Entwicklungszusammenarbeit in Mali

Vor Ort aktiv seit 1975.

Mali liegt im Westen Afrikas. Der Binnenstaat ist geprägt von der Sahara im Norden, der Sahelzone und dem fruchtbaren Gebiet entlang des Flusses Niger. Doch politische Umbrüche, bewaffnete Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheit und die Folgen des Klimawandels stellen viele Familien vor große Herausforderungen. Besonders in ländlichen Regionen fehlt es häufig an ausreichender Ernährung, Gesundheitsversorgung, sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Das gefährdet vor allem Kinder.
Viele Kinder in Mali wachsen unter schwierigen Bedingungen auf. Ihre Rechte werden nicht immer geschützt: Kinderarbeit, Kinderheirat und Gewalt bleiben große Risiken. Gleichzeitig erschweren überfüllte Schulen, fehlende Lernmaterialien und unsichere Regionen vielen Mädchen und Jungen den Zugang zu Bildung. Auch die Gesundheitslage ist angespannt: Menschen, die in gefährlichen Gebieten leben, haben oft nur schwer Zugang zu medizinischer Versorgung.
World Vision ist seit 1975 in Mali aktiv. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort arbeiten wir daran, Kinder und Familien nachhaltig zu stärken: durch bessere Ernährung, Gesundheitsangebote, Zugang zu Trinkwasser, Bildung, Kinderschutz und widerstandsfähigere Lebensgrundlagen. Gerade dort, wo Armut, Klimafolgen und Unsicherheit den Alltag bestimmen, kann langfristige Entwicklungszusammenarbeit neue Perspektiven schaffen.
 

World Vision in Mali

  • Seit 1975 vor Ort
  • Sitz des Landesbüros: Bamako
  • 420 Mitarbeitende machen unsere Arbeit vor Ort möglich (Stand April 2024)
  • 6 Projekte und Programme laufen vor Ort.
  • Hier sind wir aktiv: in Bamako, im Süd-Osten, Süd-Westen und Süden Malis.
     

Ausgewählte Erfolge unserer Entwicklungszusammenarbeit in Mali

  • Rund 160.000 Menschen haben erstmals Zugang zu sauberem Wasser.
  • Circa 48.000 Kinder haben am Programm „Unlock Literacy“ teilgenommen und dabei ihre Lese‑ und Schreibfähigkeiten gestärkt.
  • Rund 2.400 Menschen haben bei uns gelernt, wie guter Kinderschutz funktioniert. Sie wissen jetzt: Wie erkenne ich, dass es einem Kind schlecht geht? Und wie helfe ich dem Kind schnell und richtig?
  • Über 930.000 Menschen erhielten Unterstützung durch Nahrungsmittel oder Bargeld und konnten so ihre Grundbedürfnisse sichern.
     

Mali steht gleich vor mehreren Krisen. Anhaltende Konflikte, politische Instabilität, Armut, Klimawandel und fehlende staatliche Unterstützung verschärfen die Lebensbedingungen vieler Menschen. Besonders betroffen sind Kinder und Familien in auf dem Land. Dort leben viele Menschen von Landwirtschaft und Viehhaltung. Doch Dürren und Überschwemmungen machen es immer schwieriger, genug zu essen zu haben.
Ein großes Problem ist der Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Gesundheitsversorgung. In ländlichen Gebieten haben nur etwa 70 % der Menschen Zugang zu sauberem Wasser. Auch Schulen sind häufig nicht ausreichend ausgestattet: Nur etwa die Hälfte verfügt über adäquate Trinkwasserstelle. Weniger als 20 % haben funktionierende, getrennte Toiletten für Jungen und Mädchen. Das beeinträchtigt Gesundheit, Würde und Bildungschancen, besonders für Mädchen.
Auch die Ernährungslage bleibt angespannt. 24 % der Kinder unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt. Die Kindersterblichkeit ist hoch: 60 von 1.000 Kindern sterben bereits im Säuglingsalter. Bei Kindern unter fünf Jahren sind es 94 von 1.000. Malaria ist eine der größten Gesundheitsgefahren im Land. Gerade in instabilen Gegenden ist medizinische Hilfe oft schwer erreichbar, weil Wege gefährlich, Gesundheitsstationen schlecht ausgestattet oder Familien kein Geld für eine Behandlung haben.
Bildung ist ein weiterer Schlüsselbereich. Mehr als zwei Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren gehen in Mali nicht zur Schule. Viele Mädchen und Jungen brechen die Schule früh ab, weil Schulen fehlen, Klassen überfüllt sind, Lernmaterialien nicht ausreichen oder Kinder zum Familieneinkommen beitragen müssen. Besonders Mädchen und Kinder aus armen Haushalten sind gefährdet, dauerhaft vom Unterricht ausgeschlossen zu sein.
Hinzu kommt der Schutz von Kindern: Kinderarbeit, Kinderheirat, Gewalt und schädliche Praktiken gefährden die Entwicklung vieler Mädchen und Jungen. In Konfliktregionen verschärfen Vertreibung und Unsicherheit diese Risiken zusätzlich. Humanitäre Hilfe in Mali und langfristige Entwicklungszusammenarbeit greifen deshalb ineinander: Familien brauchen akute Unterstützung, aber auch nachhaltige Perspektiven. 
 

Aktuelle Lage: Warum Hilfe in Mali notwendig ist

Kindersterblichkeit

Die Kindersterblichkeit in Mali ist hoch

60 von 1.000 Kindern sterben bereits im Säuglingsalter.

Icon Ernährung

Unterernährung ist bei Kleinkindern stark verbreitet

24 % der Kinder unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt.

Icon Schule

Vielen Kindern ist der Zugang zur Schule verwehrt

Mehr als zwei Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren gehen in Mali nicht zur Schule.

World Vision hilft: Unsere Entwicklungszusammenarbeit in Mali

World Vision arbeitet in Mali gemeinsam mit Kindern, Familien, Gemeinden und lokalen Partnern daran, Lebensbedingungen langfristig zu verbessern. Die Maßnahmen greifen ineinander: Kinder können nur gesund aufwachsen, lernen und ihre Rechte wahrnehmen, wenn Familien Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser, Schutz und stabileren Einkommensmöglichkeiten haben. Daher stehen Gesundheit und Ernährung, Bildung, Kinderschutz, sichere Lebensgrundlagen sowie Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene im Mittelpunkt. Das sind unsere zentralen Schwerpunkte:

Mali SChwerpunkt Gesundheit

So hilft World Vision im Bereich Gesundheit und Ernährung


World Vision stärkt in Mali die Gesundheit und Ernährung von Kindern, Müttern und Familien. Familien werden direkt zu Hause beraten: etwa zu gesunder Ernährung, Hygiene, Vorsorge und häufigen Kinderkrankheiten. Auf Lokalebene helfen Gesundheitskomitees dabei, Aufklärung, Impfaktionen und Gesundheitsangebote besser zu koordinieren.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Vorbeugung und Behandlung von Malaria, Durchfall, Lungenentzündung und Unterernährung. In Krisengebieten unterstützt World Vision die Behandlung akuter Mangelernährung. Kochkurse und praktische Beratung helfen Familien, mit vorhandenen Lebensmitteln ausgewogene Mahlzeiten zuzubereiten.
 

Mali Schwerpunkt Bildung

So hilft World Vision im Bereich Bildung


World Vision trägt dazu bei, die Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten von Mädchen und Jungen - sowohl im Unterricht als auch bei außerschulischen Lernangeboten zu verbessern. Dafür werden altersgerechte Lernangebote entwickelt, Lehrkräfte geschult und Lernmaterialien bereitgestellt, besonders in ländlichen Regionen.
Auch die frühkindliche Bildung wird gestärkt: Familien erhalten Wissen und Materialien, um Kinder schon vor der Schule beim Lernen zu begleiten. Mit dem Projektmodell „Unlock Literacy“ unterstützt World Vision Leseklubs, in denen geschulte freiwillige Helferinnen und Helfer Kinder beim Lesen und Schreiben fördern.
 

Mali Schwerpunkt Kinderschutz

So hilft World Vision im Bereich Kinderschutz


Kinder in Mali brauchen besseren Schutz vor Gewalt, Ausbeutung, Kinderarbeit und Frühverheiratung. Dafür werden Gemeinschaften, Kinderschutzkomitees, Kindergruppen und lokale Akteure geschult, Risiken zu erkennen, Fälle zu melden und Kinderrechte zu stärken.
Auch Friedensförderung ist Teil der Arbeit. Friedenskomitees, Friedensclubs und religiöse Führungspersönlichkeiten tragen dazu bei, lokale Konflikte friedlich zu lösen und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Unsere Projekte unterstützen Familien und Gemeinschaften dabei, Alternativen zu Kinderarbeit zu entwickeln.
Ergänzend können Patenschaften Kindern eine langfristige Begleitung ermöglichen: Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zur Kinderpatenschaft in Mali.
 

Mali Schwerpunkt Lebensgrundlagen

So hilft World Vision im Bereich Lebensgrundlagen


Viele Familien in Mali leben von Landwirtschaft und Viehhaltung. Doch Naturkatastrophen und geringe Einkommen machen es schwer, die eigene Familie sicher versorgen zu können. World Vision unterstützt Familien dabei, ihre Lebensgrundlagen abzusichern und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten aufzubauen.
Dazu gehören Spargruppen, bewässerte Gemüsegärten, Schulungen zu besseren Anbaumethoden, Viehzucht, Umweltschutz und Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR). Zusätzlich werden Familien in Katastrophenvorsorge geschult, damit sie besser auf für Krisen gewappnet sind.
 

Mali Schwerpunkte WASH

So hilft World Vision im Bereich WASH 


World Vision verbessert in Mali den Zugang zu Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene in Haushalten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Dafür werden Trinkwassersysteme gebaut oder verbessert, Wasserkomitees geschult, um diese zu warten.
An Schulen, wo der Bedarf groß ist, unterstützt World Vision den Bau von Latrinen. Mit Ansätzen wie WASH UP! lernen Kinder, wie wichtig Händewaschen, sauberes Wasser und sichere sanitäre Einrichtungen sind – und geben dieses Wissen an ihre Familien weiter.
 

Nachhaltige Hilfe

Dass Hilfe zur Selbsthilfe wirkt, zeigt zum Beispiel unser Projekt in Kimparana. Zwischen 2001 und 2019 konnten die Erträge von Getreide- und Gemüsesorten nachhaltig gesteigert werden, 92 % der Kinder sind deshalb gesund und entwickeln sich körperlich gut.

Früher mussten Frauen und Kinder weite Strecken zurücklegen, um Wasser zu holen, das oft auch noch verschmutzt war. Heute gibt es im Projektgebiet 53 Brunnen, die Trinkwasser spenden. Zu Projektbeginn besuchten viele Kinder den Unterricht nicht, auch weil zum Beispiel die Gebäude kaputt waren. Heute gehen viele Kinder in die Schule und schließen sie auch erfolgreich ab. Wir sind froh, dass es heute vielen Kindern besser geht.

Mann vor einem Papaya-Baum

Die Kleinbäuerinnen und -bauern freuen sich darüber, mehr zu ernten und ihre Kinder ernähren zu können. (Hier: Papaya)

Ein Kind bekommt eine Impfung

Auch die Gesundheitsversorgung hat sich verbessert. Kinder werden z. B. gegen gängige Krankheiten geimpft.

Mädchen vor einem Schulgebäude

Viele Kinder gehen heute in die Schule und können für ihre Zukunft lernen.

Gruppenbild aller Kinder aus Kimparana

Liebe Patinnen und Paten, herzlichen Dank für Ihre treue Unterstützung für die Kinder in Kimparana!

Viele Kinder in Mali leben in einer fragilen Lebenssituation, die sich jederzeit ändern kann. Sie wachsen mit einem geringen Zugang zu einer guten Ernährung, Gesundheitsversorgung und Schulbildung auf. Unsere Arbeit vor Ort leistet einen Beitrag, dass die grundlegenden Kinderrechte stärker berücksichtigt werden.
Bettina Schilling, Regionalreferntin Afrika

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