Alvaro Soler bei World Vision-Projekten in Kenia
Mit dem international erfolgreichen Sänger Alvaro Soler konnte World Vision einen weiteren prominenten Botschafter gewinnen, der sich in Zukunft für Kinder einsetzen möchte und sich besonders für den Umweltschutz in unseren Projekten interessiert. Im März 2020 trat Alvaro seine erste Projektreise als Botschafter an. Sein auserwähltes Herzensprojekt führte ihn nach Kenia, wo er sich in der Dürre-Region um Marsabit und Laisamis einen Eindruck vor Ort verschaffte und die Arbeit von Word Vision kennenlernte.
Alvaros Reise führte von Madrid über Paris nach Nairobi, der Hautstadt Kenias. Am nächsten Tag machte sich das Team von World Vision zusammen mit dem deutsch-spanischen Sänger auf den langen Weg in den Norden des Landes, weit entfernt von touristischen Anziehungspunkten.
Während der Fahrt konnte man schnell erkennen, wie sehr sich die Vegetation veränderte. Zu Beginn war das Land noch geprägt von grünen Wiesen und Bäumen, üppigen Bougainvilleen und fruchtbaren Äckern. Doch je nördlicher wir kamen, desto mehr breitete sich eine riesige Savannen- und Steppenlandschaft aus.
Dürre und Heuschrecken zerstören das Land
Seit Jahren kämpfen die Menschen in Ostafrika gegen die schlimmste Dürre der letzten Jahrzehnte. Das Ausmaß und das Leid der Katastrophe sind unermesslich: Allein im Osten Afrikas sind derzeit 20 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Kenia gehört zu den Ländern Afrikas, die am stärksten von der Katastrophe betroffen sind. Durch die anhaltende Trockenheit gehen die Tierbestände zurück, Familien haben keine Vorräte mehr und die Böden sind zerstört, so dass keine Lebensmittel mehr angebaut werden können. Neben der schrecklichen Dürre wurde das Land auch noch von einer riesigen Heuschreckenplage verwüstet. Ganze Landstriche liegen brach und auch die letzten grünen Halme wurden von den enormen Schwärmen der Heuschrecken zerstört. Doch nicht nur das: Die Tiere haben auch Eier gelegt, so dass nach einigen Wochen bereits die nächsten Heuschrecken schlüpfen werden.
Gemüseanbau gegen Mangelernährung
Nach etwa zehn Stunden Fahrt erreichten wir die Region Laisamis, in der das Volk der Samburus lebt. Diese sind hauptsächlich Viehhirten und ziehen mit ihren Tieren durch das dünn besiedelte Land. Durch die anhaltende Dürre wächst hier nur sehr wenig und die Menschen haben sich über Jahrzehnte ausschließlich von dem Fleisch ihrer Nutztiere ernährt. Alvaro traf Familien, die durch die Arbeit von World Vision bereits viel über Gesundheit gelernt haben, z.B. wie man Gemüse anbaut und sich ausgewogen ernährt. Mangelernährung und Kindersterblichkeit werden so deutlich verringert.
Um das angebaute Gemüse und auch die Früchte vor dem Vieh und den Heuschrecken zu schützen, wurden spezielle Gewächshäuser errichtet, in denen die Frauen das Gemüse anbauen. In Kochkursen lernen sie, welche Anbaumethoden es gibt und wie man auch insbesondere die Kinder vitaminreich ernährt. So wachsen nun in den Gewächshäusern Spinat, Kartoffeln und Karotten. Alvaro konnte mit den Frauen zusammen kochen und erfuhr dabei auch, dass die Frauen zudem ein Einkommen erwirtschaften können, indem sie das Gemüse auf dem Markt verkaufen.
Wiederbegrünung ohne neue Pflanzungen
Besonders beeindruckt zeigte sich der Sänger von der FMNR–Methode. Diese Technik wurde von World Vision-Mitarbeiter Tony Rinaudo entwickelt und mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. FMNR (Farmer Managed Natural Regeneration) ist eine Methode der Wiederbegrünung verarmter und entwaldeter Böden, die ohne neue Baumpflanzungen auskommt. Dabei werden noch vorhandene, unterirdische Wurzeln gefällter Bäume genutzt. In der Landwirtschaft zeigt FMNR überzeugende Ergebnisse: Nach etwa drei Jahren kann der ehemals verarmte und ausgelaugte Boden wieder landwirtschaftlich genutzt werden.
Mit dieser Methode wurden in der Region schon beachtliche Erfolge erzielt. Sahen wir unterwegs große steppenartige Gebiete ohne Pflanzen und Nahrung, erkannte man in der Region, in der World Vision arbeitet, wieder weite Landstriche mit neuen Bäumen und Weideland für die Viehherden. Aus Wüsten wurden und werden wieder Wälder und Felder.
Alvaro lernte, wie man die Wurzeln so zurechtschneidet, dass sie trotz der Trockenheit wachsen und sich mit Hilfe des Grundwassers später zu neuen Bäumen entwickeln. Trotz der Dürre können nun Getreideüberschüsse erzielt werden, der Grundwasserspiegel steigt durch die Bäume wieder an und es gibt Schatten und Gras für die Tiere.
Auch die Nutztiere werden nicht mehr ausschließlich für den Fleischverzehr gehalten. Die Ziegen und die Kamele werden jetzt gemolken und die Menschen trinken die Milch und verarbeiten sie auch zu Käse und Butter. Die Lebensmittel verkaufen sie auf den Märkten und können so Einnahmen erwirtschaften und davon wichtige Dinge, wie zum Beispiel das Schulgeld der Kinder, bezahlen.
Alvaro zeigte sich tief beeindruckt vom unermüdlichen Einsatz des Teams und von der Gastfreundschaft der Menschen, die ihn mit offenen Armen empfingen und ihm stolz zeigten, was sie mit der Hilfe von World Vision bereits an zusätzlichen Nahrungs- und Einnahmequellen gewonnen haben.
Unterricht in Landwirtschaft an einer Mittelschule
Ein weiterer Besuch führte uns zu einer Mittelschule für Mädchen, die bei der Bildung einen starken Fokus auf die Landwirtschaft legt. Auf dem Schulgelände befindet sich ein großer Schulgarten, der von den Mädchen angelegt wurde und täglich gepflegt wird. Dort wachsen Bananen, Papayas, Mangos und Passionsfrüchte. Ein paar Meter weiter werden Kartoffeln und Karotten angebaut. Durch den Anbau lernen die Mädchen, wie wichtig gesunde Ernährung ist und wie man Obst und Gemüse erntet, zubereitet oder auch gewinnbringend verkauft.
Jede Schülerin hat auf dem Schulgelände einen eigenen Baum gepflanzt, den sie pflegt. Auch Alvaro pflanzte auf dem Schulgelände einen Baum, um den sich die Schülerinnen in Zukunft kümmern werden.
Alvaro Soler wird sich langfristig für diese Projekte engagieren und hat auch eine Kinderpatenschaft in Kenia übernommen.
Videoreisetagebuch von Kenia
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Teil
Vierter Teil
Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist beispiellos. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein und das großartige Team vor Ort unterstützen zu dürfen.
Abschließend erklärt er: „Ich möchte mich noch viele Jahre als Botschafter für World Vision engagieren und hoffe sehr, dass ich damit etwas für die Menschen hier vor Ort erreichen kann.“
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