Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete in Jordanien

Förderung der ökonomischen Eigenständigkeit von Flüchtlingen im Flüchtlingscamp Azraq durch umweltbewusstes Abfallmanagement

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Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben entschieden, ihr Know-How, ihre Ressourcen und Schicksale zu verbinden. Gemeinsam haben sie eine Zone der Stabilität, Demokratie und der nachhaltigen Entwicklung geschaffen, und gleichzeitig ihre kulturelle Diversität, Toleranz und individuelle Freiheiten bewahrt. Die Europäische Union hat sich verpflichtet, ihre Errungenschaften und Werte mit Ländern und Menschen jenseits ihrer Grenzen zu teilen.

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Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist für die Konzeptionierung der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Neben der bilateralen Zusammenarbeit mit den Partnerländern, unterstützt das BMZ im Rahmen unterschiedlicher Förderprogramme auch Nichtregierungsorganisationen wie World Vision Deutschland bei der Umsetzung von entwicklungspolitischen Maßnahmen.

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Die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist weltweit in über 130 Länder aktiv und unterstützt diese im Rahmen ihres Leitbilds für nachhaltige Entwicklung, auch durch Förderung von zivilgesellschaftlichen Organisationen wie World Vision.

Projektzeitraum:

Januar 2020 - Dezember 2024

Land:

Jordanien

Finanzvolumen:

8.300.000 EUR (aus BMZ und dem EU Trust Fund MADAD , die von der GIZ implementiert werden)

Projektbeschreibung:

Das Projekt „Förderung der ökonomischen Eigenständigkeit von Flüchtlingen im Flüchtlingscamp Azraq durch umweltbewusstes Abfallmanagement“ wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt.

Seit ihrem Beginn im Jahr 2011 hat die Syrienkrise rund 400,000 Todesopfer gefordert und rund 13 Millionen Menschen in der Region vertrieben. In Jordanien leben aktuell rund 1,4 Millionen Syrer, davon sind ca. 640.000 als Geflüchtete registriert. Durch diesen enormen Bevölkerungsanstieg haben sich Ressourcen verknappt, und die Lebenskosten für Unterkunft, Strom, Wasser und Nahrung sind enorm gestiegen. Gleichzeitig sind die Ressourcen und Ersparnisse der meisten Geflüchteten inzwischen aufgebraucht, und auch die internationale Unterstützung geht zurück. Folglich sind viele Syrer, aber auch vulnerable jordanische Familien in den Gastgemeinden, von Nahrungsunsicherheit betroffen, was oft mit negativen Folgen einhergeht, etwa dem verringertem Lebensmittelkonsum von Familien, der Abmeldung von Kindern aus Schulen, Kinderehen oder der Arbeit im informellen Sektor. Ziel des Projektes ist es daher, die Resilienz der syrischen Familien im Azraq Flüchtlingscamp zu stärken, durch die Schaffung von bezahlten kurzfristigen Arbeitsmöglichkeiten im Bereich der nachhaltigen Abfallwirtschaft im Azraq Flüchtlingscamp. Ebenso trägt das Projekt insbesondere zu einer sauberen Umgebung im Camp bei, welches der Ausbreitung von Krankheiten vorbeugt.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Um den Familien im Azraq-Camp bezahlte Arbeitsmöglichkeiten zu bieten sowie die Gefahr der Verbreitung von Krankheiten zu minimieren, führt das Projekt folgende Maßnahmen im Bereich der Abfallwirtschaft durch:

  • Die Weiterführung des in 2017 errichteten ‘grünen’ Abfall-, Kompost- und Recyclingzentrums im Azraq Camp, um die Umweltbelastung des Camps zu reduzieren
  • Die Schaffung kurzfristiger bezahlter Arbeitsmöglichkeiten für circa 4.000 Geflüchtete im Bereich Recycling und Abfallwirtschaft, die als Einkommensquelle für Familien zu Deckung der notwendigen Bedarfe beitragen (“Cash for Work”)
  • Stärkung des Bewusstseins der Geflüchteten für Mülltrennung und Reduzierung von Müll auf Haushaltsebene, sowie der Erhaltung einer gesunden und sauberen Umwelt im Camp

Durch das Modell der bezahlten Arbeit im Bereich Abfallwirtschaft können die Haushalte Nahrungsmittel nach eigenen Bedürfnissen auswählen und direkt auf lokalen Märkten erwerben

An wen richtet sich die Hilfe?

Das Projekt richtet sich direkt an circa 4.000 syrische Flüchtlinge im Flüchtlingscamp Azraq, deren Familien durch einkommensschaffende Maßnahmen vom Projekt profitieren. Ebenso werden ca. 40.000 Bewohner des Camps durch die bewusstseinsbildenden Maßnahmen im Bereich Mülltrennung und -recycling erreicht. Darüber hinaus werden alle Bewohner des Camps von einer sauberen Umgebung in Azraq profitieren. Gleichzeitig wird die Kapazität der Stadtgemeinde in Azraq gestärkt werden mit dem Ziel, dass diese nach Ende des Projektes in der Lage ist, das Abfallmanagement in Azraq übernehmen und weiterzuführen.