Sri Lanka

Sri Lanka: Klein betriebliches Milchwirtschaftsentwicklungs-Projekt in Nord Sir Lanka

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Finanziert von:

Das BMZ ist für die Konzeption der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Zur Umsetzung von entwicklungspolitischen Maßnahmen unterstützt das BMZ auch Nichtregierungsorganisationen wie World Vision Deutschland. Im Finanzjahr 2017 konnten wir zwölf Projekte umsetzen, die vom BMZ gefördert wurden.

Projektzeitraum:

Oktober 2018 - September 2021

Land:

Sri Lanka

Finanzvolumen:

539.507 Euro, davon 404.630 Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), 134.877 Euro aus Eigenmitteln von World Vision Deutschland e.V.

Projektbeschreibung:

Drei Jahrzehnte Bürgerkrieg haben die Entwicklung in Sri Lanka massiv gestört. Vor allem die ländlich geprägten nördlichen und östlichen Provinzen leiden bis heute massiv unter den Folgen des Konflikts. Laut der jüngsten Haushaltswirtschaftsstudie beträgt das durchschnittliche monatliche Pro-Kopf-Einkommen in der nördlichen Provinz 37$ und in der östlichen Provinz 36$.  Damit liegt es mehr als 30% unter dem nationalen Durchschnitt von 53$ (The World Bank Sri Lanka: Priorities for Agriculture and Rural Development). Potentiale, die den Milchbauern den Schritt aus der Subsistenzwirtschaft ermöglichen könnte und so die Haushaltseinkommen der Familien auf dem Land erhöhen, birgt der Milchsektor. Kriegsbedingte Einbußen, wie eine zerstörte Infrastruktur (z.B. Milchsammelrouten) und ein begrenzter Marktzugang für Milch und Behördendienste führen dazu, dass diese im Projektgebiet derzeit nicht genutzt werden können. Zeitgleich mangelt es den Bauern an technischem Fachwissen, unternehmerischen Kenntnissen sowie effektiven und vernetzenden, so dass viele Familien ihre Existenz nicht sichern können.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Das dreijährige Projekt zielt darauf ab, die Potenziale in der Milchwirtschaft auszuschöpfen und den Bauern den Schritt aus der Subsistenzwirtschaft zu ermöglichen und damit zu einer höheren finanziellen Sicherheit für sie und ihre Familien beizutragen. Um das zu erreichen, ist das Projekt darauf ausgerichtet, die Milchbauern dabei zu unterstützen, die gravierendsten Hindernisse nachhaltig zu überwinden. In Kooperation mit öffentlichen, staatlichen sowie privaten Unternehmen, dem Viehentwicklungszentrum und dem staatlichen Institut für Tierproduktion und Gesundheit wird World Vision das Projekt an 6 Standorten im Norden und Osten von Sri Lanka implementieren und konkret folgende Maßnahmen umsetzten:

  • Durchführung von Business – Trainings für die Milchbauern
  • Organisation von technischen Fortbildungen, die von staatliche Beratungsdiensten abgehalten werden
  • Schulungen im Prinzip der Spargruppen und Bilden von Spargruppen
  • Herstellen von Verbindungen zwischen Bauern und Finanzinstituten
  • Gründung von Milcherzeugergemeinschaften, Milcherzeugergesellschaften und Milcherzeugerverbänden
  • Beratung der Erzeugergemeinschaften bei Vereinbarungen von Verträgen mit überregionalen und mächtigen Vertriebspartnern
  • Unterstützung bei der Entwicklung und dem Aufbau von Milchsammelrouten und der Einrichtung von Milchsammelstellen
  • Einrichtung von Kühlzentren
  • Durchführung von unternehmerischen und technischen Trainings für regionale Kleinstbetriebe zur Verbesserung milchbasierter Produkte und deren Verkauf

An wen richtet sich die Hilfe?

Das Projekt zielt vorrangig auf die Unterstützung von 600 bestehenden, aber anfälligen Familien-Milchbaubetrieben ab, die nur geringe Ersparnisse haben und meist nicht in der Lage sind, negative Auswirkungen von Naturkatastrophen, saisonale Schwankungen des Einkommens oder von Verkaufspreisen, Waren und Rohstoffen finanziell auszugleichen. Weitere direkte Zielgruppe des Projektes sind 18 lokale milchverarbeitende Kleinbetriebe, die ein gutes Wachstumspotenzial haben und durch Qualitätsverbesserungen oder Betriebserweiterungen auf die bestehende Nachfrage nach lokaler Milch reagieren können. Langfristig wird durch die entstehenden Milcherzeugergemeinschaften und den systemischen Ansatz zur Verarbeitung weitere Arbeitsstellen geschaffen (Personal an den Kühlzentren, Verarbeitung der Milch) und so eine Zielgruppe von ca. weiteren 5000 Personen angesprochen.