Hallo, ich bin Obsi aus Äthiopien.

Hier bin ich zu Hause – Guatemala



Karibische Küste mit Regenwald im Norden und Osten, Weideflächen und Zuckerrohrplantagen am Pazifik im Südwesten und dazwischen die Sierra Madre als Hauptsiedlungsgebiet – hier liegt Guatemala.

Das nördlichste Land Zentralamerikas.



Obwohl gelegentlich die Erde bebt, Hurricans aus der Karibik kommen und die meisten der 32 Vulkane im westlichen Hochland als aktiv gelten, ist Guatemala ein fruchtbares Land mit Chancen: An der tropischen Karibikküste gedeihen Bananen, im heißen Schwemmland am Pazifik Baumwolle, Zuckerrohr und Tabak und im angenehmen Klima der Hänge der Sierra Madre vor allem Kaffee. Die Schönheit der Landschaft und kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten sind zunehmend attraktive Touristenziele.

Wenn viele helfen –
kann viel gedeihen


Wunden, die nur langsam heilen



Mit der Eroberung durch Spanien fanden 1524 fast 3000 Jahre Kultur ein jähes Ende. Rebellion, Sklavenarbeit und Krankheiten dezimierten die Ureinwohner. Die 1821 eingeforderte Unabhängigkeit ließ keine neue Stabilität entstehen. Das soziale Gefälle zwischen Großgrundbesitzern und Indigenas blieb zu groß. Putsche, Korruption und Konflikte um Land behindern bis heute die Entwicklung einer stabilen Demokratie.

Alternativen suchen



Grundlegende soziale Veränderungen dauern lange. Wer schneller der Armut entkommen will, muss Arbeit in neuen Bereichen wie Industrie oder Tourismus suchen. Oft fehlt es dazu am nötigen Wissen. Schulbildung wurde auf dem Land lange vernachlässigt. Daher gibt es hier sehr wenige, oft schwer erreichbare Schulen. Nur knapp 70% der Kinder erreichen die fünfte Klasse. 31% der Menschen sind Analphabeten – bei den Indigenas liegt die Quote doppelt so hoch.

Ein verkehrtes Verhältnis



3 % der Bevölkerung besitzen 70 % des bebaubaren Landes. Daher bleiben für 90% der Kleinbauern nur 15% der fruchtbaren Flächen. Das reicht nicht zur Versorgung ganzer Familien und Erzielung kleiner Gewinne. Schulden führen oft zum Verlust des Landes. Dann bleiben meist nur die Armenviertel der Städte oder monatelange Arbeit weitab der Familie. 75 % der Einwohner gelten als arm; davon 24 % als sehr arm.

Mangelnde Hygiene und Unterernährung



Unvermeidbare Folgen der Armut sind 25 % unterernährte Menschen. Fast 50 % der Kinder unter fünf Jahren leiden an Mangelernährung und schlechter medizinischer Versorgung. Sauberes Trinkwasser steht in manchen Gebieten nur einem Drittel der Menschen zur Verfügung. Vor allem Kinder leiden daher oft an chronischen Krankheiten, wie Magen-Darm-Infektionen, oder sterben an Atemwegserkrankungen.

Mein Zuhause in Zahlen



FLÄCHE
108.889 km2
(Dt. 360.000 km2)

EINWOHNER
13,3 Mio. (Dt. 82 Mio.)

WÄHRUNG
Quetzal
  AMTSSPRACHEN
Spanisch

SPRACHE
Spanisch, 22 indigene Maya-Sprachen

ZEITZONE
MEZ -8 Stunden

RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT
Maya-Religionen (im Hochland weit verbreitet)
60% römisch-katholisch, 30-40% protestantisch

JUNG UND ALT
39,4% der Bevölkerung sind unter 14 Jahre alt. Die Lebenserwartung liegt bei 69,7 Jahren.
  WIR SPRECHEN
Spanisch. 40% der Bevölkerung spricht als zweite Sprache eine Mayasprache wie Quiche, Cakchiquel, Kekchi, Mam etc.

HIER LEBEN
40% Ureinwohner (Indigenas) und 58% Ladinos (Mestizen als Nachkommen der Indigenas und den früheren spanischen Eroberern). Der Restist europäischer und asiatischer Abstammung mit einer kleinen schwarzen Minderheit an der Atlantikküste.

Ein Vergleich



GUATEMALA

Lebenserwartung:
69,7 Jahre

Ärzte pro 100.000 Einwohner:
90

Säuglingssterblichkeit:
32 von 1.000

Kindersterblichkeit bis zu 5 Jahren:
43 von 1.000

Einschulungsrate in der Grundschule:
94%

Kinder, die die 5. Klasse erreichen:
68%

Analphabeten:
31%
DEUTSCHLAND


79 Jahre


337


4 von 1.000


5 von 1.000


100%


100%


0,5%


DIE GRÖSSTEN SEEN IM VERGLEICH
Deutschland: Bodensee: 536 km2 Fläche, 3 Inseln

Guatemala: Izabal-See: 589,6 km2 Fläche, keine Inseln
SONNENSTUNDEN PRO JAHR
Guatemala: 1.132, Deutschland: 1.550
Sonne
KLIMA
Guatemala: tropisch-äquatorial / feucht und trocken
Deutschland: kontinental/ maritim
Klima
MENSCHEN PRO KM2
Guatemala: 116
Deutschland: 236
Menschen
440.000 schafe, 840.000 Schweine, 2,4 Mio. Rinder, Wenige Quetzalvögel

Wege in eine bessere Zukunft

Unterstützung und Hilfe



Guatemala ist ein Land, das Chancen hat. Auf politischer Ebene erfährt es international Unterstützung bei der Entwicklung von Demokratie und einer marktorientierten Wirtschaftsordnung, im Kampf gegen Armut und medizinische Unterversorgung. Karitative und Nicht-Regierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. So bietet World Vision Schulungen in Hygiene, Gesundheit und Ernährung an, hilft beim Ausbau der Trinkwasserversorgung und erarbeitet Programme zur Schul- und Weiterbildung. So gewinnen die Menschen Perspektiven für eine bessere Zukunft.

Hilfe für Kind, Familie und Umfeld

World Vision hilft weltweit Menschen in Not – und setzt dabei auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Die Unterstützung kommt immer dreifach an: bei den Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld. World Vision arbeitet seit 1996 in Guatemala, wo nötig mit Katastrophenhilfe und langfristig durch Regional-Entwicklungsprojekte. Um der Bevölkerung zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen, werden zum Beispiel Kleinkredite vergeben.

Weiterführende Informationen

Länderinformation Guatemala (PDF, 8 S., 2,6 MB)

World Vision Projekte in Guatemala



Regional-Entwicklungsprojekt Adrim Tajumulco (PDF, 4 S. 7,8 MB)
Regional-Entwicklungsprojekt El Tumbador (PDF, 4 S. 560 KB)
Regional-Entwicklungsprojekt Los Diamantes (PDF, 4 S. 7,6 MB)
Regional-Entwicklungsprojekt Asociacion Malacateca (PDF, 4 S. 10,8 MB)
Regional-Entwicklungsprojekt Nuevos Horizontes (PDF, 4 S. 448 KB)
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