Mädchen arbeitet an der Nähmaschine

12 Stunden Jeans nähen für 1 Euro

Kinderarbeitern Schutz und Bildung geben
Author: UBauer  | 
16. September 2019
Author: UBauer
Kinderarbeiterin aus Bangladesch

Bittere Armut und ein kranker Vater zwangen Bithis Familie, die zwei ältesten Töchter zum Arbeiten in eine Textilfabrik zu schicken.

Kinderarbeiterin Bithi an ihrem Arbeitsplatz, der Nähmaschine

Bithi ist eines von Tausenden Kindern in Bangladesch, die Jeans zusammennähen, die sie sich selbst nie leisten können.

Bithi aus Bangladesch arbeitet in deiner Textilfabrik

Als Bithi anfing, in der Fabrik zu arbeiten, war sie 12 Jahre alt. Sie erinnert sich noch daran: „Am ersten Tag ging es mir schlecht und ich habe geweint.“

Kinderarbeiterin in einer Textilfabrik an der Nähmaschine

Jeden Tag hilft Bithi mit ihrer Arbeit, dass mindestens 480 Paar Jeans hergestellt werden. Nach ihrer 12-Stunden-Schicht hat sie etwa 1 Euro verdient.

Doch Kinderarbeiter sind wie andere Kinder auch: Sie spielen gerne, verbringen Zeit mit ihren Freunden und wollen zur Schule gehen. Kennen Sie auch solche Kinder? Es sind Kinder wie Ihre Tochter, der Nachbarsjunge nebenan oder Ihre Nichte. Kinder, die wie unsere in Deutschland ein Recht auf ihre Kindheit haben. Auf Bildung. Auf körperliche und seelische Unversehrtheit.

Helfen Sie uns mit einer monatlichen Spende, Kinderarbeitern ihre Kindheit zurückzugeben.

Kinderarbeit weit verbreitet

152 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit arbeiten – das heißt: fast jedes zehnte Kind auf der Welt ist ein Kinderarbeiter. Sie sind billige Arbeitskräfte in vielen Branchen: Sie arbeiten unter anderem in der Landwirtschaft, in Steinbrüchen, in Fabriken, privaten Haushalten und Werkstätten. Sie zertrümmern Steine, zerlegen Motoren oder setzen Spielzeug zusammen, bauen Kobalt ab für unsere Handyakkus, montieren elektronische Geräte oder nähen Kleidung.

Junge, der in einer Werkstatt arbeitet
Mädchen zertrümmert Steine

Kinderarbeit für unseren Konsum

Viele Unternehmen zählen auf die Kinderarbeiter und könnten ihre Preispolitik ansonsten nicht halten. Als Konsumenten profitieren wir davon und fördern sie durch unser schnelllebiges Einkaufsverhalten. Eine Bluse oder Hose mehr gekauft, weil sie so günstig ist? Ein neues Handy, weil es schicker ist? Unser Konsum trägt dazu bei, dass auf der anderen Seite der Welt Kinder arbeiten.

Wir können es ändern und beim Einkauf nach einem Verhaltenskodex des Unternehmens fragen oder nach den Produktionsbedingungen. Wir können auf Siegel achten, wie zum Beispiel den neu eingeführten „Grünen Knopf“, der Textilien kennzeichnet, die sozial und ökologisch nachhaltig hergestellt wurden, oder auch andere Quellen zu Rate ziehen.

Wir können uns auch bildlich vorstellen, unter welchen Umständen das Produkt, das ich gerade in der Hand halte, eventuell hergestellt wurde. Wer saß am Anfang des Herstellungsprozesses? Ein Kind? In vielen Fällen ist das gut möglich.

Kinderarbeitern eine Zukunft geben

Die Ausbeutung von Kindern verstößt gegen die weltweit gültigen Kinderrechte. Statt durch Arbeit ihre Kindheit zu verlieren, brauchen Kinder eine Chance auf Bildung und Ausbildung. World Vision hilft ihnen dabei:

  • Wir klären Kinder, Eltern und die Arbeitgeber über Kinderarbeit auf und welche Schäden daraus entstehen.
  • Wir bieten speziellen Unterricht für Kinderarbeiter an: Sie haben zum Teil mehrere Jahre keine Schule mehr besucht und können dadurch wieder Anschluss an die Regelschule finden.
Kinderarbeiter lernen lesen und schreiben
Kinder in einem World Vision Bildungszentrum
  • Wir unterstützen Jugendliche darin, eine Ausbildung zu bekommen.
  • Wir helfen Eltern, neue Verdienstmöglichkeiten aufzutun oder bilden sie weiter, damit sie nicht vom Einkommen ihrer Kinder abhängig sind.
  • Wir unterstützen Kinderschutz-Netzwerke, damit diese besser darauf dringen können, dass Gesetze gegen ausbeuterische Kinderarbeit eingehalten werden.
  • Wir arbeiten mit Regierungen und Behörden vor Ort, um Kinderrechte zu stärken.

Helfen Sie mit und unterstützen Sie uns mit einer monatlichen Spende, damit Kinder wieder zur Schule gehen.