4. World Vision Kinderstudie

4. World Vision Kinderstudie

Die 4. World Vision Kinderstudie gibt Kindern von sechs bis elf Jahren eine Stimme und macht deutlich: Kinder sind Expertinnen und Experten ihrer Lebenswelten. Über 2.500 Kinder wurden für die neueste Studie befragt: Was sind ihre Wünsche, Sorgen und Ängste? Wo fühlen sie sich ernst genommen und beteiligt? Der Schwerpunkt der 4. World Vision Kinderstudie ist das Thema Flucht. Wo begegnen die Kinder geflüchteten Menschen? Wie nehmen sie sie wahr? Wie hoch ist ihre Bereitschaft, mit Notleidenden zu teilen? Daneben werden zwölf Kinder ausführlich porträtiert und berichten anschaulich über diese Themen. Die 4. World Vision Kinderstudie gibt interessante und teils unerwartete Einblicke in die Lebenswelten der sechs- bis elf-Jährigen und ihre Haltungen zu Themen wie Familie, Schule, Flucht, Armut, Freundschaft und Mitbestimmung. 

Die Studie wurde von der Goethe Universität Frankfurt und Kantar Public durchgeführt. Autor*innen sind Prof*in Dr. Sabine Andresen (Goethe-Universität), Dilan Çınar (Goethe-Universität) , Prof*in Dr. Melanie Kuhn (Pädagogische Hochschule Heidelberg), Prof. Dr. Sascha Neumann (Universität Luxemburg), Monika Pupeter (Kantar Public) Ulrich Schneekloth (Kantar Public) und Sabine Wolfert (Kantar Public).

Zu beziehen ist die Studie bei Beltz Juventa

Unsere Studie belegt: Je mehr Zeit einheimische und geflüchtete Kinder regelmäßig miteinander verbringen, desto besser ist es für beide Seiten.
Gudrun Schattschneider, Leiterin Politik

Schwerpunkt-Thema der Studie: Flucht

Wie stehen Kinder in Deutschland zur Aufnahme geflüchteter Menschen? Welche Erfahrungen machen sie im direkten Kontakt? Die repräsentative Studie des World Vision Instituts belegt: Schon Kinder ab 6 Jahren bringen sehr viel Empathie und Bereitschaft zum Teilen mit, wenn es um geflüchtete Menschen geht. Besonders wichtig sind direkte Kontakte in der Schule und in der Nachbarschaft, um Ängste ab- und soziale Beziehungen aufzubauen. Kindern mit Migrationshintergrund bescheinigt die Studie eine Schlüsselrolle bei der Integration geflüchteter Kinder.

 

Geflüchtete Kinder im Freundeskreis

Geflüchtete Kinder im Freundeskreis: „Habt ihr euch schon mal mit geflüchteten Kindern getroffen?“

Bewertung der Erfahrungen mit geflüchteten Menschen

Bewertung der Erfahrungen mit geflüchteten Menschen: „Wie waren Deine Erfahrungen mit geflüchteten Kindern oder Erwachsenen?“

Kinderstudie zu Flucht und Migration

Kinderstudie zu Flucht und Migration

Forderungen von World Vision an die Politik:

World Vision fordert einen Bundesbeauftragten für die Umsetzung der Kinderrechtskonvention.

Kinderrechte sind kein Nischenthema, sondern ein wichtiges politisches Querschnittsthema. Deshalb fordert World Vision einen Bundesbeauftragten für die Umsetzung der Kinderrechtskonvention. Er soll eine Politikstrategie zur Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland erarbeiten und alle Gesetze daraufhin überprüfen, ob sie die Kinderrechte reflektieren.

World Vision fordert, die Pläne für ANkER-Einrichtungen aufzugeben.

Begegnungen im Alltag zwischen geflüchteten und einheimischen Kindern sind zentral für die Integration, den Abbau von Ängsten und den Aufbau ganz normaler zwischenmenschlicher Beziehungen. Kinder müssen so schnell wie möglich in die Gesellschaft integriert werden. World Vision fordert deshalb die Pläne für bundesweit geplante Aufnahme- und Rückführungszentren, so genannte ANkER-Einrichtungen, aufzugeben.

Thema: Mitbestimmung

Fachwelt und Forschung sind sich einig: Schon junge Kinder profitieren nachhaltig von der Erfahrung, dass ihre Meinung zählt. Gelebte Mitbestimmung und das Erleben von Selbstwirksamkeit unterstützen eine stabile Persönlichkeitsentwicklung, befähigen zur Übernahme von Verantwortung und fördern die soziale Kompetenz von Kindern. Die repräsentative Studie des World Vision Instituts zeigt auf, dass Partizipation von Kindern in Deutschland noch nicht selbstverständlich ist: Ausgerechnet in der Schule gibt es große Defizite. Aber auch in den Familien gibt es viel Verbesserungsbedarf. Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder aus ärmeren Familien sowie ostdeutsche Kinder fühlen sich in allen Umfeldern in ihren Meinungen und Wünschen besonders wenig wertgeschätzt.

 

Lebenszufriedenheit und Selbstbestimmung im Alltag

Lebenszufriedenheit und Selbstbestimmung im Alltag: „Bist Du sehr zufrieden mit Deinem Leben?“

Bedeutung der eigenen Meinung

Bedeutung der eigenen Meinung: „Eher viel Wert auf meine Meinung legt mein/e…“

Kinderstudie zu Mitbestimmung bei Kindern
Kinderstudie zu Mitbestimmung bei Kindern

Thema: Kinderarmut

Armut ist keineswegs nur ein Thema des globalen Südens. Die World Vision Kinderstudie 2018 belegt: Jedes fünfte in Deutschland lebende Kind erlebt im Alltag Armut – und Armut ist nach wie vor der soziodemografische Faktor, der Biografien am nachhaltigsten negativ prägt. Vom Zuwendungsmangel über höheren Medienkonsum, weniger Freundschaften und mehr Ängsten bis hin zu mehr Diskriminierungserlebnissen und einer insgesamt geringeren Lebenszufriedenheit: Kinder in Armut sind auf ganzer Linie benachteiligt. Die Politik muss handeln.

Bildungsaspiration und Armutserleben

Bildungsaspiration und Armutserleben: „Ich möchte das Gymnasium besuchen“

Kinder mit konkretem Armutserleben

Kinder mit konkretem Armutserleben: nach Migrationshintergrund

Kein anderer Faktor prägt Kinder so nachhaltig und umfassend negativ wie Armut im Elternhaus. Hier versagt die Politik bislang auf ganzer Linie.
Gudrun Schattschneider, Leiterin Politik
Kinderstudie zu Kinderarmut in Deutschland

Informationen für Journalisten

Hier erhalten Sie weiteres Material zur 4. World Vision Kinderstudie. Neben der Pressemitteilung können Sie sich hier eine Zusammenfassung der Studie, Infografiken, Fotos und unsere Pressemitteilung herunterladen (als .zip-Datei, ca. 27MB).