Demokratische Republik Kongo

Stärkung der Resilienz der von Pandemien betroffenen Bevölkerung durch verbesserte WASH, Infrastruktur und Ernährungssicherung in den Gesundheitszonen Oicha, Mabalako, und Vuhovi in Nord Kivu

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Finanziert von:

Das BMZ ist für die Konzeption der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Zur Umsetzung von entwicklungspolitischen Maßnahmen unterstützt das BMZ auch Nichtregierungsorganisationen wie World Vision Deutschland. Im Finanzjahr 2020 konnten wir fünf neue Projekte umsetzen, die vom BMZ gefördert wurden.

Projektzeitraum:

Juni 2020 - November 2021

Land:

Demokratische Republik Kongo

Finanzvolumen:

3.000.000,00 Euro von BMZ

Karte Kono

Projektbeschreibung:

Seit August 2018 hat der Ebola-Virus sich weiter negativ auf die prekären Lebensbedingungen der Bevölkerung des Ost-Kongo ausgewirkt, einer Region, die bereits zuvor von Konflikt, Armut, mangelnden sozialen Dienstleistungen und einem vom Zusammenbruch bedrohten Gesundheitssystem geprägt ist. Insgesamt zählt die DRC mit derzeit etwa 5,01 Millionen betroffenen Personen als das Land mit den meisten Binnenvertriebenen (IDPs) Afrikas. Die Provinz Nord-Kivu, wo der letzte Ausbruch stattfand, ist eine der bevölkerungsreichsten Regionen des Landes mit 9,91 Million Einwohner, inkl. über eine Million IDPs. Von allen Landesteilen befinden sich in Nord-Kivu mit über 2,63 Millionen  Individuen die meisten dringend hilfsbedürftigen Menschen, davon 52% Mädchen und Frauen und 60,5% Kinder. Laut der OCHA HRP 2020 sind IDPs besonders stark Schutzrisiken ausgesetzt, wie Ressentiments und Feindseligkeiten seitens der aufnehmenden Gemeinden, sowie sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt (SGBV), insbesondere Frauen und Mädchen. Darüber hinaus mangelt es IDPs an Zugang zu Basisdienstleistungen, was nicht nur ihre Lebensbedingungen verschlechtert, sondern auch eine potenzielle Konfliktquelle zwischen IDPs und aufnehmenden Gemeinden darstellt. Die Ebola-Bekämpfung und künftige Interventionen gegen Krankheitsausbrüche verlieren an Wirksamkeit, wenn sie nicht von Projekten begleitet werden, die grundlegende humanitäre Bedürfnisse erfüllen. So thematisieren bspw. die Teilnehmer an Fokusgruppendiskussionen (FGDs) von WV immer wieder, dass als eine der Maßnahmen zur Vermeidung einer EVD-Ansteckung Händewaschen gefordert wird, sie jedoch keinen ständigen Zugang zu sauberem Wasser haben. Wenn Wasser verfügbar ist, müssen sie häufig weite Strecken dafür zurücklegen, was Frauen und Mädchen, die diese Arbeit hauptsächlich übernehmen, unterwegs zusätzlichen Schutzrisiken aussetzt. Die allgemeine Unsicherheit durch eine Vielzahl bewaffneter Akteure, hat die Gemeinschaften daran gehindert ihre Felder konsequent zu erreichen, weshalb die landwirtschaftliche Produktion in den Zielgebieten zum Erliegen kam. Wo der Zugang zu Land nun wieder möglich ist, fehlen den Subsistenzlandwirtschaft betreibenden Haushalten die Mittel zur Wiederbelebung ihrer produktiven Aktivitäten. Kombiniert werden die bereits bestehende Vulnerabilität, die konfliktbedingte Fragilität und der Ebola-Ausbruch weiterhin zu einer weit verbreiteten Ernährungsunsicherheit beitragen. Es ist erwiesen, dass Wasserknappheit und schlechte Wasserqualität die Ernährungssicherheit sowie den Ernährungs- und Gesundheitszustand negativ beeinflussen.  Die Binnenvertreibung übt zusätzlichen Druck auf die ohnehin begrenzten Wasserquellen aus, was zu einem Auslöser für Konflikte zwischen IDPs und aufnehmenden Gemeinden werden kann. Daten des FSL-Clusters in Nord-Kivu belegen, dass im Durchschnitt nur 38,66% der Gesamtbevölkerung von 650.850 Menschen in den drei anvisierten Gesundheitszonen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben. Frauen machen 53% der Bevölkerung der DRC aus: Ihr Beitrag zur Ernährungssicherheit ist für das Überleben und die Funktionsfähigkeit der kongolesischen Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Der Zugang von Frauen zu Entscheidungsgremien sowie zu wirtschaftlichen Ressourcen und Produktionsfaktoren ist jedoch nach wie vor sehr beschränkt. Die Situation hat sich mit der jahrzehntelangen physischen, wirtschaftlichen und ernährungsbedingten Unsicherheit verschlechtert. Tatsächlich leben 61,2% der kongolesischen Frauen unterhalb der Armutsgrenze, verglichen mit 51,3% der Männer. Darüber hinaus ist in der DRC die Situation der geschlechtsspezifischen Gewalt, insbesondere der häuslichen Gewalt gegen Frauen und junge Mädchen, besorgniserregend.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Das Projektziel, das wiederum zum übergreifenden Ziel des Chapeau-Ansatzes beiträgt, besteht darin, dass die von Ebola betroffenen Gemeinden über erhöhte Resilienz verfügen, um sich vor Ebola, anderen Krankheiten und Ernährungsunsicherheit zu schützen. Von Ebola betroffene Gemeinschaften werden durch verbesserte WASH-Infrastruktur und verbesserten Ernährungszustand sowie verbesserte Ernährungssicherheit über erhöhte Kapazitäten und Bewältigungsstrategien verfügen.

Verbesserter Zugang der Gemeinden zu Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen

Die Einwohner der Gemeinden haben Zugang, d.h. eine Wasserquelle innerhalb von 500 Metern vom Haushalt entfernt und innerhalb von 30 Minuten (Hin- und Rückweg) erreichbar, um gute Hygiene zu praktizieren und Krankheitsausbrüche, insbesondere EVD, zu verhindern. Der nachhaltige Zugang wird über die Projektdauer hinaus durch die Eigenverantwortung der Gemeinden und Kapazitätsstärkung für Water Management Committees (WMCs) gewährleistet. Dies ermöglicht es auch Frauen und Mädchen, die normalerweise das Wasser transportieren, mehr Zeit für einkommensschaffende Aktivitäten, z.B. gute landwirtschaftliche Praktiken, freizusetzen. Dies wird sich auch positiv auf den Schutz von Frauen und Mädchen auswirken, da sie weniger Zeit auf Wegen außerhalb der Dörfer verbringen müssen und ihre Gemeinden nicht mehr bei Dunkelheit verlassen müssen, wie in Fällen wo Wasserstellen weit entfernt sind. Mehr hygienische Einrichtungen in den Dörfern und der Zugang zu Trinkwasser erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegen Krankheiten. Dies gilt insbesondere für EVD und COVID-19.

Verbesserter Zugang zu Nahrungsmitteln für EVD-betroffene Haushalte

Neu rehabilitierte oder neu errichtete Gemeinschaftsgüter und gute landwirtschaftliche Praktiken werden die Ernteerträge und damit die Einkommen von Landwirte erhöhen. Dank des Aufbaus von Kapazitäten durch Bauernfeldschulen, einer verbesserten Gemeinde-verwalteten Infrastruktur durch Asset Management Komitees und eines höheren Haushaltseinkommens durch erhöhte landwirtschaftliche Produktivität wird die Widerstandsfähigkeit der Begünstigten gegenüber Schocks gestärkt. Ein verbesserter Zugang zu Nahrungsmitteln trägt zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit bei, d.h. zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten, einer geringeren Verbreitung von Unterernährung und zu einem verstärkten Vertrauen in humanitäre Akteure wie die Ebola-Einsatzkräfte. Sie verringert auch negative Bewältigungsmechanismen unter Jugendlichen, wie die Rekrutierung in bewaffnete Gruppen oder die Kriminalität.

Verbesserte landwirtschaftliche Haushaltspraktiken und verbesserter Zugang zu Nahrungsmitteln und finanziellen Ressourcen

Verbesserte landwirtschaftliche Praktiken werden die landwirtschaftliche Produktivität und den Zugang zu Nahrungsmitteln erhöhen. Die Landwirte sind widerstandsfähiger gegen Schocks wie Pflanzenkrankheiten, die Ausbreitung von Legionärsraupen und schlechte Wetterbedingungen. Darüber hinaus werden die Ernährungsbedürfnisse der Haushalte besser befriedigt, und Überschüsse können in Einkommen umgewandelt werden. Die rehabilitierten Gemeinschaftsgüter werden dazu beitragen, Marktakteure miteinander zu verbinden. Die FFS berücksichtigen auch geschlechtsspezifischen Fragen, wie Arbeitsteilung und Einkommensgerechtigkeit. Sie werden ein gleichberechtigteres Verhältnis zwischen den Geschlechterrollen fördern, anstatt wie zuvor Frauen zwar mit harter Arbeit zu betrauen, ihnen aber die Mitwirkung and Entscheidungen zur Einkommensverwaltung vorzuenthalten.

An wen richtet sich die Hilfe?

Insgesamt wird das Projekt 24.000 HH erreichen, darunter 26.250 Männer, 27.318 Frauen, 84.240 Kinder und 6.192 ältere Menschen (insgesamt 144.000 Menschen). 79.200 Begünstigte werden Binnenvertriebene, 21.600 Rückkehrer und 43.200 Mitglieder der aufnehmenden Gemeinden sein.

  • Direkt: 144,000, davon weiblich: 73,440, davon männlich: 70,560
  • Indirekt: 154,618 (78,856 weiblich, 75,762 männlich)