Jordanien

Planung und Unterstützung von Jugendlichen in der Schaffung von Existenzgrundlagen in den Regierungsbezirken Amman, Mafraq, Irbid und Zarqa (Sonderinitiative Flucht)

Öffentliche Geber:BMZ

Finanziert von:

Das BMZ ist für die Konzeption der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Zur Umsetzung von entwicklungspolitischen Maßnahmen unterstützt das BMZ auch Nichtregierungsorganisationen wie World Vision Deutschland. Im Finanzjahr 2017 konnten wir zwölf Projekte umsetzen, die vom BMZ gefördert wurden.

Karte von Jordanien: Das BMZ fördert ein Projekt für Jugendliche

Land:

Jordanien

Projektzeitraum:

Feb 2019 - Jan 2021

Finanzvolumen:

1.343.414,00 Euro (davon 1.209.069,52 EUR finanziert durch das BMZ und 134.344,48 EUR finanziert durch Eigenmittel von World Vision Deutschland)

Projektbeschreibung:

Wirtschaftsbezogene Probleme führen die Liste der Herausforderungen für die jordanische Regierung und den Nichtregierungssektor in Jordanien seit Jahrzehnten an. Armut, Arbeitslosigkeit, soziale Marginalisierung und Gewalt sind komplexe und miteinander verbundene Manifestationen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sich mit der syrischen Flüchtlingskrise und dem anhaltenden Anstieg der weltweiten und lokalen Preise für Gebrauchsgüter in den letzten Jahren noch verstärkt haben.
Jordanien beherbergt über 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge. Der Zustrom an Flüchtlingen hat zu einer enormen Belastung der Ressourcen und der Infrastruktur im Königreich geführt, was das wirtschaftliche Umfeld im Land weiter verschlechtert und sich auch spürbar auf die jordanischen Gastgemeinden auswirkt. Die Arbeitslosenrate in Jordanien stieg im 3. Quartal 2017 auf 18,5% bzw. 30% unter Frauen und Jugendlichen. Den höchsten Arbeitslosenanstieg gibt es in den Regierungsbezirken, die die meisten syrischen Flüchtlinge beherbergen. In diesen Regionen stieg die Arbeitslosigkeit seit dem Beginn der Krise um durchschnittlich 3,1% an, während sie in anderen Regierungsbezirken um 1,4% sank. Hohe Arbeitslosenquoten und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld verhindern eine langfristige Anstellung von jordanischen Jugendlichen. Darüber hinaus fehlt es an Kompetenz- und Karriereberatung in den Schulen und Universitäten, was für die Jugendlichen weitere Barrieren bei der Erlangung der benötigten Kompetenzen und Verbindungen für den Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten schafft.
Untersuchungen zeigen, dass für eine Verbesserung der Situation der Jugendlichen in Jordanien besonders Projekte mit einem Fokus auf der Schaffung von Arbeitsplätzen, einschließlich Job Matching und Dienstleistungen zur Arbeitsmarktfähigkeit, Berufsausbildungen und Lehren sowie Karriereberatung wichtig sind. All diese Leistungen müssen so gestaltet sein, dass sie den Zugang zu langfristigen Arbeitsmöglichkeiten verbessern.
World Vision und seine Partner setzen sich für die Stärkung der Kompetenzen ein, die für Jugendliche in den jordanischen Gastgemeinden in den Regierungsbezirken Amman, Irbid, Zarqa und Mafraq beim Zugang zu praktikablen Möglichkeiten der Existenzgrundlagen wichtig sind. So soll ein Beitrag zur Abschwächung der oben genannten sozioökonomischen Probleme geleistet und weibliche und männliche Jugendliche befähigt werden, selbst ihre Rolle bei der Bestimmung ihrer Zukunft zu finden, ihre Selbstständigkeit und ihre aktive Rolle in ihren Familien zu erhöhen sowie insgesamt die nachhaltige Entwicklung des Landes zu fördern.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Ziel des Projektes ist es zum einen, jordanische und syrische Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren in den Regierungsbezirken Amman, Irbid, Zarqa und Mafraq zu stärken und ihnen durch individuelle Beratungen und Trainings den Zugang zu Arbeitsplätzen zu ermöglichen. Ebenso zeigt das Projekt Optionen zur Schaffung von Existenzgrundlagen auf und unterstützt sie bei der Suche nach Arbeitsplätzen. Die Aktivitäten in diesem Bereich werden von den beiden lokalen Partnerorganisationen Family Guidance and Awareness Centre (FGAC) und dem Zaha Cultural Centre implementiert, die selbst Arbeitsplätze für einige Teilnehmer anbieten werden. Um die Jugendlichen und ihre Eltern bei Karriereentscheidungen zu unterstützen, werden Karriereberatung und -betreuung und Job Matching angeboten, zudem erhalten sie Unterstützung bei Anträgen für Arbeitsgenehmigungen. Zu den Schulungsmaßnahmen gehören Trainings zu Anstellungsfähigkeit und Jobbereitschaft (u.a. Lebenslauf schreiben, Bewerbungsgespräche führen), sowie Lebensfertigkeiten (u.a. Führung, Kommunikation, Emotionale Intelligenz, Positives Denken, Zeit- und Projektmanagement), Englisch- und Computerkurse sowie Trainings zum Unternehmertum.
Dabei werden bereits geschulte Jugendliche auf Unternehmertum als eine Möglichkeit zum Geldverdienen mittels Eigenproduktion und/oder dem Angebot von Dienstleistungen aufmerksam gemacht. Im Rahmen des Projektes werden zudem kreative Schulungsideen (u.a. Robotertechnik, Herstellung von Mosaiken) umgesetzt und es kommt je nach den individuellen Karriereentwicklungswegen zu Vermittlungen von Jugendlichen an andere Schulungsinstitute.
Des Weiteren werden die Kapazitäten von gemeindebasierten Organisationen (Community Based Organizations) in der Umsetzung von technischen Ansätzen, den Implementierungs- und Managementkompetenzen sowie in der Akquise von Fördermitteln gestärkt. Dies soll garantieren, dass auch nach Ende der Projektlaufzeit Projekte zur Förderung von Jugendlichen und einkommensschaffenden Maßnahmen erfolgreich eingereicht und umgesetzt werden.
Als weitere Komponente werden in Kooperation mit einer Universität Jugendliche in der Umsetzung eines partizipativen Forschungsvorhabens ausgebildet und begleitet. Fokus der Untersuchung sind Themen, die das tägliche Leben der Jugendlichen beeinflussen. Sie sollen dadurch gestärkt werden, in der öffentlichen Diskussion für ihre Belange einzutreten. Der Austausch zwischen den syrischen und jordanischen Teilnehmern soll außerdem Vorurteile abbauen und potenziellen Konflikten entgegenwirken. World Vision wird hier mit seiner Expertise und den vorhandenen Kapazitäten unterstützend tätig sein.

An wen richtet sich die Hilfe?

Direkte Begünstigte des Projektes sind 451 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahre aus den Regierungsbezirken Mafraq, Irbid, Zarqa und Amman in Jordanien, welche geschult werden und somit verbesserte Fähigkeiten und über ein erhöhtes Wissen verfügen, das für den Eintritt in den Arbeitsmarkt notwendig ist. Gemäß den Anforderungen des BMZ sind 50% der Begünstigten Jordanier und 50% Syrer. Ebenso wird darauf geachtet, dass 50% der Begünstigten Frauen und 50% Männer sind. Die Jugendlichen werden anhand von Kriterien hinsichtlich ihrer Bedürftigkeit ausgewählt.
Weitere direkt Begünstigte sind zwei lokale Partnerorganisationen und vier gemeinschaftliche Organisationen (CBOs). 26 Mitarbeiter der zwei lokalen Partner und durchschnittlich jeweils sechs Mitarbeiter der vier teilnehmenden CBOs werden vom Projekt im Bereich Kapazitätsaufbau profitieren (insgesamt 50 Begünstigte).
Indirekte Begünstigte sind die Familien der ausgewählten Jugendlichen, Gemeinden im Projektgebiet der ausgewählten CBOs und lokale Stakeholder im Bereich Existenzgrundlagen (einschließlich der Regierung und anderen NGOs).