Tansania liegt in Ostafrika am Indischen Ozean. Viele Familien leben von Landwirtschaft und Viehzucht. Die Erträge reichen jedoch oft nicht aus, um eine verlässliche Versorgung zu sichern. Das erschwert es Eltern, ihre Kinder ausgewogen zu ernähren und ihnen gute Entwicklungsbedingungen zu ermöglichen.
Auch der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ist vielerorts eingeschränkt. Hunger, unzureichende hygienische Bedingungen und begrenzte medizinische Angebote erhöhen das Risiko für Krankheiten wie Malaria oder HIV.
Seit 1995 arbeitet World Vision in Tansania mit lokalen Gemeinschaften zusammen, um Bildung, Gesundheit und Einkommenssicherung langfristig zu verbessern. Gemeinsam stärken wir lokale Strukturen: durch Schulungen in nachhaltigen Anbaumethoden, die Förderung von Kleingewerben für zusätzliche Einkommen sowie Aufklärung zu HIV und gesunder Ernährung.
Gleichzeitig setzen wir uns für bessere Bildungschancen ein und dafür, dass Kinderschutz und Kinderrechte geachtet und gelebt werden. So entstehen neue Perspektiven und Wege in ein Leben in seiner ganzen Fülle.
World Vision in Tansania
- seit 1995 vor Ort
- Sitz des Landesbüros: Arusha
- 446 Mitarbeitende machen unsere Arbeit vor Ort möglich
Ausgewählte Erfolge unserer Arbeit
- 360 Lesecamps wurden eingerichtet und damit 38.835 Kinder erreicht.
- 102 Wassersysteme und 2.361 Wasserstellen wurden eingerichtet und damit 417.891 Menschen erreicht.
- 7.500 Spargruppen mit mehr als 160.000 Mitgliedern wurden gegründet.
Schwerpunkte unserer Arbeit
Warum Entwicklungszusammenarbeit in Tansania notwendig ist
Tansania hat in den vergangenen Jahren spürbare wirtschaftliche Fortschritte erzielt. Trotzdem prägen Armut, Unsicherheit und strukturelle Benachteiligungen weiterhin den Alltag vieler Menschen. Vor allem von Kindern und Jugendlichen. Denn wirtschaftlicher Aufschwung kommt nicht automatisch bei allen Bevölkerungsgruppen an. Viele Menschen leben weiterhin in Armut oder knapp oberhalb der Armutsgrenze.
Ungleichheiten zwischen Stadt und Land bestehen weiter
Eine Herausforderung bleibt die Ungleichheit zwischen Stadt und Land sowie zwischen einzelnen Regionen des Landes. Viele Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Landwirtschaft. Diese ist jedoch stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Dürren, Überschwemmungen und unregelmäßige Regenfälle gefährden die Ernten, erschweren eine verlässliche Ernährung und entziehen Familien wichtige Einkommensquellen.
Eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsversorgung
Auch in den Bereichen Gesundheit und Ernährung bestehen große Probleme. Vermeidbare Krankheiten, Mangelernährung und eine nach wie vor hohe Mütter- und Kindersterblichkeit betreffen vor allem Menschen in abgelegenen Regionen. Der Zugang zu guter Gesundheitsversorgung ist für Schwangere, Kleinkinder und Jugendliche vielerorts weiterhin eingeschränkt.
Unsichere Wasserquellen
Ein weiteres zentrales Entwicklungshemmnis ist der mangelnde Zugang zu sauberem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene. Unsichere Wasserquellen und sanitäre Bedingungen begünstigen Krankheiten, beeinträchtigen das Lernen von Kindern und halten den Kreislauf aus Armut und Krankheit aufrecht – vor allem in ländlichen Regionen.
Bildungsbarrieren für Kinder und Jugendliche
Im Bildungsbereich ist der Zugang zur Bildung zwar gestiegen. Doch die Qualität des Unterrichts, der regelmäßige Schulbesuch und die Lernerfolge bleiben eine Herausforderung. Viele Kinder brechen die Schule frühzeitig ab. Besonders betroffen sind Mädchen, Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen und Kinder aus armen Familien. Gründe dafür sind unter anderem Kinderarbeit, Frühverheiratung, Teenagerschwangerschaften und fehlende oder unzureichende Schulgebäude.
Vor diesem Hintergrund bleibt lokal verankerte Unterstützung entscheidend. Ganzheitliche Entwicklungsansätze, die Ursachen von Armut angehen, staatliche Strukturen stärken und Gemeinschaften darin unterstützen, eigene Lösungen zu entwickeln, schaffen die Grundlage für langfristige Veränderung. So können Kinder, Jugendliche und Familien ihre Zukunft Schritt für Schritt selbst gestalten.
Viele Kinder brechen die Schule ab
Nur rund 50 % der Kinder verbleiben im Schulsystem bis zu höheren Klassenstufen.
Verbreitete Armut
14 Millionen Menschen in Tansania sind laut Weltbank von Armut betroffen.
Mangelnde Sanitärversorgung
Nur 32 % der Menschen in Tansania verfügen laut Weltbank über eine grundlegende Sanitärversorgung.
Ansatzpunkte wirksamer Entwicklungszusammenarbeit in Tansania
World Vision engagiert sich in Tansania gemeinsam mit Gemeinschaften, Behörden und Partnerorganisationen dafür, Kindern ein sicheres, gesundes und chancenreiches Aufwachsen zu ermöglichen.
Im Mittelpunkt stehen der Schutz und die Beteiligung von Kindern, der Zugang zu hochwertiger Bildung, die Sicherung nachhaltiger Lebensgrundlagen sowie die Versorgung mit sauberem Wasser.
Mit ganzheitlichen und langfristig angelegten Ansätzen stärkt World Vision lokale Strukturen und befähigt Menschen, ihre Zukunft selbst aktiv zu gestalten – für heutige und kommende Generationen. Das sind unsere zentralen Schwerpunkte:
Schutz und Beteiligung von Kindern
World Vision setzt sich gemeinsam mit staatlichen Stellen und lokalen Partnern für einen wirksamen und nachhaltigen Schutz von Kindern ein. Der Ansatz ist ganzheitlich angelegt: Bestehende Strukturen werden gestärkt, und Gemeinschaften werden aktiv in Verantwortung und Gestaltung eingebunden.
In Dörfern in den Projektregionen hat World Vision Frauen und Kinderschutzkomitees sowie Jugendräte aufgebaut. Diese lokalen Strukturen geben Kindern Raum, ihre Perspektiven einzubringen, an Entscheidungen mitzuwirken und Maßnahmen zum Kinderschutz aktiv mitzugestalten.
World Vision engagiert sich für die Stärkung von Kinderschutzrichtlinien und beteiligt sich an Kampagnen gegen Frühverheiratung und Teenagerschwangerschaften.
Zugang zu hochwertige Bildung
World Vision setzt sich in Tansania dafür ein, dass Kinder und Jugendliche – insbesondere jene in besonders herausfordernden Lebenssituationen – Zugang zu hochwertiger Bildung erhalten.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur der Schulbesuch, sondern Chancengleichheit und ein geschütztes Lernumfeld.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung grundlegender Lese‑, Schreib‑ und Rechenkompetenzen, vor allem in den ersten Schuljahren.
World Vision stellt kindgerechte Lernmaterialien bereit, sorgt für die Weiterbildung von Lehrkräften und organisiert Lesekampagnen.
Gleichzeitig investiert World Vision gezielt in frühkindliche Bildung, da viele Kinder ohne ausreichende Vorbereitung eingeschult werden. Ziel ist es, Kindern von Beginn an gute Lernvoraussetzungen zu ermöglichen und spätere Schulabbrüche zu verringern.
Sicherung nachhaltiger Lebensgrundlagen
World Vision begleitet Gemeinschaften dabei, sich wirksam an die Folgen des Klimawandels anzupassen und ihre Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf Schulungen und der Förderung klimaresilienter Lösungen, die Menschen stärken, selbst aktiv zu werden. Dazu zählen Ansätze der klimafreundlichen Landwirtschaft, die Wiederbegrünung ausgelaugter Böden durch Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR) sowie Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge und zum Risikomanagement.
Zugang zu sauberem Wasser und Hygiene
Besonders in ländlichen Regionen fehlt es an sauberem Wasser, an sicheren Toiletten sowie an Wissen darüber, wie Hygiene im Alltag gesund hält.
World Vision setzt genau hier an. Sauberes Wasser ist eine zentrale Voraussetzung für Gesundheit und Bildung. Fehlender Zugang erhöht das Risiko für Krankheiten und erschwert den Schulbesuch von Kindern. Im Mittelpunkt steht der Zugang zu sauberem Wasser, denn sauberes Wasser schützt die Gesundheit, erleichtert den Alltag und eröffnet neue Möglichkeiten für Lernen und Entwicklung.
Dafür arbeitet World Vision eng mit dem tansanischen Wasserministerium und lokalen Behörden zusammen. Gemeinsam wird geschaut, wo der größte Bedarf besteht. Neue Wasserquellen werden erschlossen, Brunnen gebaut und bestehende Anlagen repariert oder verbessert.
Die Wirkung unserer Entwicklungszusammenarbeit in Tansania
Unsere Entwicklungszusammenarbeit in Tansania wirkt: World Vision stärkt Kinder, Familien und Gemeinschaften dort, wo Herausforderungen den Alltag prägen. Im Fokus stehen eine verbesserte Gesundheits- und Ernährungsversorgung, der Zugang zu Bildung, der Schutz von Kindern sowie Maßnahmen für sauberes Wasser und sichere Hygiene.
So entstehen langfristige Perspektiven und bessere Lebensbedingungen – heute und für kommende Generationen.
Faiths Traum von Bildung
Die elfjährige Faith aus Tansania blickt voller Zuversicht in die Zukunft, denn ihr Schulweg in den Ländern des globalen Südens hat sich grundlegend verändert. Während sie früher weite Strecken zu Fuß zurücklegen musste, bringt ihr Vater sie heute mit dem Motorrad zum Unterricht, da die landwirtschaftlichen Erfolge der Familie neue Spielräume geschaffen haben. Die Unterstützung durch World Vision-Projekte ermöglicht es ihren Eltern sowie den anderen Bäuerinnen und Bauern vor Ort, stabilere Einkommen zu erwirtschaften und so die Bildung ihrer Kinder konsequent zu fördern. Faith liebt das Lernen und ist fest entschlossen, später selbst als Lehrerin die nächste Generation in ihrer Gemeinschaft zu unterstützen und zu inspirieren.
Wachstum und Hoffnung in Mbuyuni
Dank zwei installierter Wasserbecken kann der 56-jährige Sanare Kivuyo sein Land im Dorf Mbuyuni das ganze Jahr über bewässern und so erfolgreich Landwirtschaft betreiben. Diese nachhaltige Lösung ermöglicht es den Nachbarinnen und Nachbarn, regelmäßig frisches Gemüse direkt von seinem Hof zu beziehen und die Ernährungssicherheit ihrer Familien zu verbessern. Durch diese Form der Humanitären Hilfe entstehen langfristige Perspektiven in dieser Region des globalen Südens, die zum gemeinsamen Handeln motivieren. Sanare Kivuyo zeigt eindrucksvoll, wie durch Glaube und Tatkraft eine dauerhafte Veränderung für alle Bewohnerinnen und Bewohner möglich wird.
Gemeinsame Wege aus der Armut
Dank der Unterstützung von World Vision konnte Helena Meshack ihre Lebensumstände in Tansania nachhaltig verbessern und führt heute mit ihrer Familie ein stabiles Leben. Durch neue landwirtschaftliche Methoden bewirtschaftet sie gemeinsam mit ihrem Ehemann die eigenen Felder, was nicht nur die Ernährung der fünf Kinder sichert, sondern auch den Schulbesuch sowie das Studium der Töchter ermöglicht. Die Förderung durch World Vision hat den Grundstein für diesen Wandel gelegt, indem sie den Bewohnerinnen und Bewohnern der Region Perspektiven aufzeigt und sie motiviert, ihre Zukunft aktiv und voller Hoffnung selbst zu gestalten.
Ich freue mich, dass die Lese- und Schreibfähigkeit der Kinder in unseren Projekten in Tansania durch gezielte Programme erheblich verbessert wurde.
Rund ein Viertel der Bevölkerung in Tansania lebt unter der nationalen Armutsgrenze. Besonders in ländlichen Regionen sind die Herausforderungen deutlich größer als in städtischen Gebieten. Der Multidimensional Poverty Index (MPI) zeigt: Während in ländlichen Gegenden 59,1 % der Menschen von mehrfachen Einschränkungen betroffen sind, liegt der Wert in Städten bei 17,5 %. Diese Unterschiede machen deutlich, wie wichtig gezielte, langfristige Ansätze sind, um Entwicklungschancen dort zu stärken, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Ja, Tansania zählt noch als sogenanntes „Entwicklungslang“. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Tansanias ist insgesamt noch vergleichsweise niedrig. Besonders in ländlichen Regionen ist die Infrastruktur vielerorts unzureichend ausgebaut, und der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung bleibt eingeschränkt. Das wirkt sich spürbar auf die Lebensbedingungen von Familien aus, unter anderem durch eine höhere Kindersterblichkeit und verbreitete Mangelernährung im Vergleich zu Industrieländern.
Gleichzeitig ist die industrielle Wertschöpfung bislang gering. Dennoch hat Tansania in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte erzielt. Das Land zählt weiterhin zu den Ländern des globalen Südens – und genau hier setzen langfristige Entwicklungsansätze an, um bestehende Potenziale zu stärken und nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen.