Kenia

Projekt zur Reaktion auf die Dürre in den Regionen Baringo, Samburu und Turkana

Logo UNICEF

Finanziert von:

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, unterstützt Mütter und deren Kinder in Entwicklungsländern und leistet auch Hilfe in humanitären Krisen. Darüber hinaus ist es in der Anwaltschaftsarbeit, zum Beispiel gegen den Einsatz von Kindersoldaten, aktiv.

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In dieser Aktion haben sich zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um im Katastrophenfall koordiniert und effektiv helfen zu können. Schirmherr ist Bundespräsident a. D. Horst Köhler

Projektzeitraum:

August 2019 - Februar 2020

Land:

Kenia

Finanzvolumen:

 84.774,93€ (davon 68.768,07€ von UNICEF und 13.294,91€ von Aktion Deutschland Hilft)

Karte Kenia

Projektbeschreibung:

Turkana, Baringo und Samburu gehören zu den 23 Bezirken in Kenia, die anfällig für wiederkehrende Schocks sind. Sie sind aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels unregelmäßigen und schlecht verteilten Regenfällen ausgesetzt. Laut Short Rains Assessment (Okt. - Dez. 2018) war die Ernährungssituation im Land in allen Bezirken stabil, lag aber immer noch über den Notfallschwellenwerten. Die Ernährungssicherheit in den drei Bezirken verschlechtert sich schnell und die Zahl der alarmierenden Fälle nimmt zu. Die GAM-Werte sind weiterhin sehr hoch (Samburu 15,7 %, Baringo 16,8%  und Turkana 19,1% .) und die Fallbelastung von Kindern unter 5 Jahren liegt bei geschätzten 83.683 Kindern; ebenso spielt die Unterernährung von schwangeren und stillenden Frauen eine gravierende Rolle (Samburu 10,2%, Baringo 6,3% und Turkana 7,5%). Zu den unmittelbaren Faktoren, die zur Unterernährung von Müttern und Kindern in diesen Bezirken beitragen gehören suboptimale Ernährungs- und Betreuungspraktiken für Kinder, Ernährungsunsicherheit im Haushalt und ein erhöhtes Vorkommen von Krankheiten wie insbesondere Durchfall, wobei die Morbidität in Turkana bei 42,9%, in Baringo bei 32% und in Samburu bei 42,9% liegt (SMART 2018). Auch die Mindesternährung für Kinder ist in den drei Bezirken gering (Samburu 25,7%, Baringo 31% und Turkana 19,5%). Auch die minimale Ernährungssicherheit bei Frauen im reproduktionsfähigen Alter ist gering (33% in Turkana) im Vergleich zum Schwellenwert der WHO von 50%. Angesichts der Dürre werden sich diese Indikatoren weiter verschlechtern, was zu einem schlechten Ernährungszustand von Kinder unter 5 Jahren sowie von schwangeren und stillenden Frauen führen wird. Die Gesundheitssysteme in diesen Bezirken sind nach wie vor anfällig, um mit Schocks und Belastungen umzugehen.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Ziel des Projekts ist die Reduzierung von Mortalität und Unterernährung bei schwangeren und stillenden Frauen und Kindern der drei Bezirke Samburu, Baringo und Turkana und eine Verbesserung des gleichberechtigten Zugangs zu hochwertigen Ernährungs-, Gesundheits- und HIV/AIDS-Dienstleistungen. Dies soll dazu beitragen das Sterblichkeitsrisiko, vermeidbare Krankheiten und andere Formen der Unterernährung zu verringern. Das Projekt arbeitet daher an der Stärkung der kommunalen Gesundheitssystemen und Gesundheitsstrategien und schult Mitarbeiter*Innen darin Unterernährung bei Kindern unter 5 Jahren zu erkennen und Überweisungen anzuordnen. Unter diesem Aspekt werden unter anderem großangelegte Screenings in den drei Zielbezirken durchgeführt (42 Orte in Samburu, 53 Orte in Baringo und 40 Orte in Turkana). Um die Fähigkeiten und die Ressourcen des Gesundheitspersonals in den Zielbezirken zu verbessern und qualitativ hochwertige und wirkungsvolle Ernährungsinterventionen und Ernährungsdienste für Mütter und Kinder anbieten zu können wird das Projekt 64 Gesundheitsarbeiter*Innen in Turkana und 30 Gesundheitsarbeiter*Innen in Baringo im Bereich CMAM SURGE (Community Management of Acute Malnutrition – Vorbereitung kommunaler Gesundheitssysteme auf Höhepunkte akuter Unterernährung ausgelöst durch saisonale Umstände) weiterbilden und sensibilisieren. Auch die Aufstockung von Gesundheitsdienstleistungen im CMAM SURGE Bereich ist als Maßnahme des Projekts vorgesehen. Ebenfalls soll die Koordination, Überwachung und Evaluierung verbessert werden und die Beiträge zu Ernährungsnothilfemaßnahmen verstärkt werden. Um dies zu erreichen wird eine großangelegte Umfrage zur gesundheitlichen Abdeckung durchgeführt; eine weitere Maßnahme dabei ist die Unterstützung der monatlichen Gesundheits- und Ernährungskoordinationsforen der jeweiligen Zielbezirke. World Vision realisiert das Projekt zusammen mit UNICEF, welche technische und finanziellen Hilfeleistungen beitragen werden und ebenso zusammen mit der Nationalen Behörde für Dürrebekämpfung (NDMA) und den Bezirksgesundheitsämtern (CDoH), welche unter anderem das technische Personal und medizinische Materialien stellen.

An wen richtet sich die Hilfe?

  • 41.270 Kinder unter 5 Jahren (21.048 Jungs und 20.222 Mädchen)
  • 21.270 Menschen (10.874 Männer und 10.423 Frauen) in Samburu, 9000 Menschen (4.590 Männer und 4.410 Frauen) in Baringo, 11.000 Menschen (5.390 Männer und 6.510 Frauen) in Turkana und insgesamt 12.278 schwangere und/oder stillende Frauen
  • Jeweils 100 Community Health Volunteers aus den 3 Gemeinden Samburu, Baringo und Turkana. Insgesamt also 300 Community Health Volunteers (175 Männer und 125 Frauen)
  • 80 Health Workers aus der Region Samburu, 20 aus der Region Baringo und 40 aus der Region turkana. Insgesamt 120 Health Workers (62 Männer und 58 Frauen)