Vier Monate nach den beiden schweren Erdbeben stehen die betroffenen Regionen in Venezuela erst am Anfang des eigentlichen Wiederbaus. Der Bedarf an sicherem Wohnraum ist enorm, und auch die Reparatur von Wasser-, Strom- und Verkehrsnetzen sowie Schulen und Gesundheitseinrichtungen muss mit internationaler Hilfe weiter vorangetrieben werden. Viele Familien leben weiterhin in Übergangslagern, Notunterkünften oder bei Verwandten.
Da viele Familien nicht in ihre Wohngebiete zurückkehren können, gibt es auch neue soziale Herausforderungen: es müssen zum Beispiel Arbeitsplätze für die Erwachsenen und Schulplätze für die Kinder gefunden werden. Unsicherheit und Versorgungslücken verstärken die psychischen Belastungen in dieser Übergangsphase.
Mit Spenden aus Deutschland und weiteren Ländern konnte World Vision bisher insgesamt rund 166.200 Menschen unterstützen, darunter mehr als 48.500 Kinder und Jugendliche. Kinderfreundliche Schutzräume geben Mädchen und Jungen die Möglichkeit trotz der Katastrophe Kind zu sein.
World Vision baut nun die psychosoziale Unterstützung von Kindern weiter aus und unterstützt nach wie vor die Grundversorgung betroffener Familien mit Trinkwasser, Nahrung und Hygieneartikeln. Ein sicherer Wechsel in neue Unterkünfte wird ebenfalls durch Beratung und Hilfen begleitet.
Die Hilfsteams sind nun auch in den Bundesstaaten Aragua und Carabobol aktiv; bisher konzentrierte sie sich auf die besonders stark betroffene Region La Guaira, sowie auf Miranda und den Distrikt um die Hauptstadt Caracas. Über eine Partnerschaft mit dem Netzwerk "Esperanza sin fronteras" verstärkt World Vision die Kapazitäten lokaler Helfer, deren Einsatz für eine nachhaltige Erholung der Menschen sehr wichtig ist.