Die Zahlen sind erschütternd: Bei Angriffen im Libanon sind seit März mehrere hundert Kinder getötet oder verletzt worden. Mehr als eine Million Menschen sind vor den Kämpfen geflohen. Trotz einer verlängerten Waffenruhe bleibt die Lage unsicher. Viele Menschen leben in ständiger Angst. Familien aus dem Südlibanon haben keine schnelle Aussicht auf Rückkehr oder eine andere dauerhafte Lösung. Ihre Wohnungen sind zerstört oder stark beschädigt, die Versorgung mit Wasser, Strom und medizinischer Hilfe stark eingeschränkt. Gefahren durch weitere Luftangriffe und durch Blindgänger sind keineswegs gebannt.
World Vision leistet mit eigenen Mitarbeitenden und mit mehr als 20 örtlichen Partnern Nothilfe, die bis Ende April mehr als 180.800 Menschen erreicht hat. Geflüchtete Familien und ältere Menschen erhalten in Notunterkünften unter anderem warmes Essen und Trinkwasser, Matratzen und Decken oder Hygieneartikel. Wir unterstützen gemeinsam mit "Aktion Deutschland Hilft" auch mobile Gesundheitsdienste, da viele Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen überlastet sind. Unsere Hilfe für Kinder ist darauf ausgerichtet, Schutz zu bieten, Stress abzubauen und Bildungschancen zu erhalten. Spenden sind weiterhin sehr wichtig, um diese Angebote aufrechterhalten zu können.
Steigender Bedarf an Hilfe für geflüchtete Kinder
Rund die Hälfte aller Kinder im Libanon ist von den Konflikt-Folgen direkt betroffen. Viele sind mehrfach vertrieben, leben jetzt in überfüllten Notunterkünften, bei anderen Familien oder auch in Zelten. Die psychische Belastung ist enorm. Auch der Bedarf an Hilfen zum Überleben steigt bei fortgesetzter Zerstörung und anhaltenden Bewegungseinschränkungen. Während der Schulunterricht für viele ausfällt oder nicht erreichbar ist, geraten Kinder zunehmend unter Druck, durch Kinderarbeit zum Überleben der Familie beizutragen. Damit gehen viele Risiken einher. Flexible Hilfen sind in dieser Lage am wirksamsten.
Ein sicherer Ort für Kinder in Konfliktgebieten
Libanon: Tausende Kinder erneut auf der Flucht