Sudan

Stärkung der Resilienz von schutzbedürftigen Rückkehrern, Binnenvertriebenen und lokaler Bevölkerung auf Gemeindeebene in Mershing und der Alwehda Region (südlicher Dafur)

Logo BMZ

Finanziert von:

Das BMZ ist für die Konzeption der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Zur Umsetzung von entwicklungspolitischen Maßnahmen unterstützt das BMZ auch Nichtregierungsorganisationen wie World Vision Deutschland. Im Finanzjahr 2017 konnten wir zwölf Projekte umsetzen, die vom BMZ gefördert wurden.

Projektzeitraum:

September 2018 - Dezember 2020

Land:

Sudan

Finanzvolumen:

1.500.000 Euro, finanziert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

BMZ Projektbeschreibung: Karte Sudan

Projektbeschreibung:

Der Sudan (40,8 Millionen Einwohner) erlebt seit über einem Jahrzehnt anhaltende Konflikte und Vertreibungen, die zu Unsicherheiten der Haushalte in den Bereichen Nahrungsmittel, Lebensunterhalt, Gesundheit und Ernährung geführt haben. In der Darfur-Region hat der anhaltende und langwierige Konflikt in Verbindung mit Naturkatastrophen und keine notwendigen Investitionen im Bereich der sozialen Dienste, zu der aktuellen humanitären Situation maßgeblich beigetragen. Als Folge kam es zu 1,9 Millionen Binnenflüchtlingen. Die Fähigkeit der Regierung lebensrettende soziale Leistungen zu leisten, ist insbesondere angesichts aktueller politischer Krisen nach wie vor inadäquat. Die kumulierten Effekte prädisponieren einzelne Haushalte und Gemeinschaften für Mangelernährung, hohe Morbidität und Mortalität durch übertragbare und leicht-vermeidbare Krankheiten. Etwa 11% der Haushalte in Süd-Darfur leiden unter Nahrungsunsicherheit. Aktuell erleiden etwa 2,47 Millionen Kinder sowie schwangere und stillende Frauen globale akute Mangelernährung. Der dringende Bedarf nach Interventionen im Bereich Ernährung und Gesundheit wird durch Daten der Gesundheitszentren in Mershing und Alwehda bestätigt. Trotz der Bedürfnisse sind etwa 36% aller primären Gesundheitszentren nicht voll funktionsfähig, entweder aufgrund von Personalmangel oder schlechter Infrastruktur und Ausstattung. Zudem sind die Lebensmittelpreise rasant gestiegen. Unter den Konsequenzen der Gesamtsituation in Darfur leiden insbesondere Frauen.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Das übergeordnete Projektziel ist es, durch eine verbesserte landwirtschaftliche Produktionskapazität, die Verringerung und Prävention von Mangelernährung und einen besseren Zugang zu Gesundheitsdiensten und -Einrichtungen für schutzbedürftige Rückkehrer, Binnenvertriebene und lokaler Bevölkerung zur Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft beizutragen. Konkrete Maßnahmen sind u.a.:

  • Sensibilisierung der Gemeinden (anfängliche Gemeinde-Treffen und Beratungssitzungen) in beiden Zielgemeinden,
  • Versorgung von 3.000 Haushalten mit verbesserten Saatgutsorten für den Anbau von Grundnahrungsmittel,
  • Schulung von 300 Leitbauern in verbesserte landwirtschaftliche Produktionstechniken und -praktiken,
  • Nach den Schulungen geben die Leitbauern ihr erlerntes Wissen an andere Bauern in Ihren Gemeinden weiter,
  • Schulungen von 300 Leitbauern in Praktiken der Bodenfeuchtigkeit-Konservierung & Standortgerechten Anbau,
  • Schulungen für 300 Leitbauern in Methoden der Agroforstwirtschaft zur Unterstützung einer nachhaltigen, ressourcen- und umweltschonenden Landwirtschaft,
  • Gründung und Bau (Lagereinrichtungen) von 2 gemeinde-verwalteten Saatgutbanksysteme für die Vermehrung und Verteilung von eigenem Saatgut, sowie Bildung von Komitees und Schulung der Mitglieder,
  • Bildung und Schulung von 5 Frauengruppen (20 Personen pro Gruppe) zur Durchführung einer hochwertigen Gemüseproduktion mit Kleinbewässerungsanlagen,
  • Unterstützung der 5 Frauengruppen beim Aufbau von Spar- und Kreditgruppen,
  • Bildung von 30 Ernährungsgruppen bestehend aus jeweils 12 Leitmüttern pro Gruppe,
  • Auswahl und Schulung von 10 Gemeindegesundheitsförderern,
  • Vorsorgeuntersuchung zu Mangelernährung bei 49.000 Kindern unter 5 Jahren und schwangeren und stillenden Frauen, um weitere Maßnahmen einzuleiten,
  • Bereitstellung von nahrungsergänzender Folsäure und Eisen für 4.000 schwangere Frauen,
  • Erweiterung von 1 primären Gesundheitszentrum (Primary Health Center) in Alwehda
  • Bereitstellung von qualifizierter Geburtshilfe für 385 schwangere Frauen - in Zusammenarbeit mit Hebammen und den staatlichen Gesundheitsbehörden vor Ort.

An wen richtet sich die Hilfe?

  • 53.756 Rückkehrer in die Mershing und Alwehda Region,
  • 105.511 Binnenvertriebene, die in die Projektregion geflohen sind,
  • 17.586 besonders bedürftige Personen der Gemeinde,
  • Indirekt werden auch ungefähr 50.000 Personen in enger Nachbarschaft erreicht.