Buchten mit weißem Sand, blauem Wasser und Palmen - die Dominikanische Republik wirkt vielerorts wie ein karibischer Traum. Sie nimmt zwei Drittel der Insel Hispaniola ein, die sie sich mit Haiti teilt. Auf 48.670 km² leben rund 10,7 Millionen Menschen. Doch trotz wirtschaftlichen Wachstums profitieren nicht viele Familien davon.
Die Grenzregionen stehen unter starkem Druck durch die Krise im Nachbarland Haiti. Gewalt, politische Instabilität und schwache staatliche Strukturen zwingen viele Menschen zur Flucht. Auch Regionen in der Dominikanischen Republik sind betroffen: In Los Alcarrizos oder Haina prägen Umweltverschmutzung, Armut und fehlende Perspektiven den Alltag. Manche Familien verdienen ihren Lebensunterhalt, in dem sie Wertstoffe auf Mülldeponien sammeln. Kinder sind vielen Risiken ausgesetzt: Ausbeutung, Gewalt oder früher Verheiratung.
Rund 30 % der Bevölkerung leben in Armut in der Dominikanischen Republik – eine Realität, die sich durch Migration und die Folgen des Klimawandels weiter verschärft.
World Vision arbeitet seit 1996 in der Dominikanischen Republik und leistet langfristige Entwicklungszusammenarbeit. Wir fördern Bildung, schützen Kinder und stärken die Familien, damit sie ihre Zukunft selbst gestalten können.
World Vision in der Dominikanischen Republik
- seit 1996 vor Ort
- Sitz des Landesbüros: Santo Domingo
- Hier sind wir aktiv: Dajabon im Nordwesten an der Grenze zu Haiti
Ausgewählte Erfolge unserer Arbeit
- 15.437 direkte Projektteilnehmende
- 440 Kinder wurden mit Bildungsprojekten gefördert
- 2.975 Kinder wurden durch Kinderschutzmaßnahmen erreicht
- 1.369 Familien wurden mit 1.000 Nahrungsmittel-Kits und 370 Sanitär-Kits ausgestattet (davon 60 % Migrantinnen und Migranten)
- 75 Kinderschutz-Zentren wurden geschaffen
Aktuelle Lage: Warum Hilfe der Dominikanischen Republik notwendig ist
Die Dominikanische Republik gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Karibik. Doch wirtschaftliches Wachstum allein reicht nicht aus, um soziale Ungleichheit auszugleichen. Viele Menschen in der Dominikanischen Republik arbeiten im informellen Sektor, verdienen unregelmäßig und haben keine soziale Absicherung. Besonders in ländlichen Regionen fehlt es an stabilem Einkommen und langfristigen Perspektiven, die Familien Sicherheit geben.
Gleichzeitig ist das Land stark von Naturereignissen betroffen. Hurrikans, Überschwemmungen und Dürren zerstören Ernten und erschweren die Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln. Extreme Wetterlagen nehmen zu, während Wasser knapper wird und die Landwirtschaft unter Druck gerät. Für viele Familien bedeutet das: Selbst kleine Krisen können existenzbedrohend werden.
Auch der Zugang zu wichtigen Dienstleistungen bleibt ungleich verteilt. Bildung, Gesundheitsversorgung und Schutzsysteme erreichen nicht alle Menschen gleichermaßen. Insbesondere Kinder und benachteiligte Gruppen bekommen diese Unterschiede am stärksten zu spüren.
Diese Herausforderungen zeigen: Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in der Dominikanischen Republik ist entscheidend, um Chancen gerechter zu verteilen, Familien zu stärken und langfristige Stabilität zu schaffen.
Kein stabiles Einkommen
Besonders in ländlichen Regionen haben Familien keine finanzielle Sicherheit.
Extreme Wetterereignisse
Extreme Wetterereignisse nehmen zu und setzen die Landwirtschaft unter Druck.
Ungleichheit
Der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ist ungleich verteilt.
Entwicklungszusammenarbeit in der Dominikanischen Republik
Um die Lebensbedingungen von Kindern und Familien nachhaltig zu verbessern, setzt World Vision auf ganzheitliche Ansätze. Die Entwicklungszusammenarbeit in der Dominikanischen Republik stärkt gezielt Bildung, schützt Kinder und unterstützt Gemeinschaften dabei, eigene und sichere Perspektiven aufzubauen. Das sind unsere zentralen Schwerpunkte:
So hilft World Vision im Bereich Bildung
Bildung ist ein zentraler Schlüssel für langfristige Veränderungen. Mit dem World Vision Projektmodell „Unlock Literacy” werden gezielt Lese- und Schreibkompetenzen gefördert:
224 Kinder verbesserten durch Leseklubs ihr Leseverständnis, ihre Schreibfähigkeit und ihren Wortschatz. Weitere 225 Kinder stärkten in Aufbaukursen ihre grundlegenden Kompetenzen und verbesserten so ihre Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg.
So hilft World Vision im Bereich Kinderschutz
6.253 Kinder und Jugendliche wurden im sicheren Umgang mit Internet und sozialen Medien geschult. Sie lernen, Risiken früh zu erkennen und sich selbst zu schützen. Gleichzeitig werden lokale Strukturen gestärkt: 109 Partner, Gemeindeleiterinnen und Gemeindeleiter sowie Freiwillige wurden gezielt geschult, um gefährdete Kinder zu erkennen, zu unterstützen und im Ernstfall richtig zu handeln. So entstehen verlässliche Schutzsysteme in den Gemeinden.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Entwicklungszusammenarbeit liegt auf Familien: Im Rahmen des Ansatzes „Celebrating the Family“ nahmen 256 Eltern (150 Frauen und 106 Männer) an Schulungen teil, um gewaltfreie Erziehung zu fördern. Sie lernen, Konflikte ohne Gewalt zu lösen und ihre Kinder nachhaltig zu stärken.
Erfahren Sie, wie Sie Kinder nachhaltig unterstützen können – mit einer Kinderpatenschaft in der Dominikanischen Republik.
So wirkt unsere Entwicklungszusammenarbeit in der Dominikanischen Republik
Veränderung beginnt dort, wo sich Lebensrealitäten spürbar verbessern. In der Dominikanischen Republik zeigt sich, wie Entwicklungszusammenarbeit wirkt: Kinder lernen lesen und schreiben, Familien finden neue Wege, ihr Einkommen zu sichern, und Gemeinschaften schaffen Strukturen, die Schutz und Perspektiven bieten.
Dabei geht es nicht um kurzfristige Hilfe, sondern um nachhaltige Veränderungen. Gemeinsam mit lokalen Partnerinnen und Partnern entstehen Lösungen, die langfristig tragen und genau dort ansetzen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Die Träume von Yohanferli
Yohanferli ist ein 13-jähriges Mädchen aus der Dominikanischen Republik, das trotz Armut große Träume hat. Sie möchte später Lehrerin werden und spielt in ihrer Freizeit sehr gerne Volleyball. Durch die Hilfe von World Vision und Briefe von ihrem Paten bekommt sie die Unterstützung, die sie braucht. Früher hatte ihre Familie oft Hunger, aber heute geben ihr der Glaube und die Spenden neue Hoffnung. Zusammen mit ihrer Schwester Yudelis blickt sie nun mutig in eine bessere Zukunft.
Der schwere Alltag von Abel
Abel ist ein Vater von sechs Kindern und lebt in einer sehr gefährlichen Region an der Grenze zu Haiti. Seine Familie leidet jeden Tag unter Hunger, Krankheiten und der ständigen Angst vor Gewalt. World Vision setzt sich in diesen schwierigen Gebieten ein, um Familien wie der von Abel zu helfen. Die Organisation bringt lebensnotwendige Ressourcen dorthin, wo die Not am größten ist. So erhalten Menschen in extremer Armut eine Chance auf Überleben und Sicherheit.
Ralfs Weg zu neuer Hoffnung
Um seine Mutter finanziell zu unterstützen, musste Ralfs die Schule abbrechen und stattdessen arbeiten gehen. In seiner Freizeit träumt er davon, ein professioneller Basketballspieler zu werden und eine bessere Zukunft aufzubauen. World Vision hilft ihm durch das Programm „Balm of Tenderness“, das Empathie und den Zusammenhalt zwischen verschiedenen Kulturen stärkt. Dank dieser Unterstützung lernt Ralfs, Vorurteile abzulehnen und trotz aller Schwierigkeiten hoffnungsvoll zu bleiben.
Nachhaltige Hilfe
Dass Hilfe zur Selbsthilfe wirkt, zeigt zum Beispiel unser Projekt in Dajabón.
Um auch die Kleinsten schon zu fördern, haben wir in Dajabón Frühförderzentren eingerichtet, in denen Kinder im Vorschulalter spielerisch an die Schule herangeführt werden.
Ausgewählte Erwachsene haben wir zudem in Kinderrechtsfragen geschult: Als sogenanntes Kinderschutz-Komitee sind sie dafür zuständig, etwaige Kinderrechtsverletzungen zu verhindern, wenn nötig aber auch anzuzeigen und nachzuverfolgen – teilweise mit Unterstützung der offiziellen Behörden.
Mit unserem Projekt „Youth Ready“ unterstützen wir außerdem Jugendliche mit Trainings, sich auf einen Beruf vorzubereiten oder selbst ein kleines Unternehmen zu gründen. 98 jungen Menschen nehmen in Dajabón derzeit daran teil.
Häufig gestellte Fragen zu unserer Hilfe in der Dominikanischen Republik
Die Dominikanische Republik gilt trotz wirtschaftlicher Fortschritte weiterhin als Land des globalen Südens mit großen sozialen Herausforderungen. Diese zeigen sich vor allem in ungleichen Lebensbedingungen zwischen Stadt und Land sowie im eingeschränkten Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.
Zusätzlich belasten Naturkatastrophen und die Folgen des Klimawandels die Lebensgrundlagen vieler Familien. Auch Migrantinnen und Migranten, insbesondere aus Haiti, leben häufig unter prekären Bedingungen und sind Diskriminierung und Ausbeutung ausgesetzt.
Armut in der Dominikanischen Republik betrifft rund ein Drittel der Bevölkerung und prägt den Alltag vieler Familien. Sie zeigt sich vor allem in unsicheren Einkommen, fehlender sozialer Absicherung und eingeschränktem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Viele Menschen arbeiten im informellen Sektor und haben keine langfristige finanzielle Sicherheit. Besonders betroffen sind ländliche Regionen und marginalisierte Gruppen, deren Situation durch Klimawandel, wirtschaftliche Unsicherheiten und unzureichende Infrastruktur zusätzlich verschärft wird.
Die Sicherheitslage in der Dominikanischen Republik ist regional unterschiedlich. In vielen Gebieten kommt es zu Kriminalität wie Raubüberfällen oder Gewaltverbrechen, die besonders Menschen in prekären Lebensverhältnissen betreffen. Frauen und Kinder sind häufig von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen. Zudem gibt es in einigen Regionen Probleme mit organisierter Kriminalität, etwa im Zusammenhang mit Drogenhandel und Erpressung. Besonders in sozial benachteiligten Stadtteilen ist die Unsicherheit im Alltag spürbar und beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Familien.