Bangladesch

Bargeld & Gutscheine zur Soforthilfe für die schwächsten Bevölkerungsgruppen innerhalb der Gemeinden in Cox Bazar zu C-19

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Im Zentrum der Arbeit von UNHCR steht der internationale Flüchtlingsschutz. Als „Hüter“ der Genfer Flüchtlingskonvention, dem wichtigsten internationalen Dokument zum Schutz von Flüchtlingen, überwacht UNHCR weltweit deren Einhaltung zum Wohl von Menschen auf der Flucht.

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In diesem Bündnis haben sich zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um im Katastrophenfall koordiniert und effektiv helfen zu können. Schirmherr ist Bundespräsident a. D. Horst Köhler

Projektzeitraum:

Juni 2020 - Dezember 2020

Land:

Bangladesch

Finanzvolumen:

1.909.410 Euro (davon 1.622.213 Euro UNHCR und 287.197 Euro von ADH)

 

 

World Vision Öffentliche Geber: Karte Bangladesch

Projektbeschreibung:

Drei Jahre nach Beginn der Massenflucht aus Myanmar bleibt die Situation in den Flüchtlingscamps und in deren Umfeld in Bangladesch eine große humanitäre Herausforderung. Seit August 2017 sind schätzungsweise 728.306 geflüchtete Rohingya im Distrikt Cox Bazar eingetroffen, somit beläuft sich die Gesamtzahl aller Flüchtlinge in Cox Bazar auf über 900.000 Menschen ohne Aufenthaltsberechtigung. Die starke Zunahme an Flüchtlingen hat nicht nur für die Geflüchteten, sondern auch für die Aufnahmegemeinden in den Bezirken Ukhiya und Teknaf erhebliche Auswirkungen.

Das unsichere Wirtschaftsgefüge wurde weiter geschwächt, der Zuwachs an ungeschulten und unterbezahlten Arbeitskräften,  auch im tertiären Sektor, hat die Einkommens- und Selbstversorgungsmöglichkeiten stark beeinträchtigt. Die landwirtschaftlichen Flächen sind nahezu verschwunden und lassen eine Selbstversorgung kaum noch zu (UNHCR Population Data Dezember 2018). Seit 2018 arbeitet UNHCR zusammen mit der Regierung von Bangladesch (GoB) in Cox Bazar an der gemeinsamen Umsetzung und Wahrung der Menschenrechte der Geflüchteten wie auch der Aufnahmegesellschaft. Neben anwaltschaftlichen Bemühungen um Aufenthaltsrechte der Rohingya und selbstbestimmten Rückkehr-Optionen unterstützt UNHCR in Zusammenarbeit mit humanitären Akteuren wie World Vision die Grundversorgung der Menschen im Camp (Wasserversorgung, Gesundheit, Unterstützung mit Haushaltsutensilien, etc.). Gleichzeitig zielen Aktivitäten und Programme auf den Aufbau, die Stärkung und die Aufrechterhaltung einer sicheren und sozialverträglichen Gemeinschaft zwischen den Rohingya und der Aufnahmegesellschaft ab. Die Situation in Cox Bazar bleibt äußerst fragil und laut UNHCR-Datenerhebung (Joint Multi-Sector Needs Assessment (J-MSNA) 2019, Cox Bazar) können nur 10% der Bevölkerung im Projektgebiet eine ausreichende und ausgewogene Ernährung selbst sichern. Auch aufgrund der seit März 2019 eingeführten strikten Maßnahmen zur Eindämmung von C-19 verschlechtert sich die Lage der Aufnahmegesellschaft zunehmend.

Ziele und Inhalte des Projekts:

Um das Leben der Menschen in Teknaf und Ukhiya zu schützen und den Schwächsten der Gesellschaft die Möglichkeit zu bieten, ihre größten Mindestbedarfe selbst zu decken, setzt UNHCR zusammen mit World Vision und Aktion Deutschland Hilft ein Projekt im Rahmen multisektoraler Geldleistungen um. Es beinhaltet: 

  • Direkte Soforthilfe zur Überbrückung der Einnahme- Unterbrechungen durch C19 Maßnahmen und C19 bedingter Inflation von Marktpreisen
  • Die Auswahl der Begünstigten passiert hier gemeindeorientiert und in Absprachen mit Partnern in Clustern und Aufklärung von Datenschutzrechten und deren Einhaltung
  • Sicherheitsvorkehrungen und Beschwerde/Feedback – Mechanismen werden eingerichtet, die während der Projektlaufzeit kontinuierlich ausgewertet und entsprechend angepasst werden können.
  • Das Projekt nutzt die Möglichkeiten der Geldleistungsverteilungen, um Sensibilisierungsmaßnahmen umzusetzen. Die Begünstigten erhalten relevante Informationen zu C19 und Beratung zu Schutzmaßnahmen.

An wen richtet sich die Hilfe?

Das Projekt richtet sich an ca. 17.000 Menschen und Familien in Cox Bazar, welche durch die erschwerten Lebenssituationen zu C19 besonders schwer betroffen sind. Hierzu gehören Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke, Kinderhaushalte, Witwen und ältere Menschen.