14.04.2026

Drei Jahre Krieg im Sudan

Kinder berichten von ihrem Leben

Autor: DBathe

Es sind erschreckende Bilder, wenn Kinder und ihre Familien mit letzter Kraft die Flüchtlingslager in Darfur, im Sudan erreichen. Ihre Körper sind von Hunger gezeichnet, viele sind krank, manche haben nicht einmal mehr Kleidung, um sich vor Hitze und Wind zu schützen. Sie flüchten vor der Gewalt in ihrem Land, den Bombardements, den Überfällen und Vergewaltigungen.

Unter den Geflüchteten sind viele Kinder, die Schreckliches erlebt haben. Und sie leiden nicht minder: 4,2 Millionen Kinder im Sudan sind unterernährt. Über 10 Millionen können keine Schule mehr besuchen. Und wenn sie von ihrem Leben berichten, das seit drei Jahren vom Krieg geprägt ist, dann spiegeln ihre Worte den Schrecken und die Nöte ihres Alltags wider.

Menschen in Sudan

Fatima ist zwölf Jahre alt und hat mit ihrer Mutter Zuflucht im Lager gefunden. „Unser Heim ist zerstört. Unsere Familie auseinandergerissen. Die Leute sind hungrig und brauchen dringend Wasser.“ Auch der 11jährige Zachariah lebt jetzt im Lager. Seine Heimat wurde ebenfalls zerstört, auch die Schule, die er besuchte. Zachariah: „Wir brauchen aber Schulen und Lehrer. Wir lernen sonst nichts fürs Leben.“

Das Leben von Zivilisten im Sudan, insbesondere in der Region Darfur, ist nach drei Jahren Krieg von einer katastrophalen humanitären Lage, anhaltender Gewalt und systematischer Vertreibung geprägt. Der Konflikt, der im April 2023 eskalierte, hat sich zu einer der weltweit schwersten humanitären Krisen entwickelt, wobei Darfur als eines der Epizentren der Gewalt gilt.

Opfer sind jedoch in erster Linie die Zivilisten. In der Stadt El Fasher leben noch nur noch 25.000 Menschen, nachdem bewaffnete Gruppen die Stadt eingenommen und Massaker unter den Zivilisten angerichtet haben. Zuvor hatte El Fasher zweieinhalb Millionen Einwohner.

Kinder in Sudan

Vor wenigen Wochen wurde die einzige Klinik mit Lehrbetrieb und Entbindungsstation in Ost-Darfur, in El Daein, mit schweren Waffen und Drohnen angegriffen. Mindestens 64 Menschen starben, darunter zahlreiche Kinder. Nur ein Beispiel für das weitgehend zerstörte Gesundheitssystem in Sudan, wo etwa 80 Prozent der medizinischen Einrichtungen nicht mehr funktionsfähig sind.

Gewalt, Hunger und Krankheiten und noch darüber hinaus werden Kinder im Sudan von einer weiteren Notsituation um ihre Perspektiven für eine bessere Zukunft gebracht: Es gibt fast keinen Schulunterricht mehr, vor allem in den umkämpften Gebieten.

World Vision ist in der Region mit Hilfsmaßnahmen aktiv. Auch in dem Lager, in dem Fatima und Zachariah leben. Und ihre Freundin Foudul. Sie ist zehn Jahre alt und freut sich, dass sie wenigstens hier im Lager wieder essen, trinken und spielen kann. Und eine

Schule besuchen, die mit Hilfe von World Vision eingerichtet wurde: „Ich liebe es zu lernen. Wir brauchen zwar noch Bücher und Stifte, aber immerhin lernen wir hier.“ Für eine Zeit nach dem Krieg, eine Zeit, in der sie einfach wieder Kinder sein dürfen.