Demokratische Republik Kongo

Stärkung der lokalen Kapazitäten für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung (MHPSS), Schutz in der Arbeit gegen das Ebolafieber in Beni und Mabalako

Logo Aktion Deutschland hilft

Finanziert von:

In dieser Aktion haben sich zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um im Katastrophenfall koordiniert und effektiv helfen zu können. Schirmherr ist Bundespräsident a. D. Horst Köhler.

Projektzeitraum:

Dezember 2019 - Juli 2020

Land:

Demokratische Republik Kongo

Finanzvolumen:

217.098,00 Euro (100% finanziert von Aktion Deutschland Hilft e.V.)

Karte Projektgebeit Kongo

Projektbeschreibung:

Am 1. August 2018 vermeldete das nationale Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) einen Ausbruch des Ebolafiebers (Ebola Virus Disease, EVD) in der Gesundheitszone von Mabalako in der Provinz Nord-Kivu. Die Provinz Nord-Kivu gehört mit 6,6 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Provinzen der DR Kongo.  Zudem grenzt sie an vier andere Provinzen und ist eine Drehscheibe für Reisen und Handel. Ihrer komplexen ethnischen Zusammensetzung, die durchlässigen Grenzen zu den Nachbarstaaten Uganda und Ruanda und die anhaltende Präsenz ausländischer und kongolesischer bewaffneter Gruppen machen Nord-Kivu zu einer der instabilsten Provinzen der DR Kongo. Seit dem Ausbruch des Virus im August 2018 bis zum März 2020 wurden in der DR Kongo 3.461 Fälle in Nord-Kivu, Süd-Kivu und Ituri bestätigt.  Die beiden am stärksten betroffenen Gesundheitszonen Katwa (mit 653 bestätigten Fällen) und Mabalako (mit 463 bestätigten Fällen) befinden sich beide in der Provinz Nord-Kivu, welche das Zentrum des Ausbruchs darstellt. Das Ebolafieber, welches eine Sterblichkeitsrate von 64 Prozent aufweist, verursachte knapp 300 Todesfällen allein in der Projektregion Mabalako. In der Vergangenheit haben zahlreiche Studien die Auswirkungen von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten auf die psychische Gesundheit der betroffenen Bevölkerung untersucht. Dabei wurden oftmals erhöhte Prävalenzen von psychischem Stress, Angst, Depression und posttraumatischer Belastungsstörungen (PTSD) festgestellt.  Diese Erkrankungen sind insbesondere auf Erfahrungen mit erkrankten Menschen, Bedrohungswahrnehmung, hohe Sterblichkeitsraten, Nahrungsmittel- und Ressourcenunsicherheit, Stigmatisierung und Diskriminierung von Erkrankten zurückzuführen. So verschärfte auch der aktuelle Ausbruch des Ebolafiebers in der DR Kongo den bereits fragilen Kontext in der Provinz Nord-Kivu weiter und erhöhte die allgemeine psychische Belastung der Bevölkerung.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur Verbesserung der psychischen Widerstandsfähig-keit der Bevölkerung in der Region Mabalako zu leisten. Dies soll erreicht werden, indem um-fassende gesundheitsbasierte und gemeindenahe Dienstleistungen im Bereich der psychischen Gesundheit und der psychosozialen Unterstützung (Mental Health and Psychosocial Support, MHPSS) zielgerichtet gestärkt werden. Zudem sollen gemeindebasierte Schutzsysteme für Kinder und für vom Ebolafieber direkt betroffene Familien verbessert werden, indem Sensibilisierungen und Trainings zu Ansteckungs- und Präventionswegen, fälschlicher Stigmatisierungen oder dem richtigen Umgang mit Erkrankten, etc. durchgeführt werden. In beiden Komponenten ist es das erklärte Ziel des Projektes, eine koordinierte und qualitativ hochwertige Unterstützung für Kinder und Familien zu gewährleisten.

Um diese Ziele zu erreichen setzt das Projekt u.a. die folgenden Aktivitäten um:

  • Schulung von Gemeindetrainern (Community Facilitator) in Supervision und gemeindebasierter Sozialtherapie und Unterstützung bei der Durchführung der Therapien in den Gemeinden
  • Überweisung von Personen, die spezialisierte, weitergehende Unterstützung benötigen (bspw. Zugang zu psychiatrischer Hilfe bei Eigen- oder Fremdgefährdung)
  • Ausbildung von Gesundheitsfachkräften in psychologischer Erster Hilfe
  • Sensibilisierung von Gemeinden für psychische Erkrankungen
  • Schulung von Lehrern in psychosozialer Unterstützung und Psychologischer Erster Hilfe

An wen richtet sich die Hilfe?

Das Projekt richtet sich in seiner Sensibilisierungsarbeit für EVD und psychische Gesundheit an die gesamte Bevölkerung des Projektgebietes. Dabei wird explizit darauf geachtet, dass Personen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, Waisenkinder, verwitwete Frauen und ältere Personen gezielt angesprochen werden, da sie sich besonderen Belastungen im sozialen Leben gegenübersehen. Das Projekt soll 6.400 Personen mit seinen Aktivitäten direkt und 32.000 Personen indirekt (durch Multiplikation durch Familienmitglieder, Freunde) erreichen.