Armenien

Unterstützung für vom Berg-Karabach-Konflikt betroffene Kinder

Logo Aktion Deutschland Hilft

Finanziert von:

In dieser Aktion haben sich zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um im Katastrophenfall koordiniert und effektiv helfen zu können. Schirmherr ist Bundespräsident a. D. Horst Köhler.

Projektzeitraum:

Dezember 2020 - April 2021

Land:

Armenien

Finanzvolumen:

430.467,66 Euro (100% von Aktion Deutschland Hilft finanziert)

Projektbeschreibung:

World Vision Öffentliche Geber: Karte Armenien

Der Berg-Karabach-Konflikt ist ein ethnisch-territorialer Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan in der Region Berg-Karabach, die von ethnischen Armeniern bewohnt wird. Unter sowjetischer Herrschaft wurde die Region zu einer autonomen Region des sowjetischen Aserbaidschans. Während der Auflösung der Sowjetunion jedoch proklamierte die Region 1991 nach einem Referendum ihre Unabhängigkeit. Der Konflikt eskalierte in den frühen 1990er Jahren zu einem ausgewachsenen Krieg. Trotz eines 1994 unterzeichneten Waffenstillstandes kam es, vor allem in den 2000er, immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen entlang der Grenzlinien. Am 27. September 2020 eskalierte der Konflikt zu schweren Kämpfen mit Einsatz von Artillerie und gepanzerten Fahrzeugen. In Armenien wurde das Kriegsrecht ausgerufen und Streitkräfte wurden mobilisiert. Auch in Aserbaidschan wurde eine Teilmobilisierung der Streitkräfte durchgeführt. Die Straßen in die Region Berg-Karabach sind unsicher, während Siedlungen regelmäßig beschossen werden. Zivilisten auf beiden Seiten der Grenzen, darunter auch Kinder, wurden Opfer des Konflikts.  Nach Angaben der Behörden von Berg-Karabach sind schätzungsweise bis zu 54.000 der 90.000 dort eigentlich ansässigen Einwohner der Region vertrieben worden. Am 10. November 2020 wurde ein von Russland vermitteltes Friedensabkommen zwischen Aserbaidschan und Armenien unterzeichnet. Als Teil dieses Abkommens werden alle militärischen Operationen ausgesetzt. Mit diesem Nothilfe-Projekt ergänzt World Vision seine langfristig angelegten Entwicklungsprojekte in Armenien, um die durch den Konflikt vertriebenen Bevölkerung zu unterstützen. Gegenwärtig besteht ein dringender Bedarf an humanitärer Hilfe für Familien, die vom Konflikt betroffen sind und aus Karabach vertrieben wurden, da sie keine Lebensmittel und Hygieneartikel haben und sofortige psychologische Unterstützung benötigen.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Das vorgeschlagene Projekt zielt darauf ab, die Deckung der Grundbedürfnisse der vom Konflikt betroffenen Familien sicherzustellen. Dies soll durch zwei aufeinander abgestimmte Aktivitäten erfolgen: Zum einen unterstützt das Projekt vertriebene Familien und aufnehmende Gemeinden mit der Verteilung dringend benötigter Hilfsgüter, wie Haushaltsutensilien, Decken und Kleidung. Zum anderen fördert das Projekt die Etablierung und Stärkung von Kinderschutzsystemen vor Ort. So finanziert das Projekt unter anderem den Betrieb von Kinderschutzzentren (Child Friendly Spaces), in denen Kinder betroffener Familien von geschultem Personal sozialarbeiterische und psychosoziale Betreuung und Unterstützung bekommen.

An wen richtet sich die Hilfe?

Das Projekt richtet sich an die Familien, die am stärksten von der Krise betroffen sind, wobei der Schwerpunkt auf Familien liegt, die aus Bergkarabach kommen, als auch auf den Gemeinden, die die Vertriebenen aufnehmen. Rund 600 Kinder werden in Kinderschutzzentren (Child-Friendly-Spaces) sozial und psychologisch betreut. 9.420 Personen erhalten Unterstützung durch die Verteilung von Hilfsgütern. Die geschätzte Zahl der direkt Begünstigten für dieses Projekt beträgt somit 10.020 Menschen.