Kenia, das ostafrikanische Land am Indischen Ozean, zählt mit seinen vielfältigen Landschaften, seiner kulturellen Vielfalt und dynamischen Gesellschaft zu den bedeutendsten Ländern der Region. In den letzten Jahren konnte Kenias Wirtschaft eine eindrucksvolle Entwicklung verzeichnen.
Die wirtschaftliche Entwicklung macht Fortschritte, aber es gibt große grundlegende Probleme. Besonders betroffen sind ländliche Gebiete und informelle Wohnviertel in Städten. Extreme Wetterereignisse wie lange Trockenperioden und starke Überschwemmungen – die durch das El-Niño-Phänomen noch schlimmer werden – belasten die Menschen stark. Dadurch steigen Armut und das Gefühl, keine Zukunftsperspektiven zu haben.
Besonders Kinder sind betroffen: von mangelnder Bildung, geschlechtsspezifischer Gewalt, fehlender Gesundheitsversorgung und unzureichender Ernährungssicherheit. Die Aufnahme hunderttausender Geflüchteter aus Nachbarländern stellt zusätzliche Belastungen für die Infrastruktur dar.
Deshalb ist World Vision seit 1973 in Kenia aktiv und hat im Jahr 2024 über 2,23 Millionen Kinder erreicht. In unseren Hilfsprojekten für Kenia unterstützen Familien in folgenden Schwerpunkten: Kinderrechte, Trinkwasser, Hygiene und Umweltschutz.
Mit Ihrer Spende für Kenia schaffen wir gemeinsam langfristige Perspektiven für Kinder und ihre Familien.
World Vision in Kenia
- Vor Ort aktiv seit 1973.
- Sitz des Landesbüros: Nairobi
- Aktuell laufende Projekte:
- Gesamtvolumen aller laufenden Projekte 2024: über 6,1 Millionen Euro
Ausgewählte Erfolge unserer Arbeit
- 10.473 Haushalte wurden mit Schulungen und Programmen zur Ernährungssicherung erreicht, wodurch sich der Zugang und die Verwendung von frischem Gemüse verbessert haben
- 12.000 Kinder unter fünf Jahren wurden im Rahmen von Gesundheitskampagnen - durch Hausbesuche, Frühförderzentren und medizinische Einrichtungen - erreicht.
- In 30 Spargruppen und 40 Replikationsgruppen organisieren sich über 1.200 Menschen, um gemeinsam zu sparen, Kredite zu nutzen und ihre Finanzen digital zu verwalten.
- 30 Gesundheitsfachkräfte wurden speziell zu sexuellen und reproduktiven Rechten geschult.
Aktuelle Lage: Warum ist Entwicklungszusammenarbeit in Kenia notwendig?
Kenia steht vor großen Herausforderungen: Besonders im Norden und Nordwesten sind viele Menschen von akuter Hunger- und Nahrungsmittelunsicherheit betroffen. Die Ursache liegt vor allem in den Folgen des Klimawandels: langanhaltende Dürren und starke Regenfälle wechseln sich ab, was zu massiven Ernteausfällen und Überschwemmungen führt. Im Jahr 2024 kamen dabei mindestens 186 Menschen ums Leben, über 545.000 wurden vertrieben.
Die Auswirkungen sind drastisch: Ernteverluste, tote Nutztiere und zerstörte Infrastruktur beeinträchtigen die Versorgungslage in vielen Regionen massiv. Etwa eine Million Menschen gelten als akut unterernährt, besonders Kinder, schwangere und stillende Frauen in trockenen Regionen. Bereits heute ist jedes hundertste Kind unter fünf Jahren in Kenia akut unterernährt. Der Zugang zu sauberem Wasser bleibt eingeschränkt: Nur 59 % der Bevölkerung nutzen eine verbesserte Trinkwasserquelle. Und noch immer sterben in Kenia 23 von 1.000 Neugeborenen in den ersten Lebenswochen; elfmal so viele wie in Deutschland.
Nahezu zwei Millionen Menschen, darunter besonders viele Kinder, sind auf Humanitäre Hilfe angewiesen. Frauen und Mädchen sind in diesen prekären Lebensumständen verstärkt von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht. Schädliche Praktiken wie Genitalverstümmelung (FGM) bestehen weiterhin fort.
Hinzu kommt eine angespannte humanitäre Lage: Kenia beherbergt aktuell über 820.000 Geflüchtete, vor allem aus Somalia, dem Südsudan und den Regionen der Großen Seen.In überfüllten Flüchtlingslagern wie Dadaab und Kakuma mangelt es an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Gleichzeitig setzen Krankheitsausbrüche das ohnehin stark belastete Gesundheitssystem weiter unter Druck: 2024 kam es zu Fällen von Cholera, Polio und Mpox. Aufgrund des länderübergreifenden Mpox-Ausbruchs rief die WHO im Juli 2024 den internationalen Gesundheitsnotstand aus.
Die anhaltende Notlage macht deutlich, wie wichtig langfristige Hilfsprojekte in Kenia sind, um Strukturen zu stärken und die Widerstandskraft der betroffenen Gemeinschaften zu erhöhen.
Kinder, die nach der Geburt sterben
Kenia 23 *
Deutschland 2*
(*von 1000)
Menschen mit Zugang zu verbesserten Trinkwasserquellen
Kenia 59 %
Deutschland 100 %
Kinder unter 5 Jahren, die akut unterernährt sind
Kenia 1 %
Deutschland 0,1 %
Schwerpunkte unserer Arbeit
Die Herausforderungen in Kenia sind vielschichtig: Klimabedingte Extremwetterlagen, Ernährungskrisen, mangelnder Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und soziale Ungleichheit treffen besonders Kinder und benachteiligte Familien. In vielen Regionen fehlt es an stabiler Infrastruktur, Bildungseinrichtungen, medizinischer Versorgung und wirtschaftlichen Perspektiven. World Vision setzt genau dort an, wo die Not am größten ist. Unsere zentralen Schwerpunkte:
Bildung: Perspektiven schaffen von Anfang an
World Vision setzt sich in Kenia gezielt für bessere Bildungschancen und den Schutz von Kindern ein. In enger Zusammenarbeit mit dem nationalen Bildungsministerium wurden bereits über 30 Schulen bei der Einrichtung von frühkindlichen Entwicklungszentren unterstützt. Lehrkräfte erhalten pädagogische Fortbildungen, Klassenzimmer und Außenbereiche werden kindgerecht gestaltet und mit Lern- und Spielmaterialien ausgestattet. Ergänzend dazu sorgen Schulspeisungsprogramme dafür, dass Kinder täglich mindestens eine nahrhafte Mahlzeit erhalten – ein wichtiger Beitrag für Konzentration, Gesundheit und Teilhabe am Unterricht.
Kinder schützen
Gleichzeitig stärken unsere Programme systematisch den Kinderschutz. In Verbindung mit Bildungsprojekten, Erwachsenenbildung und Einkommensförderung entstehen sichere Umfelder, in denen Kinder sich entfalten können. Im Bezirk Tiaty West führte ein Projekt zu einem spürbaren Mentalitätswandel: 20 ehemalige Ausübende von Genitalverstümmelung gaben ihre Instrumente symbolisch an die Regierung zurück; ein starkes Zeichen gegen diese schädliche Praxis.
Wasser, Sanitärversorgung & Hygiene für ein gesundes Leben
Zugang zu sauberem Wasser und funktionierenden Hygienestrukturen ist in vielen Teilen Kenias noch immer keine Selbstverständlichkeit. Deshalb verbessert World Vision die Wasser- und Hygieneinfrastruktur an Schulen und in Gemeinden. In unseren Projektregionen bauen wir moderne Wasserleitungen, stellen Tanks bereit und installieren Handwaschbecken, um die Verbreitung wasserbedingter Krankheiten einzudämmen. Zusätzlich schulen wir Familien und Kinder im Umgang mit Hygiene und binden lokale Wasserkomitees ein, um die Instandhaltung langfristig zu sichern.
Ein Beispiel ist das Funyula Water Supply Project: Es zielt darauf ab, die Häufigkeit von WASH-bedingten Erkrankungen im gesamten Programmgebiet bis Ende 2026 deutlich zu senken. Über 9.600 Menschen, darunter mehr als 5.000 Frauen, profitieren hier von einer verbesserten Trinkwasserversorgung, die auch Bildungseinrichtungen und Gesundheitsstationen umfasst.
Sie wollen Kindern in Kenia langfristig helfen? Mit einer Kinderpatenschaft in Kenia tragen Sie gezielt zur nachhaltigen Entwicklung von Kindern, Familien und ganzen Gemeinschaften bei.
So wirkt die Entwicklungszusammenarbeit in Kenia: Erfolge von World Vision
Trotz zahlreicher Herausforderungen zeigt die Entwicklungszusammenarbeit in Kenia messbare Wirkung. Ob durch den Zugang zu Bildung, sauberes Wasser, gesundheitliche Aufklärung oder wirtschaftliche Stärkung: Unsere Projekte verbessern die Lebensbedingungen langfristig und nachhaltig. Die folgenden Beispiele zeigen, was möglich ist, wenn Hilfe gemeinsam mit den Menschen vor Ort gedacht und umgesetzt wird.
Die Arbeit, die hier (Kenia) geleistet wird, ist beispiellos. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein und das großartige Team vor Ort unterstützen zu dürfen.
Wir leisten auch Humanitäre Hilfe in Kenia
Neben langfristiger Entwicklungszusammenarbeit leistet World Vision in Kenia auch gezielte Humanitäre Hilfe, insbesondere in den Regionen, die regelmäßig von Dürreperioden betroffen sind. In 16 Projektregionen wurden über 47.000 Menschen mit groß angelegten Aufklärungskampagnen zu Dürreprävention und Wasserressourcenmanagement erreicht.
Sauberes Trinkwasser auch in Krisen
Um die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Krisen zu stärken, wurden 40.000 Nutztiere geimpft. Dies stellt einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Lebensgrundlage tausender Hirtenfamilien dar. Zusätzlich verteilte das Projektteam Wasserbehälter, Heuballenpressen und Wasseraufbereitungsmittel an gezielt ausgewählte Haushalte, um die Versorgung in Trockenzeiten zu sichern.
Im Rahmen der vorausschauenden Katastrophenvorsorge arbeiteten die Teams eng mit den lokalen Katastrophenschutz-Komitees zusammen. Durch Community-Dialoge und spezielle Trainingsformate wie COVACA (Community-Owned Vulnerability and Capacity Assessment) wurden über 47.000 Menschen geschult, um die Verletzlichkeit ihrer Gemeinschaften zu reduzieren und eigene Schutzstrategien zu entwickeln.
Häufig gestellte Fragen zu unseren Hilfsprojekten in Kenia
Ja, Kenia zählt weiterhin zu den Entwicklungsländern, auch wenn es wirtschaftlich zu den stärkeren Nationen Ostafrikas gehört. Die Wirtschaft ist vielfältig, von Landwirtschaft bis hin zu Technologie und Dienstleistungen. Dennoch profitieren große Teile der Bevölkerung nicht vom wirtschaftlichen Wachstum.
- Ein großer Teil der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.
- Besonders in ländlichen Regionen fehlt es an Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und sauberem Trinkwasser.
- Klimabedingte Krisen wie Dürren und Überschwemmungen führen regelmäßig zu Ernteverlusten, Wasserknappheit und Nahrungsmittelunsicherheit.
- Soziale Ungleichheit und strukturelle Probleme erschweren langfristige Entwicklung.
Kenia ist damit weiterhin mit zentralen entwicklungspolitischen Herausforderungen konfrontiert, die gezielte Entwicklungszusammenarbeit notwendig machen.
Kenia wird zunehmend von extremen Wetterereignissen geprägt. Im Nordosten des Landes herrscht anhaltende Dürre, die zu Ernteausfällen, Wasserknappheit und akuter Nahrungsmittelunsicherheit geführt hat. Über eine Million Menschen sind betroffen, viele davon Kinder. UNICEF bezeichnete die Dürre als die schlimmste seit 40 Jahren. Gleichzeitig kam es im Mai 2024 zu schweren Überschwemmungen infolge heftiger Regenfälle. Mehr als 200 Menschen verloren ihr Leben, über 165.000 mussten ihre Häuser verlassen.
Neben den klimabedingten Herausforderungen ist auch geschlechtsspezifische Gewalt weit verbreitet. Vor allem in ländlichen Gebieten erleben viele Frauen und Mädchen häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe oder frühe Zwangsverheiratung, häufig ohne Zugang zu Schutz oder rechtlicher Unterstützung. Die Kombination aus Umweltkrisen, Armut und struktureller Benachteiligung macht gezielte, langfristige Entwicklungszusammenarbeit in Kenia unverzichtbar.