Palästina

Sicherer Zugang zu Schulen und psycho-soziale Unterstützung im Westjordanland/Hebron

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Finanziert von:

Die Europäische Union mit ihren Mitgliedsstaaten ist ein führender Geber der Humanitären Hilfe weltweit. Die EU hilft jedes Jahr über 120 Millionen Opfern von Konflikten und Katastrophen. Mit einem Hauptsitz in Brüssel und einem globalen Netzwerk aus Feldbüros, leistet die Union den vulnerabelsten Menschen Beistand. Dabei orientiert sie sich einzig an den humanitären Bedürfnissen, ohne jede Diskriminierung unabhängig von Rasse, ethnischer Gruppe, Religion, Geschlecht, Alter, Nationalität oder politischer Zugehörigkeit.

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In dieser Aktion haben sich zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um im Katastrophenfall koordiniert und effektiv helfen zu können. Schirmherr ist Bundespräsident a. D. Horst Köhler

Projektzeitraum:

Juni 2020 - November 2021

Land:

Palästina

Finanzvolumen:

555.557,00 EUR (davon 500.000,00 EUR von ECHO, 29.146 EUR von Aktion Deutschland Hilft und 26.411 EUR Eigenmittel von anderen Partnern)

Karte Palästina

Projektbeschreibung:

Die Projektintervention bezieht sich auf das Zielgebiet Hebron im Westjordanland – über 60% des Westjordanlandes stehen unter israelischer Kontrolle. Hebron war in der Vergangenheit Zeuge mehrerer Gewaltzyklen zwischen israelischen Siedlern, israelischen Streitkräften und palästinensischen Bewohnern im Zusammenhang mit kontinuierlichen Siedlungsaktivitäten. Gemäß einer von UNOCHA im August 2018 in Hebron durchgeführten Erhebung identifizierten 85% der befragten Haushalte die Belästigung durch israelische Soldaten und Siedler als Hauptursache für die Beeinträchtigung des Zugangs von Kindern zu Bildungsangeboten. 88% der in diesem Gebiet ansässigen Schulkinder (rund 2.200 Kinder) müssen beispielsweise einen Kontrollpunkt passieren, um zur Schule zu gelangen. Der UNICEF-Bericht "Bericht über das außerschulische Verhalten" (2018) stellte unter anderem fest, dass mehr als zwei Drittel der Kinder in der 1. bis 10. Klasse angeben, während ihrer Schulzeit emotionaler und physischer Gewalt ausgesetzt zu sein. Dies spiegelt sich darin wider, dass im Jahr 2017 insgesamt 170 Angriffe und Drohungen auf Schüler und Lehrer stattgefunden haben. Laut einer im Januar 2019 von OXFAM und der Birziet-Universität veröffentlichten Studie ist das Bildungsniveau sehr niedrig. Das niedrigste Bildungsniveau der Befragten beider Geschlechter wurde in Kontexten festgestellt, in denen die beschriebenen Hindernisse und Herausforderungen und deren Auswirkungen auf den Bildungszugang der palästinensischen Kinder und Jugendlichen am akutesten sind. Die Situation wird zudem durch COVID-19-Risiken noch weiter beeinträchtigt.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Ziel des Projekts ist die Verbesserung des Zugangs zu sicheren, qualitativ hochwertigen, gerechten und schützenden Bildungsmöglichkeiten für gefährdete Jungen und Mädchen im Zielgebiet Hebron sicherzustellen. World Vision Deutschland wird mit zwei weiteren Partnerorganisationen das Projekt durchführen, um Schutzrisiken und unzureichenden sicheren Lernraum in den Bildungseinrichtungen in Hebron anzugehen. Das Projekt wird durch unterschiedliche Maßnahmen zu einem befähigendem und sicheren Bildungsumfeld beitragen, das Kindern die von Konflikten, Unsicherheit, langwierigen Krisen und COVID-19 betroffen sind, entscheidende physische und psychische Unterstützung bietet. Im Prozess der Projektimplementierung werden unter anderem 70 Lehrkräfte und 50 gemeindebasierte Freiwillige darin geschult, Kompetenzen in Bezug zu psycho-sozialer Unterstützung für Kinder zu erwerben und diese anzuwenden. Ebenso werden 50 Berater externe Unterrichtseinheiten für Kinder im Zielgebiet anbieten, um das Curriculum der Schulen zu ergänzen. Um die Sicherheit der Kinder in den Schulen zu gewährleisten wird das Projekt Sicherheitspläne an 50 Schulen im Zielgebiet entwickeln und hier beispielsweise Sicherheitszäune in 21 Schulen sanieren und renovieren. Auch die zuständigen Behörden und kommunalen Führungskräfte werden in den Rehabilitationsprozess miteinbezogen. Infolge der COVID-19 Pandemie und der Notwendigkeit, dass die Schulen über angemessene WASH-Standards verfügen müssen (insbesondere Sanitäranlagen und Wasserbrunnen), werden an jeder Schule Sicherheits- und Hygienemaßnahmen ergriffen.

An wen richtet sich die Hilfe?

Direkt Begünstigte: 14.110 (aufgeschlüsselt nach: 89,8% Kinder zwischen 5 und 17 Jahren und 10,2% Erwachsenen zwischen 18 und 49 Jahren)

Zielgruppen:

  • 50 Schulen, an welchen Maßnahmen zur psycho-soziale Unterstützung (Psychological First Aid) durchgeführt werden
  • Kinder, LehrerInnen und anderes Bildungspersonal welche psycho-soziale Unterstützung anbieten bzw. erhalten,

darunter:

12,773 Jungen und Mädchen,  887 LehrerInnen und BeraterInnen, 400 Eltern und Erziehungsberechtigte  und 50 Freiwillige aus der Gemeinde