Somalia

Verbesserter Zugang zu Nahrung, Wasser, Sanitäranlagen, Gesundheitsversorgung und Ernährungsmaßnahmen durch Bereitstellung essenzieller Güter, Dienstleistungen und Cash-Unterstützung für vulnerable Haushalte von Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeind

Finanziert von:

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Auswärtiges Amt (AA) Das Auswärtige Amt unterstützt Projekte der humanitären Hilfe sowie der Sofort- und Katastrophenhilfe mit dem Ziel, Leben zu retten und menschliches Leid zu lindern.  Im Finanzjahr 2019 förderte das Auswärtige Amt unsere Projektarbeit in Burundi, Kongo, Irak, Somalia, Süd Sudan und Sudan

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In dieser Aktion haben sich zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um im Katastrophenfall koordiniert und effektiv helfen zu können. Schirmherr ist Bundespräsident a. D. Horst Köhler

Projektzeitraum:

März 2019 - August 2021

Land:

Somalia

Finanzvolumen:

2.222.222,22  Euro (davon 2.000.000 Euro aus Mitteln des Auswärtigen Amtes, 222.222,22 Euro von Aktion Deutschland Hilft)

Projektbeschreibung:

Die langwierige humanitäre Krise in Somalia gehört zu den kompliziertesten der Welt. Somalia wird seit mehr als zwanzig Jahren von Gewalt und politischen Unruhen geplagt. Ein Drittel der Bevölkerung, also 4,2 Mio. Menschen, benötigen landesweit humanitäre Hilfe . Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) schätzt, dass 2019 3,5 Mio. Menschen auf externe Nahrungssicherung angewiesen sind . Vor dem Hintergrund der Auswirkungen unterdurchschnittlicher saisonaler Deyr-Niederschläge und der massiven Not und Vertreibung durch die Dürre 2016/2017, sowie den anhaltenden Konflikt werden etwa 3,4 Mio. Menschen als belastet eingestuft (IPC-Phase 2) und mehr als 1,5 Mio. Menschen in Somalia werden sich voraussichtlich bis Juni 2019 in einer Krisensituation (IPC-Phase 3) befinden oder schlimmer . Darüber hinaus dürften 903.100 Kinder unter fünf Jahren im Jahr 2019 akut unterernährt sein, so die Ergebnisse der im November und Dezember 2018 durchgeführten saisonalen post-Deyr-Bewertung. Das geringe Regen aufkommen hat zu einer Verschlechterung der Wasserverfügbarkeit geführt. Flachbrunnen, Bohrlöcher und Berkads sind in einigen der am stärksten betroffenen Gebieten wie Hirshabelle, Puntland und Somaliland ausgetrocknet. Humanitäre Organisationen berichten bereits von stressbedingter Migration unter pastoralen Gemeinschaften auf der Suche nach Wasser und Weideland, wobei einige in städtische Zentren ziehen, um Gelegenheitsarbeiten aufzunehmen oder um bei Verwandten unterzukommen.

Gesundheitsorganisationen haben begonnen, sich Sorgen über einen möglichen Ausbruch übertragbarer Krankheiten aufgrund des Wassermangels zu machen, insbesondere in Binnenvertriebenen-Siedlungen. Baidoa ist einer der Distrikte in der Bay-Region, der Region mit der zweithöchsten Anzahl von Binnenvertriebenen im Land. Laut dem UNHCR-Dashboard für Schutz- und Rückkehrüberwachungsnetzwerke (Protection and Return Monitoring Network, kurz PRMN) haben sich im Januar 2019 insgesamt 357.000 Binnenvertriebene in der Bay-Region befunden. Von diesen 357.000 Binnenvertriebenen halten sich 98%, d.h. 352.000 Personen, im Distrikt Baidoa auf. Binnenvertriebene gehören zu den vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen und sind in hohem Maße auf humanitäre Hilfe angewiesen, da sie keinen Zugang zu einer Grundversorgung haben und erhöhten Risiken insbesondere ernsthaften schutzbedingten Risiken wie physischen Angriffen und geschlechtsspezifischer Gewalt - insbesondere Vergewaltigung, sexuelle Ausbeutung und Missbrauch – ausgesetzt sind. Ähnlich wie in anderen Siedlungen haben die Binnenvertriebenen in Baidoa keinen Zugang zu sauberem Wasser, verfügen über schlechte Hygienepraktiken und verfügen nicht über wesentliche sanitäre Einrichtungen wie Latrinen, wodurch die Gefahr besteht, dass sie sich durch Wasser übertragene Krankheiten zuziehen. Die Gesundheitsstandards in Somalia und insbesondere in Baidoa sind nach wie vor niedrig und werden durch mehrere Faktoren erschwert, insbesondere durch die anhaltende Unsicherheit, die Vertreibung und die begrenzten WASH-Interventionen (Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung).

Ziele und Inhalte des Projekts:

Projektziel ist der verbesserte Zugang zu Nahrung, Wasser, Sanitäranlagen, Gesundheitsversorgung und Ernährungsmaßnahmen für vulnerable Haushalte von Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden in Baidoa.

Resultat 1: Verbesserter Zugang zu Nahrungsmitteln für vulnerable Haushalte von Binnenvertriebenen und Einheimischen in Baidoa, u.a. durch:

  • Bargeldtransfers für 350 besonders vulnerable Haushalte über 16 Monate
  • Erstellung von 3 Gemeinschaftsgärten zum lokalen Anbau von Nahrungsmitteln im Rahmen bedingter Bargeldtransfers

Resultat 2: Verbesserter Zugang zu sicherem Trinkwasser, Sanitäranlagen und Hygieneaufklärung für vulnerable Binnenvertriebene und Einheimische in Baidoa durch:

  • Bereitstellung von Wasserlieferungen mithilfe Trucks in 10 Binnenvertriebenen-Camps
  • Sanierung und Ausrüstung von 10 Flachbrunnen
  • Bau von 150 Notfall-Latrinen
  • Verteilung von 1500 Hygiene- und MHM-Kits
  • Erstellung von 10 Müllgruben im Rahmen bedingter Bargeldtransfers

Resultat 3: Verbesserter Zugang zu essenzieller Gesundheitsversorgung und Ernährungsmaßnahmen für vulnerable Binnenvertriebene und Einheimische von Baidoa durch:

  • Notfallversorgung von akuter Unterernährung durch Screenings, Versorgung mit Ergänzungsnahrung und Weiterleitung in Stabilisierungszentren, wenn nötig
  • Stärkung von mobilen Gesundheitsteams zur verbesserten medizinischen Versorgung in Binnenvertriebenen-Camps
  • Renovierung von 10 Gesundheitsstationen, um den Zugang zu medizinischer Versorgung weiterhin gewährleisten zu können
  • Impfungen für Kleinkinder unter 1 Jahr
  • Verteilung von 800 Geburten-Kits
  • Ausbildung von Familiengesundheitsarbeitern

An wen richtet sich die Hilfe?

Die Gesamtzahl der Direktbegünstigten des Projekts beträgt 28.800 Menschen. Das Projekt richtet sich dabei an die vulnerabelsten Haushalte unter den Binnenvertriebenen und der lokalen Bevölkerung, insbesondere ernährungsunsichere Haushalte, Kinder, ältere Menschen, Frauen und Menschen mit Behinderung. Die Nahrungssicherheitsmaßnahmen werden 350 Haushalte mit insgesamt 2100 Personen, darunter sowohl Binnenvertriebene als auch lokale Bevölkerung, versorgen. Die Notfallmaßnahmen der Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung wird 18.000 Personen, darunter sowohl Binnenvertriebene als auch lokale Bevölkerung, erreichen. Mit Gesundheits- und Ernährungsmaßnahmen werden 28.800 Personen, darunter sowohl Binnenvertriebene als auch lokale Bevölkerung versorgt