Hallo, ich bin Obsi aus Äthiopien.

Hier bin ich zu Hause – Simbabwe



Simbabwe bedeutet „Steinhäuser“ – der Name spricht für die hohe Kultur der frühen Bantu-Siedler, deren viele Jahrhunderte alte Festungsmauern und Felszeichnungen bis heute zu sehen sind.

Ein verlorenes Paradies.



Das Land im Südwesten Afrikas, zwischen Südafrika und Sambia, Mosambik und Botswana ist beeindruckend. Es hat zwar kein Meer und keine Strände, aber Nationalparks und den weltweit breitesten Wasserfall, die so genannten Victoria-Fälle. Der größte Teil Simbabwes liegt auf einer Hochebene mit gemäßigten Temperaturen und fruchtbarem Ackerland. Hier befand sich die Kornkammer Afrikas – bis sich die ungerechte Landverteilung rächte und in Vergeltung umschlug. Nun herrschen neues Unrecht, Chaos und wirtschaftlicher Niedergang.

Wenn viele helfen –
kann viel gedeihen


Von der Hochkultur ins Chaos



Weil Gold und Bodenschätze lockten, folgten den ersten Siedlern zahlreiche Kolonialherren. Im 19. Jahrhundert wurde Simbabwe zur britischen Kolonie „Rhodesien“. Erste Unruhen begannen, als 1931 das Land einseitig zugunsten der Weißen aufgeteilt wurde. Präsident Mugabe, der seit der Unabhängigkeit 1980 diktatorisch regiert, siedelte tausende afrikanischer Bauern auf beschlagnahmtes Gebiet um. Der Konflikt eskalierte und gipfelte im Jahr 2000 in der gewaltsamen Vertreibung und Enteignung von 4.500 weißen Farmern.

Keine Bildung - keine Zukunft



In besseren Zeiten hatte Simbabwe ein Bildungssystem mit Vorbildcharakter für viele afrikanische Staaten. Das hat sich drastisch verschlechtert. Oft steigen die Nebenkosten für Schuluniform oder -material über Nacht auf ein Vielfaches; und es mangelt an Lehrern, denn angesichts geringster Löhne rechnet sich der teure Weg zur Arbeit für sie nicht. Die Klassen bleiben leer. 19 % der Menschen sind daher Analphabeten.

Statt Weizen gedeihen Willkür und Gewalt



Seit der Vertreibung der weißen Farmer liegen viele Felder brach. Die Misswirtschaft führt zu Ernteausfällen und Hunger. Mehr als 80% der Menschen sind derzeit arbeitslos. Hilfe von außen wird vielfach behindert oder ganz unterbunden. Nachdem die Simbabwer lange unter einer Hyperinflation litten, wurden im Februar 2009 Fremdwährungen wie der US-Dollar eingeführt.Viele Menschen, insbesondere auf dem Land, haben aber kaum Zugang zu den Devisen.

Ein Land am Boden



Krankenhäusern und Gesundheitsstationen fehlt die einfachste Ausstattung und Ärzte gibt es wenige.Viele Menschen sind unterernährt und sterben auch an heilbaren Krankheiten wie Malaria, Durchfallerkrankungen – und Tausende Frauen bei der Geburt eines Kindes. Die Lebenserwartung liegt deutlich unter 40. Größtes Problem ist AIDS: 15,3 % der 15- bis 49-Jährigen sind infiziert und Medikamente fehlen. Fast eine Million Waisen und kindgeführte Haushalte schaffen zusätzliche Probleme.

Mein Zuhause in Zahlen



FLÄCHE
390.757 km2
(Dt. 360.000 km2)

EINWOHNER
11 Mio. (Dt. 82 Mio.)

WÄHRUNG
Auslandswährungen
  AMTSSPRACHEN
Englisch

SPRACHE
Englisch, Shona, Sindebele

ZEITZONE
MEZ

RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT
1 % Muslime und andere
50% Synkretismus (teils Christen, teils indigene Religionen), 25% Christen, 24% Naturreligionen

JUNG UND ALT
43,9% der Bevölkerung sind unter 14 Jahre alt. Die Lebenserwartung liegt bei nur 37 Jahren. Die HIV-Infizierungsrate beträgt offiziell bereits 15,3 %.
  WIR SPRECHEN
Englisch ist Amtssprache. Weitere Sprachen sind Shona und Sindebele (die Sprache der Ndebele, manchmal Ndebele genannt).

HIER LEBEN
98% Afrikaner (82% Shona, 14% Ndebele, 2% Andere), 1% Asiaten und Andere, weniger als 1% Weiße.

Ein Vergleich



SIMBABWE

Lebenserwartung:
37 Jahre

Ärzte pro 100.000 Einwohner:
16

Säuglingssterblichkeit:
79 von 1.000

Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren:
129 von 1.000

Einschulungsrate in der Grundschule:
82%

Kinder, die die 5. Klasse erreichen:
70%

Analphabeten:
19%
DEUTSCHLAND


79 Jahre


337


4 von 1.000


5 von 1.000


100%


100%


0,5%


DIE GRÖSSTEN SEEN IM VERGLEICH
Deutschland: Bodensee: 536 km2 Fläche, 3 Inseln

Simbabwe: Karibasee: 5.580 km2 Fläche, Flächenmäßig der fünftgrößte Stausee der Erde

SONNENSTUNDEN PRO JAHR
Simbabwe: 2.884, Deutschland: 1.550
Sonne
KLIMA
Simbabwe: tropisch feucht und trocken/ Steppe
Deutschland: kontinental/ maritim
Klima
MENSCHEN PRO KM2
Simbabwe: 33
Deutschland: 236
Menschen
22 Mio. Hühner, 5,6 Mio. Rinder, 2,9 Mio. Ziegen, viele, viele Elefanten

Wege in eine bessere Zukunft

Unterstüzung und Hilfe



Auf dem beschwerlichen Weg hin zu politischer Stabilität und wirtschaftlicher Rehabilitierung wird Simbabwe weiterhin Unterstützung von außen brauchen. Zwar haben aufgrund der zunehmend undemokratischen Entwicklungen viele internationale Geber ihre Zusammenarbeit auf Regierungsebene eingeschränkt oder gar eingestellt. Die Notwendigkeit zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und nicht-staatlicher Gruppen besteht aber natürlich weiterhin. Karitative und Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie bieten Hilfe und Unterstützung vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld


World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Simbabwe leistete World Vision 1986 erstmals Katastrophenhilfe und führt außerdem langfristige Regional-Entwicklungsprojekte durch. Mittlerweile konnte bereits ein Entwicklungsprojekt an die Bevölkerung übergeben werden, die nun eigenständig für einen besseren Lebensstandard sorgen kann.

Weiterführende Informationen


Länderinformation Simbabwe (PDF, 8 S., 2,3 MB)

World Vision Projekte in Simbabwe



Regional-Entwicklungsprojekt Chipinge South (PDF, 4 S., 990 KB)
Regional-Entwicklungsprojekt Mukumbura (PDF, 4 S., 969 KB)
Regional-Entwicklungsprojekt Rushinga (PDF, 4 S., 1 MB)
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