Friedrichsdorf/Antalya, (05.11.2026) – Wenige Tage vor Beginn der Klimakonferenz COP31 in Antalya fordert die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision schnelle finanzielle Hilfen für Regionen, die bereits unter den Folgen des außergewöhnlich starken Klimaphänomens El-Niño leiden. Nach Einschätzung der Organisation drohen in mehreren Ländern schwere Ernteausfälle, steigende Lebensmittelpreise und damit eine Verschärfung von Hungerkrisen. Das führt auch zum Verlust von Zukunftsperspektiven für Kinder, befürchtet World Vision.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt in ihren aktuellen Updates vor einem historisch starken El-Niño, der die bisherigen Messskalen sprengen und bis in das Frühjahr kommenden Jahres reichen könnte. Schon jetzt hat Bolivien den Notstand wegen des Wetterphänomens ausgerufen. Gleichzeitig verschärfen Wasserknappheit und unsichere Bewässerungsmöglichkeiten wie im Sudan und Südsudan die Lage vieler landwirtschaftlicher Regionen. Die Regierungen der COP31-Staaten haben die notwendigen Instrumente, wie den Fonds für klimabedingte Schäden und Verluste ("Loss and Damage") sowie den Globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken, bereits geschaffen. Diese Mittel müssen nun schnell und wirksam eingesetzt werden, fordert World Vision. Die Grundbedürfnisse von Kindern sollten dabei Priorität erhalten.
„Viele der betroffenen Länder können die Folgen von Dürren, Überschwemmungen oder Taifunen nicht aus eigener Kraft bewältigen“, sagt Flavia Marà, Klimaexpertin von World Vision Deutschland. „Wenn Ernten ausfallen, trifft das Kinder besonders hart: Mehr Hunger, schlechtere Bildungschancen und langfristige Entwicklungsrisiken sind oft die Folge. Deshalb braucht es jetzt schnelle Unterstützung statt langwieriger Debatten.“
Lösungen, um die Auswirkungen des Super-El-Nino konkret zu bekämpfen, gibt es. So können Familien von Kleinbauern durch direkte Bargeldtransfers und durch Frühwarnsysteme mit Handlungsanweisungen in Regionen wie Ostafrika oder Zentralamerika rechtzeitig Saatgut sichern oder Brunnen vorbereiten. World Vision fördert Projekte, die akute Nothilfe mit Vorsorgemaßnahmen verbinden. Dazu gehören spezielle Ernährungsprogramme für mangelernährte Kinder, die Verteilung von dürretolerantem Saatgut an Kleinbauern und die Schulung von Gemeinschaften in nachhaltigen Anbaumethoden, um Ernteausfälle bei extremen Wetterereignissen zu minimieren.
„Die COP31 wird daran gemessen werden, ob sie besonders gefährdete Menschen besser vor den Folgen von Klimakrisen schützen kann“, sagt Flavia Marà. „Für Millionen Kinder und ihre Familien, die bereits unter Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfällen leiden, sind schnelle Entscheidungen keine Frage der Zukunft, sondern der Gegenwart.“
HINWEISE FÜR REDAKTIONEN: Flavia Marà wird vom 14. bis 19.11. vor Ort bei der COP31 in Antalya sein und steht in dieser Zeit und auch vorab für Interviews in deutscher Sprache zur Verfügung. Wold Vision ist zudem mit weiteren Fachleuten und mit Kinderdelegierten aus Ländern, die besonders von El Niño und den Folgen des Klimawandels betroffen sind, auf der Klimakonferenz vertreten. Gespräche vermittelt gern die Pressestelle in Friedrichsdorf.
Das bereitgestellte Bildmaterial kann unter Angabe der Quelle ©World Vision kostenfrei für redaktionelle Zwecke verwendet werden.
World Vision-Pressestelle Tel.: 06172-763-151, -153, -156 oder via e-mail: presse@worldvision.de
https://www.worldvision.de/presse