus Minderheiten. Vielen von ihnen wird der Zugang zu Bildung sogar komplett verweigert.
Weite Wege, wenig Chancen: Bildung in ländlichen Regionen
In ländlichen Gebieten gibt es häufig weder gut ausgestattete Schulen noch ausreichend qualifiziertes Lehrpersonal. Insbesondere die Grundschulen auf dem Land sind oft überfüllt und die Kinder müssen sehr weite Wege auf sich nehmen, um zur nächsten Schule zu gelangen.
Wenn es wenig Lernanreize im Umfeld gibt und auch die Möglichkeit nicht gegeben ist, nach Grundschule eine Ausbildung anzuschließen oder berufliche Perspektiven fehlen, besuchen viele Kinder nur unregelmäßig oder wenige Jahre die Schule.
Mädchen zwischen Haushalt, Ehe und verlorener Bildung
In vielen Ländern werden Kinder, insbesondere Mädchen, in jungen Jahren verheiratet und müssen sich fortan um die Familie und den Haushalt kümmern, weshalb sie nicht die weiterführende Schule besuchen können.
Oft müssen Kinder auch zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und arbeiten gehen, anstatt in die Schule.
Wenn Krisen Kinder aus der Schule reißen
Krisen, Naturkatastrophen, Konflikte und Flucht verhindern oft, dass Kinder zur Schule gehen – manchmal für Monate oder sogar Jahre. Auch die Covid-19-Pandemie hat Bildungssysteme auf der ganzen Welt stark belastet. Durch Lockdowns mussten Schulen geschlossen werden, und viele Kinder und Jugendliche konnten lange Zeit nicht zur Schule gehen.
Obwohl der Staat dafür verantwortlich ist, dass Kinder zur Schule gehen können, hatten viele während der Schulschließungen keinen Zugang zu Fernunterricht oder anderen Lernmöglichkeiten. Millionen Kinder kehrten selbst nach der Wiedereröffnung der Schulen nicht mehr in den Unterricht zurück.
So schafft World Vision echte Perspektiven
World Vision hilft Kindern auf vielen Wegen, damit sie zur Schule gehen können. Besonders wirksam ist das durch unsere Kinderpatenschaften: Wir bringen Familien, Lehrer und Behörden an einen Tisch, klären über Bildungsrechte auf und packen dort an, wo Hilfe fehlt.
Wir arbeiten eng mit Familien, lokalen Institutionen, Partnern und Bildungsministerien zusammen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass jedes Kind Zugang zu Bildung hat.
In den Bildungsprogrammen geht es World Vision nicht nur um das Erlernen guter Lese- und Rechenfähigkeiten, sondern zudem um eine ganzheitlich positive Entwicklung von emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten.
Globales Umdenken bei Bildungsinitiativen
Ein verbesserter Bildungszugang für Kinder war lange Zeit das Hauptziel internationaler Entwicklungszusammenarbeit zur Umsetzung des Rechts auf Bildung. Auch World Vision hat viele Regionen erfolgreich dabei unterstützt, dieses Ziel zu erreichen, beispielsweise durch den Bau und Renovierung von Schulen oder die Bereitstellung von Lehrmaterialien. Durch gesellschaftliche Bewusstseinsbildung und Anwaltschaft konnten auch Hindernisse wie fehlende Geburtsurkunden oder Vorbehalte gegen Schulbildung - zum Beispiel für Mädchen - abgebaut werden.
Trotz vieler positiver Trends wurde in den Weltbildungsberichten der UNESCO deutlich, dass eine gute Grundbildung für alle Kinder weltweit nur mit weiteren Reformen und mehr gezielter Förderung von Kindern in schwierigen Lebenslagen erreicht werden kann. Derzeit erzielen Millionen Kinder beim Schulbesuch nicht die Lernerfolge, die sie für einen erfolgreichen Abschluss brauchen und immer noch besuchen fast 250 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule.
Heute geht es in der Entwicklungszusammenarbeit deshalb vor allem darum, die Qualität von Bildung zu verbessern, Benachteiligungen entgegenzuwirken, stärker auf Inklusion zu achten, Lehrpersonal weiterzubilden und außerschulische Lernmöglichkeiten einzubeziehen. Im Kontext der neuen nachhaltigen Entwicklungsziele erhält auch die Ausrichtung von Bildung auf nachhaltige Entwicklung einen höheren Stellenwert.
Häufig gestellte Fragen zu Bildung weltweit
Weltweit haben 244 Millionen Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Bildung. Es gibt deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Im Grundschulalter sind mehr Mädchen (34 Millionen) als Jungen (30 Millionen) betroffen. Von weiterführenden Schulen sind mehr Jungen ausgeschlossenen (102 Millionen) als Mädchen (93 Millionen).
Das Recht auf Bildung ist völkerrechtlich nahezu weltweit anerkannt. In der Praxis wird es jedoch in einigen Ländern eingeschränkt – etwa in Afghanistan, wo Mädchen aktuell keinen Zugang zu weiterführender Bildung haben.
Besonders betroffen sind Länder mit Armut, Konflikten oder Instabilität – etwa der Südsudan, Niger oder Mali.
Die USA haben die UN-Kinderrechtskonvention zwar unterzeichnet, aber als einziges UN-Mitgliedsland nicht ratifiziert. Gründe sind vor allem Bedenken hinsichtlich der nationalen Souveränität, möglicher Eingriffe in das Elternrecht und der Vereinbarkeit mit der Gesetzgebung der einzelnen Bundesstaaten.