Hallo, ich bin Obsi aus Äthiopien.

Hier bin ich zu Hause – Nicaragua



Das „Land der tausend Vulkane“, zwischen der Karibik- und Pazifikküste ist vor allem für seine politische Instabilität, Bürgerkriege und Naturkatastrophen bekannt. Große Städte liegen nur im Westen des Landes. Durch den Osten Nicaraguas erstreckt sich ein großer Teil des Regenwaldes.

Karibische Strände und Mangrovenwälder



Die Landschaft Nicaraguas ist traumhaft. Durch die wenigen Ballungsgebiete im Westen leben statistisch gesehen nur etwa 42 Menschen auf einem Quadratkilometer. Das ganze Jahr hindurch herrscht in dem größten Land Mittelamerikas ein feuchtheißes Klima. Zwischen dem Norden und dem Süden verläuft die Nicaraguasenke, an deren Rändern es häufig zu Erdbeben kommt. Immer wieder bricht einer der elf aktiven Vulkane aus. Erdrutsche und Wirbelstürme richten regelmäßig schwere Schäden an.

Wenn viele helfen –
kann viel gedeihen


Ein Land, das keine Ruhe findet



Seit Kolumbus das Land betrat, wurde es von Konquistadoren und später von Briten als Kolonialmacht besetzt. Durch Versklavung, Kriege, Krankheiten und Vermischung mit Einwanderern reduzierte sich die Zahl der indigenen Bevölkerung drastisch. Die Unabhängigkeit (1821) brachte nicht die erhoffte Ruhe. 1912 rief das Land erstmals die USA zu Hilfe. Erste wirtschaftliche Fortschritte machte der Bürgerkrieg ab 1979 zunichte.

Viel Potenzial - nur keine Chancen



Nicaragua ist ein sehr fruchtbares Land, aber seine Bevölkerung ernährt es nicht. Oft werden Ernten durch Unwetter vernichtet; ein großer Teil der Erträge wird exportiert. 19% der über 15-Jährigen (38% sind jünger als 15) sind Analphabeten. Seit nun der Schulunterricht kostenlos ist, können ihn mehr Kinder besuchen.Viele Gebäude sind aber renovierungsbedürftig. Sinnvolle Freizeitangebote und berufliche Förderung fehlen – und das endet oft in Resignation, Drogen- und Alkoholmissbrauch und Gewalt – auch in der Familie.

Alltag ist Kampf ums Überleben



Nicaragua ist nach Haiti das zweitärmste Land der Region Lateinamerika und Karibik.Von Monokulturen ausgelaugte Böden, der Mangel an Saatgut, Infrastruktur und Krediten, aber auch sinkende Weltmarkt-Preise verschlimmern die Situation in den Familien.Viele müssen ihr Land verkaufen und ziehen in die riesigen Elendsviertel der Städte. Aber auch hier wartet oft nur Arbeitslosigkeit oder eine geringfügige Beschäftigung, die die Lebenshaltungskosten nicht deckt. Fast 80% der Bevölkerung lebte 2005 von weniger als zwei und 16% von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag.

Gesundheit - ein todernstes Thema



10 % der Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt. Sauberes Trinkwasser, Latrinen und Kanalisation sind Mangelware. 2006 hatten 21 % der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folge sind Infektionen, die für die ohnehin geschwächten Kinder oft tödlich enden. Die medizinische Versorgung, Aufklärung und Hygiene reichen bei weitem nicht aus. Die Lebenserwartung liegt heute bei durchschnittlich 70 Jahren. Ohne Hilfe von außen kann sich die Lebenssituation der Menschen in den nächsten Jahren verschlimmern.

Mein Zuhause in Zahlen



FLÄCHE
129.494 km2
(Dt. 360.000 km2)

EINWOHNER
5,6 Mio. (Dt. 82 Mio.)

WÄHRUNG
1 Córdoba = 100 Centavos
  AMTSSPRACHEN
Spanisch

SPRACHE
Spanisch, verschiedene indigene Sprachen, z.B. Miskito, Sumo

ZEITZONE
MEZ -7 Stunden

RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT

20% Protestanten, 80% Katholiken

JUNG UND ALT
38% der Bevölkerung sind unter 15 Jahre. Die Lebenserwartung liegt bei 72 Jahren. In den meist kinderreichen Familien im ländlichen Raum herrscht eine traditionelle Rollenverteilung.
  WIR SPRECHEN
Spanisch (Amtssprache) und verschiedene indigene Sprachen, u.a. Miskito und Sumo.

HIER LEBEN
69% Mestizen (Mischung von Europäern und indigener Bevölkerung), 17% Weiße, 9% Afro-Nicaraguaner, 5% indigene Bevölkerung (Indígenas).

Ein Vergleich



NICARAGUA

Lebenserwartung:
72 Jahre

Ärzte pro 100.000 Einwohner:
37

Säuglingssterblichkeit:
28 von 1.000

Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren:
37 von 1.000

Einschulungsrate in der Grundschule:
87%

Kinder, die die 5. Klasse erreichen:
73%

Analphabeten:
24%
DEUTSCHLAND


79 Jahre


337


4 von 1.000


5 von 1.000


100%


100%


0,5%


DIE GRÖSSTEN SEEN IM VERGLEICH
Deutschland: Bodensee: 536 km2 Fläche, 3 Inseln

Nicaragua: Nicaraguasee (Cocibolca): 8.157 km2 Fläche, über 400 Inseln

SONNENSTUNDEN PRO JAHR
Nicaragua: 2.740, Deutschland: 1.550
Sonne
KLIMA
Nicaragua: tropisch-äquatorial/ feucht und trocken
Deutschland: kontinental/ maritim
Klima
MENSCHEN PRO KM2
Nicaragua: 46
Deutschland: 236
Menschen
15,5 Mio. Hühner, 420.000 Mio. Schweine, 3,35 Mio. Rinder

Wege in eine bessere Zukunft

Unterstützung und Hilfe



Nicaragua ist das zweitärmste Land in Lateinamerika. Politisch-administrative Programme helfen vor allem beim Ausbau rechtsstaatlicher Strukturen, bei der Entschuldung des Landes und dem Aufbau einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft. Karitative und Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich auf die unmittelbare Lebenssituation der Menschen und helfen bei der Trinkwasserversorgung, erarbeiten Bildungsprogramme und vergeben Mikrokredite.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. In Nicaragua wird seit 1994 Katastrophenhilfe geleistet und es werden Entwicklungsprogramme durchgeführt. Mittlerweile konnten bereits zwei Entwicklungsprojekte an die Bevölkerung übergeben werden, die nun eigenständig für einen besseren Lebensstandard sorgen kann.

Weiterführende Informationen



Länderinformation Nicaragua (PDF, 8 S., 2,8 MB)

World Vision Projekte in Nicaragua



Regional-Entwicklungsprojekt Achuapa (PDF, 4 S., 1.3 MB)
Regional-Entwicklungsprojekt El Sauce (PDF, 4 S., 3 MB)
Regional-Entwicklungsprojekt Limay (PDF, 4 S., 2.9 MB)
Schwerpunkt-Projekt Wasser (PDF, 2 S., 336 KB)
Katastrophenvorsorge in der Pazifikregion (PDF, 2 S., 92 KB)
Transparenzpreis 2010 DZI Spendensiegel Deutscher Spendenrat Aktion Deutschland Hilft
Hotline: 0800 - 0 10 20 22
Mo.-Fr. von 8:00 - 20:00 Uhr - kostenfrei


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