Vietnam

Nothilfe nach Überflutungen in der Zentralregion Vietnams

Logo ECHO

Finanziert von:

Die Europäische Union mit ihren Mitgliedsstaaten ist ein führender Geber der Humanitären Hilfe weltweit. Die EU hilft jedes Jahr über 120 Millionen Opfern von Konflikten und Katastrophen. Mit einem Hauptsitz in Brüssel und einem globalen Netzwerk aus Feldbüros, leistet die Union den vulnerabelsten Menschen Beistand. Dabei orientiert sie sich einzig an den humanitären Bedürfnissen, ohne jede Diskriminierung unabhängig von Rasse, ethnischer Gruppe, Religion, Geschlecht, Alter, Nationalität oder politischer Zugehörigkeit. Weitere Informationen zu dem Bündnis: https://ec.europa.eu/echo/
Wir haben von der EU das Zertifikat für Humanitäre Partnerschaft verliehen bekommen. Zum Download bitte hier klicken.

Projektzeitraum:

November 2020 - März 2021

Land:

Vietnam

Finanzvolumen:

800.000,00 Euro (100% von ECHO finanziert - ein gemeinsames Projekt von Save the Children Italy und World Vision Deutschland)

Projektbeschreibung:

World Vision Öffentliche Geber: Karte Vietnam

Im Oktober 2020 wurde Zentral Vietnam innerhalb von drei Wochen von den tropischen Stürmen Linfa, Nangka, Saudel und dem Zyklon Molave getroffen, welche heftige Niederschläge mit sich brachten und schwere Überschwemmungen verursachten. Am 24. Oktober 2020  registrierte die vietnamesische Behörde für Katastrophenmanagement (Vietnam Disaster Management Authority, VNDMA) bereits 130 Tote und 18 Vermisste, 233.863 überschwemmte Häuser und 573.715 betroffene Menschen in den Provinzen Quang Binh, Quang Tri und Thua Thien Hue. 37.524 Häuser waren bis dato zerstört oder beschädigt, 122.600 Menschen wurden evakuiert und notdürftig in Schulen, öffentlichen Räumlichkeiten und Nachbarhäusern untergebracht, manche von ihnen wurden durch die Umstände von ihren Familien getrennt... Die meist überfüllten Räumlichkeiten bieten keine Privatsphäre bzw. auch keine nach Geschlecht getrennte Schlafmöglichkeiten oder Sanitäranlagen an (wenn überhaupt Sanitäranlagen vorhanden sind). Krankheiten und Hunger drohen, oft auch allgemeine oder sexuelle Belästigungen, Einschüchterungen und Gewalt. Durch die Überflutungen wurden die Wasserversorgungssysteme von vielen Familien verschüttet, weggeschwemmt oder beschädigt, das verfügbare Oberflächenwasser ist verschmutzt und trüb. Es fehlt an sauberem Trink- und Nutzwasser; Frauen und Mädchen haben oft kaum Wasser für ihre persönliche Hygiene, auch ist die Beschaffung von Hygieneartikeln für die Menstruation eine Herausforderung, ganz besonders auch dann, wenn die Haushalte ihre Mittel und Nahrungsmittelreserven verloren haben. Die Menschen haben durch diese aufeinanderfolgenden Stürme an ihren Unterkünften, Ernten und Existenzen Schaden erlitten, nachdem sie schon von der COVID-19 Pandemie in ihren Existenzen schwer getroffen wurden. Einige haben jetzt ihren ganzen Hausrat verloren. Viele Haushalte sind auf Hilfe angewiesen, um ihre dringendsten Bedürfnisse abzudecken: Nahrung und sauberes Wasser sowie eine Unterkunft, Haushaltsutensilien, eine Existenzgrundlage, Bildung und Schutz. Das Projekt soll den Betroffenen durch den Zugang zu Wasser und Hygiene, Lernkontinuität für die Kinder und dem Notwendigsten im Haushalt eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Folgende Schwerpunkte wurden nach einer gemeinsamen Bewertung der Lage und innerhalb der Koordinierung mit den vietnamesischen Behörden, UN Organisationen und NGOs (Joint Needs Assessment vom 20.-23. Oktober 2020) für das Projekt festgelegt: Wasser und Hygiene, Bildung für Kinder aus den von der Naturkatastrophe betroffenen Familien und Haushaltsgegenstände für 13.605 Haushalte in den Provinzen Thua Thien Hue, Quang Binh und Quang Tri in Zentral Vietnam.

  • Zugang zu sauberem Wasser: Wassertanks für mehrere Familien bzw. individuelle Wasserbehälter für einzelne Familien, sowie Wasserfilter und Hygiene Kits (Eimer, Waschlappen, Zahnbürsten und Zahnpasta, Unterwäsche, und Damenbinden), Mittel für eine chemische Wasserreinigung, und im Rahmen von COVID-19 Maßnahmen auch Handdesinfektionsmittel und Nasenmundschutz. Hygieneförderung durch Sensibilisierung, um den Ausbruch und die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden (durch Wasser übertragbare Krankheiten, COVID-19), durch Informationsmaterial, Lautsprecherbotschaften und Kommunikationsbotschaften bei Verteilungen.
  • Lernkontinuität für betroffene Kinder zu Hause und in der Schule: 22 betroffene Schulen werden wieder mit Schulmöbeln und Material ausgestattet, um 4.800 Kindern (und 110 LehrerInnen) ihr Lernumfeld zurückzugeben. Auch bekommen insgesamt 7.141 Kinder von betroffenen Familien Schulausrüstung u./o. Schulkleidung, damit sie weiter lernen bzw. die Schule wieder besuchen können.
  • Familien bekommen notwendige Haushaltsgegenstände um ihren Alltag wieder bewältigen und ihren Tätigkeiten nachgehen zu können; je Haushalt wird ein Kit vergeben, bestehend aus: Decken, Moskitonetze, Taschenlampen, Pfannen und Töpfe, 10L Eimer, Plastiktassen und Schüsseln, Essstäbchen, Löffel und Kerzen.

Die Reduzierung von Risiken bei Katastrophen ist dabei ein wichtiges Anliegen des Projektes. In Zusammenarbeit mit den Behörden und den dafür vorgesehenen Systemen werden Menschen zu folgendem vorbereitet und ermächtigt: Wettervorhersagen hören und verstehen lernen; wissen, wann und wo Informationen vermittelt werden; wie man vermeiden kann, dass Kinder ertrinken oder verletzt werden; lernen, auf IDs und persönliche Dokumente zu achten, um sie nicht zu verlieren; Kindern wichtige Informationen beibringen, um sich im Falle einer Trennung wieder zu finden, usw. Diese Informationen werden vermittelt, um Menschen auf mögliche Gefahren vorzubereiten und die damit für sie verbundenen Risiken zu reduzieren. Die Projektaktivitäten werden unter Rücksicht der Richtlinien für COVID-19 durchgeführt, insbesondere mit regelmäßiger Händedesinfektion und tragen des Nasenmundschutzes.

An wen richtet sich die Hilfe?

Das Projekt unterstützt direkt 13.605 besonders bedürftige Haushalte (insgesamt 55.420 Personen) aus den schwer zugänglichen und von den Stürmen stark betroffenen Gegenden der drei Provinzen Thua Thien Hue (Phong Dien und Quang Dien Distrikte), Quang Binh (Bo Trach und Tuyen Hoa Distrikte) und Quang Tri (Dakrong, Hai Lang, Huong Hoa und Trieu Phong Distrikte). Diese Haushalte werden mit Rücksicht auf besondere Bedürftigkeit ausgewählt (von Frauen, Teenagern oder Alleinerziehenden geführte Haushalte, Haushalte mit älteren Menschen, Personen mit besonderen Bedürfnissen/Behinderung, Haushalten mit vielen Kindern, schwangeren oder stillenden Frauen, usw.). Darin sind 4.800 Schulkinder an 22 von den Überflutungen betroffenen Schulen enthalten.