21.04.2022

Gute Vorbereitung – besseres Leben

Ein Projekt in Bangladesch hilft Müttern und Kindern

Autor: CVogel

Innerhalb eines Monats kann es durchaus vorkommen, dass bis zu 20 Personen das Haus der Familie Rahman im Dorf Kusholia im Südwesten Bangladeschs aufsuchen. Sie alle arbeiten für Nobo Jatra, ein Ernährungsprojekt von World Vision. Das Ziel: Unterernährung, insbesondere bei Frauen und Kindern, zu verringern. Dabei gibt es viele Faktoren, die zu einer schlechten Ernährung beitragen können – und die verschiedenen Vermittlerinnen und Vermittler des Projekts haben jeweils ein Fachgebiet, mit dem sie den Familien dabei helfen, sich aus der Armut zu befreien und mit dem sie sicherzustellen, dass es den Kindern besser geht.

Fatema und ihre Familie freuen sich über das World Vision Projekt
Ernährungsberaterin Rumana

Schwangere Frauen lernen über gesunde Ernährung

Eine Ernährungsberaterin kommt zum Beispiel oft vorbei, um das Wachstum von Habibur und Fatema Rahmans neuem Baby Habiba zu beobachten. „Früher wusste ich nicht, wie ich mich während der Schwangerschaft ernähren sollte“, sagt Fatema, die 32-jährige Mutter. „Jetzt weiß ich, wie man sich während der Schwangerschaft ernährt. Ich kann für mich und mein Baby sorgen.“

Während ihrer Schwangerschaft wurde Fatema oft von Rumana besucht, einer der Ernährungsberaterinnen von Nobo Jatra. Sie fährt mit einem rosafarbenen Fahrrad von Haus zu Haus und bringt schwangeren Frauen bei, wie sie für sich und ihr Babys sorgen können. Nach der Geburt besucht sie die Kinder weiter, um nach ihnen zu sehen und ihr Wachstum zu überwachen. „Ich liebe das, was ich tue“, sagt Rumana. „Ich tue alles aus tiefstem Herzen. Ich möchte diese Art von Arbeit fortsetzen. Wenn Nobo Jatra erweitert werden könnte, wäre das für uns und auch für andere Menschen hilfreich.“

Die Ernährungsberatung hat sich ausgezahlt: Fatemas Neugeborenes Habiba war bei der Geburt viel gesünder als Fatemas ältere Kinder, Sohn Mustakim, 8, und Tochter Beauty, 13. „Ich habe nahrhaftere Lebensmittel gegessen“, sagt Fatema. „Ich weiß, welche Lebensmittel meiner Tochter helfen, gesund aufzuwachsen.“

Jetzt weiß ich, wie man sich während der Schwangerschaft ernährt. Ich kann für mich und mein Baby sorgen.
Fatema, 32-jährige Mutter

Hygiene fördert Gesundheit

Um der ganzen Familie zu helfen gesund zu bleiben, besucht ein sogenannter Wasser- und Sanitärberater den Haushalt, um das neue, saubere Badezimmer zu überprüfen und die Familie darin zu schulen, wie es zu pflegen ist. „Früher haben wir keine Latrine genutzt“, sagt Fatema. „Es gab viele Mücken und Fliegen überall im Haus. Jetzt hat das stark abgenommen. Jetzt weiß ich, dass ich mir fünfmal am Tag die Hände waschen muss, und ich weiß, wie ich diese neue Latrine instand halten kann.“

Rumana ist zu einer Familie unterwegs
Rumana berät Fatema zu gesunder Ernährung

Gut vorbereitet für den Katastrophenfall

Rini hat sich im Rahmen des Projekts darin spezialisiert, das Risiko für Katastrophen zu minimieren. Sie kommt vorbei, um sicherzustellen, dass die Familie Geld für den Fall spart, dass wieder ein Zyklon auftritt – eine in diesem Teil des Landes leider häufige Katastrophe. „Wenn Wirbelstürme auftreten, beginnt es zu regnen, es weht ein starker Wind und die Umgebung ist düster“, sagt Rini. „Der Fluss schwillt an. Er überflutet alles.“ Sie erzählt, dass beim letzten großen Wirbelsturm der Wasserstand an manchen Stellen bis zu drei Meter hoch gestiegen ist. Bei vielen Familien wurde alles zerstört.

Während dieses Wirbelsturms fühlten sich die Rahmans völlig unvorbereitet. Sie hatten kein Geld gespart und wussten nicht, wohin sie gehen oder was sie tun sollten: „Wir fühlten uns damals so hilflos.“ Doch mit der Hilfe von Rini sind die Rahmans nun auf alles vorbereitet. „Ich habe ein wenig Geld auf der Bank, das ich für die Katastrophenvorsorge spare“, sagt Fatema. „Außerdem lagern wir Gemüsesaatgut, damit wir es nach der Katastrophe verwenden können.“

Diese vielfältigen Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft, Hygiene, Katastrophenvorsorge helfen den Familien, sich selbst aus der Armut zu befreien und anderen zu helfen, dasselbe zu tun.

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