Bildung für alle Kinder: Fortschritte und Herausforderungen

So unterschiedlich die Bildungssituation auch von Ort zu Ort sein kann: Bangladesch ist ein gutes Beispiel für die Fortschritte armer Länder bei der Verwirklichung des Grundrechts auf Bildung, ebenso für die Herausforderungen, die noch bewältigt werden müssen. 

  • Der Besuch der Grundschule ist gebührenfrei, aber trotzdem mit Kosten verbunden. Über 80 Prozent der Kinder werden eingeschult, und die Zahl der Kinder, die die Grundschule bis zum Abschluss besuchen, hat sich seit den 1990er Jahren mehr als verdoppelt. Nur knapp 60 Prozent setzen aber ihre Schulausbildung fort. 
     
  • Die Herkunft spielt für die Bildungschancen eine große Rolle. Kinder wohlhabender Familien erhalten eher eine Vorschulbildung als Kinder von Familien mit niedrigem Einkommen.
     
  • In ländlichen Gebieten lernen viele Kinder noch in einem Umfeld von Analphabeten und haben es dadurch schwerer, in der Schule erfolgreich zu sein. Benachteiligt sind auch Kinder von ethnischen Minderheiten.
     
  •  Aktuelles Lehrmaterial und gut ausgebildete Lehrer für rund 80.000 Grundschulen bereit zu stellen ist bereits eine große Anstrengung für den Staat. 
     
  • Die Qualität des Unterrichts zeigt noch viele Mängel: Viele Schüler verlassen die Schule ohne die nötigen Kenntnisse, die sie für den Arbeitsmarkt oder eine aktive Beteiligung in der Gesellschaft brauchen. Es gibt aber eine gute Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, um die Lernerfolge zu verbessern. 
     
  • Kinderarbeit ist ein weit verbreitetes Armutsproblem, das Bildung behindert. 
     
  • Mädchen müssen wegen früher Verheiratung oft bereits in den ersten Jahren der Sekundarschule ihre Zukunftspläne begraben. Die Regierung versucht mit Stipendien für unverheiratete Mädchen gegen zu steuern. 
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