Worum ging es bei Rebound?
World Vision arbeitete eng mit einer lokalen Partnerorganisation zusammen. Gemeinsam erreichen wir besonders verletzliche Jugendliche. Viele von ihnen sind ehemalige Kindersoldaten, junge Mädchen aus ausbeuterischen Lebenssituationen oder Waisen, die aufgrund ihrer Vergangenheit ausgegrenzt werden.
Das Projekt Rebound unterstützte diese Jugendlichen dabei, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten, neue Fähigkeiten zu erlernen und wieder einen Platz in ihrer Gemeinschaft zu finden. Durch eine Kombination aus Berufsausbildungen, psychosozialer Betreuung, Freizeitangeboten und Familienarbeit erhielten sie eine echte Perspektive für die Zukunft.
Die Jugendlichen konnten neuen Mut gewinnen, ihre Stärken entdecken und Schritt für Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben finden.
Was war das Ziel des Projekts?
World Vision wollte mit Rebound Folgendes erreichen:
- Gemeinsam haben wir ehemalige Kindersoldaten sowie Mädchen und Jungen, die Ausbeutung erlebt haben, auf ihrem Weg zurück in ein sicheres und würdiges Leben begleitet.
- Durch psychosoziale Unterstützung haben wir geholfen, Erlebtes zu verarbeiten, neue Stärke zu finden und Vertrauen wieder aufzubauen.
- Wir haben Jugendlichen Wege in Bildung und Ausbildung ermöglicht, damit sie ihre Talente entfalten und ihre Zukunft selbst gestalten können.
- Wir haben uns dafür eingesetzt, Ausgrenzung zu überwinden, Gemeinschaft zu stärken und Familien wieder zusammenzuführen.
Ich habe furchtbare Wunden gesehen, verkrüppelte Gliedmaßen und Narben, die man nicht beschreiben kann. Aber was mich verfolgt, sind die gebrochenen Augen dieser jungen Menschen.
Wolfgang Niedecken über Rebound im Ostkongo
Wolfgang Niedecken engagiert sich viele Jahren mit großer Leidenschaft für Kinder, die unter den Folgen von Krieg und Gewalt leiden. Gemeinsam mit World Vision rief er das Projekt „Rebound“ ins Leben, das ehemaligen Kindersoldaten und ausgebeuteten Mädchen einen Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben eröffnet hat. Beim RTL-Spendenmarathon 2014 machte er auf die Situation der Kinder im Ostkongo aufmerksam und berichtete eindrücklich von seinen Begegnungen vor Ort. Dank der Unterstützung der Stiftung „RTL – Wir helfen Kindern“ konnte das Projekt mit über 226.000 Euro gefördert werden. Für Wolfgang Niedecken ist klar: Viele traumatisierte Kinder brauchen weiterhin unsere gemeinsame Hilfe und Aufmerksamkeit. Für sein kontinuierliches Engagement wurde er 2018 mit dem Kindheitsretterpreis von World Vision ausgezeichnet. Bereits zuvor erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse – eine Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz, Kindern Hoffnung und neue Perspektiven zu schenken.
Psychosoziale Unterstützung
Traumatische Erfahrungen verarbeiten
Viele der Jugendlichen hatten Gewalt, Krieg, Missbrauch oder Vertreibung erlebt. Geschulte Fachkräfte begleiteten sie in Einzel- und Gruppengesprächen bei der Verarbeitung ihrer Erfahrungen und stärkten ihr Selbstvertrauen. Tanzen, Musik, Fußball, Malen und weitere Freizeitangebote halfen den Jugendlichen dabei, soziale Beziehungen aufzubauen und positive Erfahrungen zu sammeln. Diese Aktivitäten waren ein wichtiger Bestandteil der psychosozialen Unterstützung.
Familien stärken und Ausgrenzung überwinden
Viele Jugendliche wurden nach ihrer Rückkehr zunächst von ihren Familien oder Dorfgemeinschaften abgelehnt. Gemeinsam mit lokalen Partnern, Dorfältesten und Sozialarbeitenden unterstützte World Vision die Wiederannäherung und führte Mediationsgespräche durch. Wo eine Rückkehr zur eigenen Familie nicht möglich war, vermittelte Rebound Gastfamilien. Ein stabiles soziales Umfeld half den Jugendlichen dabei, Vertrauen zu entwickeln und langfristig wieder Teil der Gesellschaft zu werden.
Die Geschichte von Rebound
Der Name „Rebound“ stammt aus dem Basketball und beschreibt das Auffangen eines Balls nach einem Fehlwurf. Dieses Bild steht sinnbildlich für die Projektidee: Jugendliche aufzufangen, die Krieg, Gewalt und Ausgrenzung erlebt haben, und ihnen eine zweite Chance zu geben.
Nach dem ersten Rebound-Projekt in Uganda ab 2008 wurde das Konzept ab 2011 im Ostkongo weiterentwickelt. Seit 2014 wurde das Projekt in Butembo umgesetzt, einer Region, die bis heute von Konflikten, Gewalt und sozialer Unsicherheit geprägt ist. Im September 2025 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen.