Haiti

Verbesserte Ernährungssicherheit in La Gonave

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Finanziert von:

In dieser Aktion haben sich zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um im Katastrophenfall koordiniert und effektiv helfen zu können. Schirmherr ist Bundespräsident a. D. Horst Köhler.

ADH: verbesserte Ernährungssicherheit in Haiti

Projektzeitraum:

März 2019 - Oktober 2019

Land:

Haiti

Finanzvolumen:

194.611,29 Euro (finanziert durch ADH)

Projektbeschreibung:

La Gonave ist die größte Insel Haitis und westlich der Hauptstadt Port-Au-Prince gelegen, mit einer Bevölkerung von ca. 87.000 Menschen. Die landwirtschaftliche Anbaufläche umfasst jedoch nur ca. 48,19 km² und geht um 2,5 Hektar pro Jahr zurück. Die Bewohner der Insel betreiben vor allem Holzkohleproduktion zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts, was mit einem hohen Grad an Abholzung und Rodung einhergeht. Die Fischerei stellt die zweite Einnahmequelle für die Inselbevölkerung dar. Zudem ist La Gonave durch lange Dürreperioden gekennzeichnet, manchmal bis zu sieben Monaten. Klimatische Schwankungen können für die Bewohner enorme Auswirkungen haben, insbesondere für Kinder.

Wie in anderen ländlichen Gebieten in Haiti ist die Unterernährung in La Gonave auf Armut und Ernährungsunsicherheit zurückzuführen. Laut einem Assessment von World Vision in 2016 in La Gonave wiesen nur 31,3% der Haushalte eine ausreichende Nahrungsmittelvielfalt in ihrer Ernährung auf. Basierend auf diesem und weiteren Ergebnissen des Assessments zielen die Maßnahmen des Projekts auf die Verbesserung der Ernährung der Haushalte, indem die Verfügbarkeit, der Zugang und die Verwendung nahrhafter Lebensmittel gesteigert werden sollen.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Ziel des Projektes ist die Verbesserung des Ernährungszustandes von Kindern, Jugendlichen und Frauen in ländlichen Gebieten von La Gonave. Familien sollen einen besseren Zugang zu vielfältigen und nahrhaften Nahrungsmitteln haben durch folgende Maßnahmen:

  • Bereitstellung von landwirtschaftlichen Werkzeugen (Hacken, Sicheln) an Kleinbauern, um den Boden während der Anbausaison entsprechend für die Aussaat vorzubereiten
  • Bereitstellung von verbessertem Saatgut für Grundnahrungsmittel, um die landwirtschaftliche Produktionskapazität der betroffenen Haushalte wiederherzustellen. Den Landwirten werden Samen verbesserter Sorten beispielsweise von Erdnüssen, Erbsen, Maniok, Kartoffeln und Mais zur Verfügung gestellt. Maniok, Kartoffeln und Mais sind die Hauptnahrungsmittelkulturen in der Zielregion, während Erdnüsse im Allgemeinen zum Verkauf angebaut werden. Ebenso werden drei Schulen unterstützt, Gemüsegärten anzulegen.
  • Schulungen zu Bodenschutztechniken für die Kleinbauern; sowie die Errichtung von Steinbarrieren (‚Steinhecken‘) um den Wasserabfluss zu verringern, die Infiltration zu erhöhen und dadurch die Bodenerosion verringern.
  • Schulungen der Kleinbauern zum adäquaten Management der Ernte, um Ernteverluste durch Krankheiten wie Fäule und zu hohe Luftfeuchtigkeit im Lagerraum zu minimieren. 
  • Errichtung von Demonstrationsfeldern an drei Schulen und bei sogenannten ‚Lead Farmers‘, also Kleinbauern, welche das erlernte Wissen an andere Bauern weitervermitteln mittels praktischer Demonstrationen von guten Anbautechniken auf den Demonstrationsfeldern
  • Schulungen von SchülerInnen und LehrerInnen zu Umweltthemen wie der Bedeutung eines nachhaltigen Bodenmanagements und Managements natürlicher Ressourcen. Nach den Schulungen werden sie ihr Wissen an ihre MitschülerInnen weitergeben und so das Erlernte replizieren.
  • Das Projekt bringt Müttern von Kindern unter fünf Jahren und schwangeren Mütter bei, wie sie sich und ihre Familie nahrhaft und ausgewogen ernähren können. Dies geschieht über so genannte bereits bestehende ‚Mütterclubs‘. Hier werden die Mütter zu guten Ernährungs- aber auch wichtigen Hygienepraktiken wie Händewaschen zu Schlüsselzeiten sensibilisiert.

An wen richtet sich die Hilfe?

Direkte Begünstigte des Projekts sind 1.500 Kleinbauern und ihre Haushalte, die von der Saatgutverteilung und Schulungen profitieren und so das Gelernte umsetzen können. Von diesen erhalten 900 Kleinbauern, die als besonders vulnerable eingestuft werden, ebenso direkte Unterstützung in Form von landwirtschaftlichen Werkzeugen. Als besonders vulnerabel gelten insbesondere Familien mit Kindern, die unter 5 Jahre sind, Single-Haushalte, die von alleinstehenden Frauen geführt werden, oder Familien mit Familienmitgliedern mit einer Behinderung. Weitere drei Schulen profitieren durch das Projekt von der Verteilung von Saatgut, Werkzeugen und der Teilnahme an Schulungen, mit ca. 211 SchülerInnen. Indirekt Begünstigte sind insbesondere die 7.100 Familienmitglieder der Kleinbauern, die von einem verbesserten Anbau und ertragreicheren Ernte und einer nährstoffreichen und vielfältigen Ernährung profitieren werden.