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Ebola: Im Kampf um das Leben der Kinder

Gesundheitshelfer werden immer wieder angegriffen
Autor: Dirk Bathe  | 
3. Juli 2019
Autor: Dirk Bathe
Waschstationen
Impfungen

Momentan gibt es wieder alarmierende Nachrichten: 12 neue bestätigte Ebola-Fälle meldete das Gesundheitsministerium am 14. Juli, und ein Reisender brachte das Virus jetzt in die Millionenstadt Goma. Dort ist man für die Kontrolle einer Ausbreitung jedoch besser gerüstet als kleinere Provinzstädte. 

In der Region Mabalako haben Pierre* und seine Kollegen von der mobilen Bestattungseinheit wieder ein Tuch über eine Leiche gezogen. Ein Kind, keine drei Jahre alt, ist gestorben. Es ist eines von mindestens 242 Todesopfern allein in dieser Gegend, die das Ebola-Virus gefordert hat. Im ganzen Osten sind bereits über 1600 Menschen an den Folgen der Krankheit gestorben. Die Dunkelziffer könnte noch höher liegen, denn viele Erkrankte lassen sich nicht registrieren. 

„Das Misstrauen gegenüber Gesundheitsdiensten und Fehlinformation haben die Bemühungen zur Eindämmung des Virus erheblich behindert", erklärt Dr. Agoustou Gomis. Viele Menschen glauben, dass ihre Verwandten oder Freunde erst in den Behandlungszentren infiziert werden und dass die Helfer kein Interesse an einer Heilung hätten, weil sie ja sonst ihre Jobs verlören. Diese Gerüchte werden auch gezielt von Milizen verbreitet, die in der Region aktiv sind und von einer instabilen Lage profitieren. Denn so können sie ihre illegalen Geschäfte und gewalttätigen Übergriffe fortsetzen.

Misstrauen und Fehlinformationen behindern uns.
Dr. Agoustou Gomis

„Um viele Menschen mit Aufklärung zu erreichen, bilden wir respektierte Persönlichkeiten aus, die dann gut auf den Kontext zugeschnittene Botschaften mit ihren Gemeinschaften und über Radioprogramme teilen können“, erklärt Dr. Gomis. World Vision nutze dafür gute Kontakte zu Lehrer und Lehrerinnen, Glaubensgemeinschaften und lokalen Gesundheitshelfern. 

Anknüpfend an Erfahrungen in Sierra Leone, aktiviert World Vision mit dem Ansatz „Channels of Hope“ für die Kommunikation besonders die Führer von Glaubensgemeinschaften, die auch in der DR Kongo einen großen Einfluss auf das soziale Leben haben. 

Pater Innocent Mivumbi hat sich durch das Programm ausbilden lassen. In seiner Kirche in der Großstadt Goma predigt er an Sonntagen vor über 1.000 Menschen. Darüber, dass ständiges Händewaschen hilft, die Infektionswege zu unterbrechen. Dass es Leben rettet, die Leichen der Ebolaopfer nicht zu waschen, wie es die Tradition eigentlich verlangt. Und dass es einen wirksamen Impfstoff gibt, der vor Ebola schützt.

Von World Vision unterstütztes Radioprogramm zu Ebola im Ostkongo
Pater Innocent Mivumbi klärt in seiner Kirche in Goma zu Ebola auf

Geschulte Mitarbeiter von World Vision ziehen durch die kleineren Städte und Dörfer und verteilen neben Informationen auch Hygienesets. An wichtigen Knotenpunkten installieren sie Waschstationen für Reisende. Und immer wieder sorgen mobile Bestattungseinheiten für sichere Begräbnisse. So wie Pierre und seine Kollegen, die unermüdlich dafür kämpfen, dass das Virus besiegt wird.

*Name geändert

Beitrag aktualisiert am 15. Juli 2019


Hintergrund:

In der Demokratischen Republik Kongo leben rund 60 Prozent der Bevölkerung von weniger als einem Euro am Tag. World Vision ist in 13 von 26 Provinzen im Einsatz. Programme zur Bekämpfung von Armut, zur Verbesserung von Gesundheit, Ernährung und Bildung sowie Hilfen in akuten Krisen haben im vergangenen Jahr mehr als eine Million Kinder erreicht. 

An Maßnahmen zur Ebola-Prävention und -bekämpfung beteiligt sich World Vision auch in den angrenzenden Ländern Südsudan und Uganda.