Es sind Zahlen, die erschüttern. Über 80.000 Menschen sind im Libanon auf der Flucht, 29.000 davon Kinder. Viele der Vertriebenen mussten alle zurücklassen, haben kaum mehr als das, was sie am Leib tragen. Sie flüchten vor den Bomben und Granaten, die ihre Häuser und Wohnungen im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut zerstören. Etwa 90 Kinder sind seit Beginn der erneuten Eskalation des Konfliktes im Kontext des Irankrieges getötet worden. Angst und Unsicherheit bestimmen jetzt das Leben vieler libanesischer Familien, und wieder tragen Kinder die Hauptlast der Vertreibung. Der Unterricht im ganzen Land fällt aus, stattdessen dienen viele Schulen als Notunterkünfte.
Von den 399 Notunterkünften im Land sind fast alle voll ausgelastet. In über 100 davon leistet World Vision Hilfsmaßnahmen, versorgt Kinder und ihre Familien mit Essen, Hygieneartikeln und weiteren Hilfsgütern wie Matratzen. Seit Beginn der Eskalation hat World Vision Libanon mehr als 57.000 Menschen, darunter mehr als 20.000 Kinder, unterstützt.
Steigender Bedarf an Hilfe für geflüchtete Kinder
Der humanitäre Bedarf wird voraussichtlich in den kommenden Tagen weiter steigen. Und Tausende von Kindern werden psychosoziale Unterstützung und Schutzmaßnahmen benötigen. Heidi Diedrich, Landesdirektorin von World Vision Libanon: „Jedes Mal, wenn Familien zur Flucht gezwungen werden, verlieren Kinder das wenige, was ihnen an Stabilität noch geblieben ist. Sie lassen ihre Häuser, Schulen und ihr Gefühl der Sicherheit zurück. Sie brauchen dringend psychosoziale Unterstützung, Schutz und sichere Orte, an denen sie sich wieder wie Kinder fühlen können.
Ein sicherer Ort für Kinder in Konfliktgebieten
Libanon: Tausende Kinder erneut auf der Flucht