Eswatini, früher bekannt als Swasiland, ist ein kleines Binnenland im südlichen Afrika und zugleich ein Land voller Gegensätze. Eswatini verzeichnet rund 1,2 Millionen Einwohner und ist eine der letzten absoluten Monarchien dieser Welt. Während es offiziell als Land mit mittlerem Einkommen gilt, lebt ein großer Teil der Bevölkerung weiterhin in Armut.
Zwei Drittel der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, doch Dürren und Wassermangel führen immer häufiger dazu, dass Ernten ausbleiben und Familien nicht ausreichend versorgt sind. Viele Familien kämpfen täglich darum, ausreichend Nahrung, sauberes Wasser und medizinische Versorgung zu sichern.
Gleichzeitig hat Eswatini Swasiland eine der höchsten HIV-Raten weltweit: Mehr als jeder vierte Erwachsene lebt mit dem Virus. Diese Realität prägt den Alltag vieler Kinder. Sie wachsen oft unter schwierigen Bedingungen auf, haben keinen verlässlichen Zugang zu Bildung und tragen früh Verantwortung.
Und doch gibt es Fortschritte: Gemeinschaften entwickeln eigene Lösungen, Kinder gehen wieder zur Schule, Familien schaffen neue Einkommensquellen. Genau hier setzt unsere Entwicklungszusammenarbeit an: langfristig, partnerschaftlich und nachhaltig.
World Vision ist seit 1992 in Eswatini aktiv und arbeitet seitdem mit lokalen Partnern zusammen. Gemeinsam stärken wir Familien, verbessern die Ernährungssituation, schützen Kinder und schaffen Zugang zu sauberem Wasser und Bildung.
World Vision in Eswatini
- seit 1992 vor Ort
- Sitz des Landesbüros: Mbabane
- Hier sind wir aktiv: In ländlichen und städtischen Gebieten Eswatinis
Ausgewählte Erfolge unserer Arbeit
- Seit 2020 wurden insgesamt 390.843 Menschen erreicht. Davon waren fast die Hälfte Kinder.
- Allein im Jahr 2024 ist der Anteil der Haushalte mit zusätzlichen und krisensicheren Einkommensquellen in Projektgebieten von 37 auf 57 % gestiegen.
- 24.211 Menschen wurden beim Aufbau und der Nutzung von Spargruppen unterstützt.
- 7.675 Frauen und Männer konnten ihr Finanzwissen und den Umgang mit Geld ausbauen.
Aktuelle Lage: Warum Hilfe in Eswatini notwendig ist
Trotz wirtschaftlicher Fortschritte bleibt die Lebensrealität vieler Menschen in Eswatini (Swasiland) schwierig. Wachstum kommt bei vielen Familien, vor allem in ländlichen Regionen, nicht an. Armut, Hunger und Gewalt prägen den Alltag vieler Kinder und das oft gleichzeitig und über Generationen hinweg.
- 26 % der Haushalte waren zuletzt von schwerem Hunger betroffen
- Rund 250.000 Menschen befinden sich regelmäßig in einer kritischen Ernährungslage
- 29,4 % der Kinder unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt (Stunting), was ihre körperliche und geistige Entwicklung langfristig beeinträchtigt
- Nur etwa 30 % der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, auf dem Land noch deutlich weniger
- Gewalt ist weit verbreitet: Etwa ein Drittel der Mädchen erlebt vor dem 18. Lebensjahr sexualisierte Gewalt
- 58 % Jugendarbeitslosigkeit und häufige Schulabbrüche, besonders bei Mädchen, nehmen vielen jungen Menschen ihre Perspektiven
Eswatini verzeichnet eine der höchsten HIV-Raten weltweit: das belastet Familien, Gesundheitssystem und wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig
Diese Herausforderungen stehen nicht isoliert nebeneinander: Klimarisiken wie Dürren verschärfen Hunger und Armut, fehlende Bildung begrenzt Zukunftschancen, und gesundheitliche Belastungen treffen vor allem Kinder besonders hart. Genau hier setzt unsere langfristige Entwicklungszusammenarbeit an: Sie stärkt Familien, schützt Kinder und schafft die Grundlage für nachhaltige Veränderungen. Mit Ihrer Spende für Eswatini können wir Kindern neue Perspektiven ermöglichen.
Hunger ist verbeitet
26 % der Haushalte sind von schwerem Hunger betroffen. Rund 250.000 Menschen befinden sich regelmäßig in einer kritischen Ernährungslage.
Grundversorgung mit Wasser und Hygiene erschwert
Gerade einmal 30 % der Menschen sind ausreichend mit Wasser und sanitären Anlagen versorgt – in ländlichen Gebieten sogar noch weniger.
Häufige Schulabbrüche sorgen für Perspektivlosigkeit
58 % Jugendarbeitslosigkeit und häufige Schulabbrüche, besonders bei Mädchen, nehmen vielen jungen Menschen in Eswatini ihre Perspektiven.
Entwicklungszusammenarbeit in Eswatini: Unsere Schwerpunkte
Unsere Arbeit in Eswatini ist langfristig angelegt und eng mit bestehenden Strukturen im Land verbunden. Gemeinsam mit staatlichen Stellen, lokalen Partnern und den Gemeinschaften entwickeln wir Lösungen, die dauerhaft wirken.
Dabei gilt: Kinder und ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Sie werden aktiv in Projekte einbezogen: von der Planung bis zur Umsetzung. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit Eltern, Gemeinschaften, Glaubensvertretern, Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. So entstehen tragfähige Strukturen, die über einzelne Projekte hinaus bestehen bleiben. Schwerpunkte unserer Arbeit sind:
Gesundheit und Ernährung stärken
Unterernährung ist eine lebensbedrohliche Herausforderung für viele Kinder in Eswatini. World Vision setzt deshalb auf gemeindebasierte Ansätze wie Care Groups sowie die Wiederaufforstung und Fruchtbarmachung von Böden, um Ernten zu sichern und Familien widerstandsfähiger gegenüber Dürren zu machen.
Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen werden ganzheitliche Maßnahmen umgesetzt, darunter Schulernährungsprogramme und klimafreundliche Landwirtschaft. Gleichzeitig hilft eine bessere Gesundheitsüberwachung, Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Ein zentraler Ansatz ist die Verknüpfung mit Wasser-, Sanitär- und Hygienemaßnahmen (WASH): Sauberes Wasser, bessere Hygiene und die Vorbeugung von Krankheiten bekämpfen die Ursachen von Unterernährung direkt und nachhaltig.
Kinder schützen und ihre Rechte stärken
Gewalt gegen Kinder ist in Eswatini ein weit verbreitetes Problem. Wir arbeiten deshalb eng mit Gemeinschaften, Behörden und Partnerorganisationen zusammen, um Schutzsysteme zu stärken und Kinder langfristig zu sichern.
Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Prävention: Eltern und Kinder werden über Kinderrechte und gewaltfreie Erziehung aufgeklärt, gleichzeitig entstehen Kinderklubs und Schutzkomitees in den Gemeinden. Kinder werden aktiv einbezogen und lernen, ihre Rechte selbstbewusst einzufordern.
Erfahren Sie mehr über die langfristige Unterstützung von Kindern in Form einer Patenschaft in Eswatini.
Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) in Eswatini
Sauberes Wasser ist die Grundlage für Gesundheit, Bildung und Schutz. Deshalb unterstützt World Vision den nachhaltigen Ausbau der Wasserversorgung im Land. Ziel ist es, bis 2030 eine flächendeckende Versorgung mit Wasser, Sanitäranlagen und Hygieneangeboten in 18 Regionen zu erreichen.
Dazu gehören der Bau und die Instandhaltung von Wasserstellen, verbesserte Sanitäranlagen sowie Aufklärung zu Hygiene. So werden Krankheiten reduziert, Schulbesuche erleichtert und insbesondere Mädchen besser geschützt.
Gleichzeitig stärkt der Zugang zu Wasser auch die Lebensgrundlagen von Familien: Wenn weniger Zeit für das Wasserholen benötigt wird und Ernten besser gesichert werden können, entstehen neue Möglichkeiten, Einkommen aufzubauen und den Alltag langfristig zu stabilisieren.
So wirkt unsere Entwicklungszusammenarbeit in Eswatini
Veränderung beginnt oft im Kleinen und wird dann für ganze Gemeinschaften spürbar. Unsere Erfolgsstorys zeigen, wie sich das Leben von Kindern und Familien nachhaltig verbessern kann, wenn Ernährung, Wissen und Unterstützung zusammenkommen.
World Vision genießt das Vertrauen der lokalen Gemeinschaften und der lokalen wie nationalen Verantwortungsträger, und World Vision hat hohe Standards in den Bereichen Kinderschutz, Partizipation und Empowerment. Damit haben wir einen Zugang zu der Bevölkerung, mit dem wir wirklich etwas verändern können.
Häufig gestellte Fragen zu unserer Hilfe in Eswatini
Eswatini wird nicht als klassisches Entwicklungsland eingestuft, sondern von der Weltbank als Land mit mittlerem Einkommen (Lower-Middle-Income Country) klassifiziert. Das bedeutet: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen (in 2024 rund 3.936 USD) liegt über dem vieler ärmerer Länder. Gleichzeitig sind Armut und Ungleichheit sehr hoch: über die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, besonders in ländlichen Regionen.
Eswatini bedeutet „Land der Swasi“ (siSwati: eSwatini). Der Name wurde 2018 von König Mswati III offiziell eingeführt. Zuvor war das Land international als Swasiland (Swaziland) bekannt. Mit der Umbenennung sollte:
- der traditionelle, vorkoloniale Name gestärkt werden
- die nationale Identität betont werden
- Verwechslungen mit „Switzerland“ vermieden werden.
Eswatini ist politisch stabil, dennoch gab es in den letzten Jahren vereinzelte Proteste. Kriminalität tritt vor allem in Städten auf, während ländliche Regionen ruhiger, aber isoliert sind. Besonders Kinder und Frauen sind oft Gewalt ausgesetzt. Entwicklungszusammenarbeit ist dennoch gut möglich, insbesondere, wenn Projekte eng mit lokalen Partnern umgesetzt und Schutzmaßnahmen konsequent eingehalten werden.