Kinderarbeiter auf Müllhalde

Kleine Hände, schwere Arbeit

Bildungszentren bieten Kinderarbeitern eine Chance
Autor: UBauer  | 
13. August 2019
Autor: UBauer
Kinderarbeiter Liton sammelt täglich Müll.
Müllsammler Liton aus Bangladesch

Vielen Familien in Bangladesch geht es ähnlich: Der Verdienst der Eltern ist zu gering, um die Familie zu ernähren. Die Kinder müssen auch arbeiten gehen und dazu verdienen. Es ist die schiere Not, die die Eltern dazu treibt, ihre Kinder aus der Schule zu nehmen und arbeiten zu schicken.

Helfen Sie Kindern wie Liton und ermöglichen Sie ein Leben ohne Kinderarbeit

Liton verkauft seine Plastikflaschen an den Ladenbesitzer Muhammad Hussain – und dieser ist kein Arbeitgeber wie viele andere: Er hat sich einer Initiative von World Vision angeschlossen und setzt sich als Mitglied im örtlichen Kinderarbeit-Komitee für die Zukunft von Kinderarbeitern ein.

Kinderarbeiter Liton mit Freunden auf der Straße
Ladenbesitzer Hussain setzt sich für die Kinder ein.

Das Lernen wieder lernen

Alle Müllsammel-Kinder, die für ihn arbeiten, unterstützt Muhammad darin, in einem lokalen Bildungszentrum von World Vision aufgenommen zu werden. Hier können die Kinder nach der Arbeit lernen, etwas essen und sich waschen.

Ziel der Bildungszentren ist es, die arbeitenden Kinder soweit zu fördern, dass sie wieder in das reguläre Schulsystem eingegliedert werden können. 30 solcher Zentren betreibt World Vision in Dhaka und Chittagong und unterstützte damit bereits über 2000 Kinder. Mehr als 200 Kinder konnten aus gefährlichen Jobs gerettet werden und 160 Kinder besuchen inzwischen wieder eine Regelschule.

Kinder vor einem World Vision-Bildungszentrum
Kinder in einem World Vision-Bildungszentrum

Helfen Sie mit und unterstützen Sie uns mit einer monatlichen Spende, damit Kinder in Bangladesch wieder zur Schule gehen.

Eltern der Kinderarbeiter aufklären

Zum Kinderschutz-Programm von World Vision in Bangladesch gehört auch die Aufklärung der Eltern und der Arbeitgeber. Viele sind sich nicht bewusst, welchen Schaden die Kinderarbeiter nehmen können. Deshalb gehen World Vision-Mitarbeiter in die Slums und suchen das Gespräch vor Ort.

Aufklärungsgespräch

Rasel Ahammed, 29 Jahre, ist seit zehn Jahren in einem der Bildungszentren beschäftigt. Er weiß viel über die Gefahren von Kinderarbeit: „Kinder, die als Hausmädchen arbeiten, werden oft geschlagen. Wenn die Kinder Blumen verkaufen, werden sie von Autos angefahren. Wir sorgen uns um alle Kinder, die arbeiten.“

In der Schule, erzählt Rasel weiter, erhalten die Kinder auch eine moralische Erziehung. Sie lernen sich und andere zu respektieren, nicht mit Fremden mitzugehen und wie sie sich selbst vor Übergriffen schützen können. 

Wir geben den Kindern Hoffnung. Sie sehen wieder eine Zukunft für sich selbst.
Rasel Ahammed, 29 Jahre

Neue Verdienstmöglichkeiten

Doch wie gleichen die Eltern das fehlende Einkommen der Kinder aus, wenn diese wieder in die Schule gehen? Um die Familien zu unterstützen, rief World Vision für die Mütter der Kinderarbeiter Spargruppen ins Leben. Mithilfe dieser Gruppen legen sie Geld zurück, das ihnen später als Startkapital dabei helfen soll, ein eigenes Geschäft aufzubauen.

Zusätzlich werden die Eltern in verschiedenen einkommensfördernden Maßnahmen geschult, damit sie nicht vom Verdienst ihrer Kinder abhängig sind. Über 1000 Eltern hat World Vision bereits weitergebildet. Ältere Kinderarbeiter erhielten zudem eine handwerkliche Ausbildung für verschiedene Berufe. Dadurch müssen sie heute keine gefährlichen und riskanten Arbeiten mehr übernehmen.